Der Preis ist heiß: Was ist der richtige Preis für Spiele-Klassiker?

Martin Eiser 5

Was ist der richtige Preis für Spiele-Klassiker?

Und damit kommen wir an einen ganz entscheidenden Punkt. Was sind solche Klassiker eigentlich wert? Was würden wir bezahlen, um noch einmal das Masterschwert in The Legend of Zelda: Ocarina of Time aus dem Stein zu ziehen? Wie viel würden wir geben, um zu dem fantastischen Soundtrack von Wipeout noch einmal über die Piste zu rasen? Oder um mit Lara Croft noch einmal ihr erstes Abenteuer zu erleben? Und welchen Preis zahlen wir, um noch einmal einen Ausflug in die Welt von Fable zu unternehmen? Jeder wird wohl einen anderen Betrag im Kopf schwirren haben.

Was es wirklich schwer macht, eine vernünftige Entscheidung zu treffen, sind auch die heutigen Preise. Auf iOS und Android gibt es die Mehrheit der neuen Spiele mit Free-to-Play-Mechanik. Bei einer der letzten Rabattaktionen für PS4 und Xbox One konnten wir den Tomb-Raider-Neustart aus dem Jahr 2013 für weniger als acht Euro kaufen. Warum also sollte ich für den NES-Klassiker Super Mario Bros. auf dem 3DS noch einmal fünf Euro ausgeben? Warum vor allem sollte ich das tun, wenn ich mir den Virtual-Console-Titel bereits für die Wii U geholt habe, auf dem GBA und dem SNES in Wiederveröffentlichungen gespielt habe und sogar das Original besitze?

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Macken im System

Die Hersteller wissen, dass wir verrückt nach diesen klassischen Momenten sind. Deswegen gibt es auch regelmäßig Remakes dieser Spiele mit besserer Grafik oder eben Umsetzungen für neue Plattformen. Und während Square Enix manche Titel sehr günstig raushaut, werden beispielsweise Final-Fantasy-Klassiker immer wieder neuaufgelegt und gefühlt verlangt der japanischer Publisher jedes Mal Mondpreise dafür. Aber natürlich gibt es auch Fans, die bereit sind, diese Preise zu zahlen. Die Charts im eShop von Nintendo sprechen ebenso Bände. Das meistverkaufte Spiel auf dem Nintendo 3DS derzeit? Pokémon: Gelbe Edition für den Game Boy. Der Preis? 10 Euro.

Ich persönlich finde die Preise von Nintendo sogar in Ordnung. Was mich allerdings nervt ist, dass ich die Titel nicht auf alle Plattformen übertragen kann. Beim Wechsel von Wii zu Wii U gibt es eine kleine Gebühr, damit ich die Spiele auch ohne Wii-Modus auf dem Gamepad spielen kann. Und auf dem 3DS werde ich sogar erneut mit dem vollen Preis zur Kasse gebeten. Noch dazu unterscheidet sich das Angebot der Klassiker zwischen den Systemen. Es gibt einfach keinen einheitlichen Virtual-Console-Service.

Genauso sind wir bei Microsoft und Sony immer auf die jeweilige Laune angewiesen. Jeder rechnet ganz genau nach, was sich besonders lohnt. Denn am Ende geht es nicht nur um unser Geld, sondern auch um unsere Zeit. Wer nur günstige Klassiker spielt, hat keine Zeit für die neuesten und teureren Blockbuster. Und wer zum Start einer Konsole bereits auf einen großen Katalog von alten Spielen zugreifen kann, der kauft sich womöglich weniger neue. Anderseits verbringen wir dann auch keine Zeit mit den Spielen der Konkurrenz.

Digital ist besser

Alle drei Hersteller gehen sehr unterschiedlich mit dem eigenen Erbe um. Sowohl der Zugang als auch die Kosten unterscheiden sich. Wie komfortabel oder günstig etwas ist, hängt immer auch von unser Ausgangslage ab. Doch alle drei Varianten sind eine deutliche Verbesserung gegenüber der Vergangenheit. Früher mussten wir uns auf dem Flohmarkt umsehen und durch Grabbeltische wühlen, um an geliebte Klassiker zu kommen. Wir haben um Preise gefeilscht und waren stolz auf jede Rarität, die wir ergattern konnten. Durch digitale Vertriebskanäle kommen wir vielleicht nicht an alle Spiele, aber für ein breit gefächertes Angebot wurde uns der Zugang erleichtert.

Und Sony, Microsoft und Nintendo sind gut beraten, das Geschäft mit den Klassikern nicht nur als Goldgrube zu sehen. Wer sein Archiv pflegt und möglichst umfassend zugänglich macht, dem gelingt es auch, seine Anhänger zu binden. Aktuell haben alle drei Hersteller ihre Schwächen – der eine mehr, der andere weniger. Und Hersteller wie Apple haben uns antrainiert, dass wir auch bei neuer Hardware immer noch auf die alten Inhalte zugreifen können. „Geht nicht“, gibt es einfach nicht mehr.

Was seid ihr bereit zu bezahlen?

Und was uns die schöne neue Welt wert ist? Was meint ihr? Ist ein Abo wie Playstation Now für 15 Euro im Monat in Ordnung? Sind zehn Euro in den Kauf eines Retro-Games besser investiert? Lieber digital oder doch als physisches Medium? Oder vielleicht besser das Remake mit aufgemöbelter Grafik für 30 Euro? Was ist euer Lieblings-Klassiker und welchen Preis seid ihr bereit dafür zu zahlen, um ihn auf der aktuellen Plattform zu spielen?

Schreibt eure Meinung in den Kommentaren!

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