So möchte Xbox mehr Frauen in die Gaming-Branche bringen

Michael Hoh

Frauen zocken genauso leidenschaftlich wie Männer. In der Spiele-Industrie selbst ist das Geschlechterverhältnis jedoch weniger ausgewogen. Angela Hession, Director of Strategy and Operations bei Microsoft in Seattle und Organisatorin der Women in Gaming Rally, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem entgegenzuwirken.

So möchte Xbox mehr Frauen in die Gaming-Branche bringen

Dieser Artikel ist Teil einer ganzen Reihe von Artikeln, die sich mit dem Thema Frauen in Games befasst. Gemeint ist damit nicht nur die Darstellung von Frauen in Games, sondern auch die Leistungen, die Frauen für eine gesamte Branche bislang erbracht haben – und wie und ob diese Branche es den Frauen dankt.

Angela Hessions Aufstieg bei Microsoft verlief geradezu reibungslos. Vor fast 20 Jahren stieg sie bei dem Soft- und Hardware-Riesen in der Logistik ein und arbeitete sich bis zum Director of Strategy and Operations hoch. Auf dem Weg dahin erlebte sie hautnah den Launch der ersten Xbox mit, sie half, die Entwicklerplattform ID@Xbox aus der Taufe zu heben und auch im Bereich der HoloLens-Entwicklung arbeitete sie einige Jahre als Programmleiterin. „Ich kann mich sehr glücklich schätzen, was meinen Werdegang betrifft,“ erzählt uns Hession. „Die Teams und Personen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, waren allesamt großartig.“

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„Die Statistiken motivieren mich“

Wirft man einen Blick auf die Statistiken, erscheint der Einstieg in die Branche für Frauen allgemein jedoch eine Hürde zu sein. Zwar sind 42% aller Gamer Frauen, doch in der Videospiel-Industrie selbst sieht es anders aus. Nur 22% aller Angestellten sind dort weiblich. Das alte Klischee der Tech-Branche als Männerdomäne scheint hartnäckig in den Köpfen aller zu überdauern. Selbstverständlich ist sich Hession der Statistiken bewusst: „Sie motivieren mich, mehr Frauen für die Gaming-Branche zu gewinnen“, erläutert sie ihre Beweggründe, sich unter anderem für die Plattform Women in Gaming zu engagieren.

Gegründet wurde Women in Gaming bereits vor 18 Jahren von Bonnie Ross, Leiterin von 343 Industries, und Shannon Loftis, heute General Manager von Microsoft Studios Publishing. Beide hatten das Bedürfnis, sich auszutauschen und ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Also reservierten sie ein kleines Restaurant und hielten während der Game Developers Conference in San Francisco das erste Women in Gaming Luncheon ab.

Auch Facebook und Google machen sich stark für zockende Frauen

Sprungbrett in die Spieleindustrie

Seither dient die Plattform nicht nur als Sprungbrett für einen Einstieg in die Spiele-Industrie, sondern bringt Interessentinnen auch die unterschiedlichen Karrieren innerhalb der Branche näher. Angela Hession kann davon ein Lied singen: „Mein Werdegang ist wahrscheinlich einzigartig. Ich war von Beruf keine Programmiererin. Ich kam über die Logistik. Ich versuche Frauen deshalb verstehen zu helfen, dass es in der Spiele-Industrie die verschiedensten Aufgabenbereiche gibt, nicht nur das Programmieren.“

Vom Lunch zum Day-Event

Bei sogenannten „Micro-Mentoring Sessions“ mit Frauen aus vielen Branchenbereichen kannst du dich beraten lassen, welches denn nun der individuell beste Einstiegsweg in den Traumjob sein könnte. In diversen Vorträgen bekommen Zuhörerinnen Tipps, wie sie am besten ihre Spielideen entwickeln, anschließend präsentieren und verkaufen. Klar, dass so ein Angebot in auf großen Zuspruch stößt. Schon im letzten Jahr waren es 400 Teilnehmerinnen, weshalb das diesjährige Event am 20. März auch auf Wunsch vieler Interessentinnen auf einen ganzen Tag zur Women in Games Rally 2018 verlängert und ins Contemporary Jewish Museum San Francisco verlegt wurde.

Sogar der Männeranteil bei den Diskussionen war größer als je zuvor, versichert Hession, auch wenn da noch Luft nach oben ist. „Wir wollen Männer noch mehr in das Event mit einbeziehen. Bisher waren unsere Events nur kleiner, sodass es schwierig wurde, allen Raum zu geben.“ Denn für Männer ist es natürlich ebenso wichtig zu verstehen, was der „Gender Gap“ in der Branche, in der sie arbeiten, für Frauen bedeuten kann und welche Auswirkungen er hat.

Auf der nächsten Seite liest du, welchen Effekt Women in Gaming über das Event hinaus hat.

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