LG UltraFine 5K Display: Apple verlängert Lieferzeiten auf fünf bis sechs Wochen

Florian Matthey

Das LG UltraFine 5K Display ist aktuell bei Apple nicht mehr lieferbar: LG muss erst einmal das Problem der Interferenzen durch WLAN-Router und andere Geräte beheben. Hätte Apple vielleicht doch selbst Display-Hersteller bleiben sollen?

LG UltraFine 5K Display: Apple verlängert Lieferzeiten auf fünf bis sechs Wochen

LG UltraFine 5K Display versteht sich nicht mit WLAN-Routern

Nachdem Apple im Dezember und Januar die ersten Exemplare des LG UltraFine 5K Display auslieferte, fielen einigen Kunden nach kurzer Zeit ärgerliche Probleme auf: Wer das Display in unmittelbarer Nähe – ungefähr bis zu zwei Meter Abstand – zu einem WLAN-Router betreibt, kann es letztendlich kaum benutzen. Ständig gibt es Verbindungsabbrüche zwischen dem Display und dem MacBook Pro; letzteres kann in diesen Fällen sogar komplett einfrieren. Das Phänomen soll auch mit anderen WLAN-Geräten wie Sonos-Lautsprecher auftreten.

Lieferzeiten auf fünf bis sechs Wochen erhöht

Apple bewirbt das Display als den perfekten Begleiter für das neue MacBook Pro; selber stellt das Unternehmen keine separaten Displays mehr her. Umso dramatischer sind jetzt die Auswirkungen der Probleme mit dem LG-Display: LG möchte die Displays in Zukunft mit einer besseren Abschirmung gegen Interferenzen ausstatten. Kunden werden bereits gekaufte Displays in Zukunft ausbessern lassen können, nach Februar 2017 hergestellte Exemplare sollen mit der Verbesserung ausgestattet sein. Bis dahin scheint Apple die Displays aber gar nicht mehr verkaufen zu wollen: Im Apple Online Store liegen die Lieferzeiten jetzt bei fünf bis sechs Wochen, eine Abholung in Stores ist nicht mehr möglich.

LG UltraFine 5K Display im Apple Store *

Sollte Apple doch wieder eigene Displays herstellen?

Wer also das neue MacBook Pro kauft oder bereits gekauft hat und ein 5K-Display mit Thunderbolt-3-Anbindung haben möchte, muss jetzt erneut mehrere Wochen warten – wirkliche Alternativen gibt es nämlich noch nicht. Das lässt die Frage aufkommen, ob Apples Strategie, selbst keine Displays mehr herzustellen und sich stattdessen auf eine Partnerschaft mit LG zu verlassen, wirklich so sinnvoll war. Zac Hall von 9to5Mac wundert sich vor allem über LGs „Krisenmanagement“ in der Sache: Der Hersteller habe keine wirklich Rückrufaktion gestartet, vor allem aber habe er vorhandene Lagerbestände des Displays einfach weiter verkauft, obwohl der Fehler bekannt war.

MacBook Pro 2016: Touch Bar im Test.

Zwar gebe es auch bei Apple-Produkten immer wieder Probleme, die aber eher die Ausnahme seien. Bei Apple könne man sich in der Regel immer noch auf ein ausgereiftes Design, hochwertige Hardware und Materialien sowie ausführliche Tests von Hardware vor ihrer Veröffentlichung verlassen. LG stelle wiederum zahlreiche verschiedene Displays und Fernseher her – da sei es nicht überraschend, dass der Hersteller sich nicht so sehr auf ein einziges Produkt konzentriere. Hall hat daher immer noch Hoffnung, dass Apple – vielleicht zusammen mit einem neuen Mac Pro – eines Tages noch einmal einen Nachfolger seines Thunderbolt Display präsentieren wird.

Quelle: 9to5Mac

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