Microsoft startet die große Musikoffensive und will mit dem Service Xbox Music iTunes, Spotify und Co. ordentlich Konkurrenz machen. Dabei will man offenbar möglichst viele Plattformen bedienen und hat auch einen Auftritt auf Android angedeutet.

Zum Start von Xbox Music gibt man sich bei Microsoft durchaus ambitioniert: Ab heute ist der Cloud-Service auf der Xbox 360 verfügbar, zum Start von Windows 8 am 26. Oktober soll Xbox Music dann auch auf PCs, Tablets und Smartphones mit Microsofts neuem Betriebssystem laufen.

Der Cloud-Service startet in 15 Ländern und erinnert von der Beschreibung her sehr an die Konkurrenz von Spotify: User können aus einem Reservoir von über 30 Millionen Musiktiteln auswählen und diese kostenlos anhören (also online streamen). Zwischendurch werden Werbespots abgespielt. Wer diese verbannen möchte und Songs auch offline anhören will, kann für 9,99 Euro im Monat ein Abo abschließen. Weitere Details über die Funktionsweise von Xbox Music verrät ein von Microsoft veröffentlichter Werbespot:

Xbox Music.

Wie man auch im Spot gut erkennen kann, ist Microsoft offenbar besonders die plattform-übergreifende Nutzung des Services wichtig. Xbox Music soll sowohl auf dem TV (über die Konsole), als auch am PC und mobilen Geräten die erste Anlaufstelle sein und durch Cloud-Synchronisierung von Elementen wie Playlisten die Abstimmung der einzelnen Eingabegeräte verwalten.

Was die Auftritte auf Microsoft-fremden Plattformen angeht, drückt man sich um definitive Statements allerdings noch etwas: Scott Porter, Prinicpal Program Manager ließ sich lediglich zu der Aussage hinreißen, dass es „möglicherweise sogar Apps für iOS und Android“ geben wird. Dass man sich bei Microsoft um klare Ansagen gerne drückt, ist ja bekannt und deswegen ist der Kommentar auch wenig überraschend. Und sicher will man Xbox Music auch erst einmal als Kaufargument benutzen, um Microsoft-Geräte wie etwa das Surface-Tablet und die neuen Windows Phone 8-Smartphones zu pushen. Sollte das die Hauptmotivation sein, könnte es durchaus sein, dass Microsoft beschließt, den Service nur exklusiv auf seinen Produkten anzubieten.

Aber es macht schon alles eher den Eindruck, dass Microsoft hier mehr Ehrgeiz hat. Wenn der Plan ist, aus Xbox Music die Plattform Nummer eins in Sachen Musikstreaming zu machen, kommt man an Android einfach nicht mehr vorbei, dafür sind die Nutzerzahlen mittlerweile einfach zu massiv. Auch bei Microsoft wird man sich dessen bewusst sein. Die Frage ist allerdings, ob der Name „Xbox Music“ für einen Multiplattform-Dienst Sinn ergibt. Aber vielleicht benennt Microsoft den Dienst ja mittelfristig um - in Live Music. Und dann in Bing Music. Und zum Schluss in Windows Music.

[via Android Community]