Mac(h) langsam: Das MacBook Pro 2018 hat ein Leistungsproblem

Stefan Bubeck 9

Endlich Intel-Prozessoren der 8. Generation mit bis zu 6 Kernen: Das ohne großes Event aufgefrischte Macbook Pro 2018 zieht leistungstechnisch an der Konkurrenz vorbei. Zumindest sollte man das meinen – laut den ersten Tests gibt es da allerdings ein schwerwiegendes Problem, das ausgerechnet die neuen Chips zu verantworten haben.

Mac(h) langsam: Das  MacBook Pro 2018 hat ein Leistungsproblem
Bildquelle: GIGA.

Eigentlich ist das 2018er-Update des Macbook Pro gelungen: Neue Intel-Prozessoren (Coffee-Lake-U), bis zu 32GB RAM, zu 4 TB SSDs (übrigens wahnsinnig schnell), True-Tone-Technologie und dazu noch der Apple-T2-Chip für mehr Sicherheit.

Aber es ist nun mal nicht alles Gold, was glänzt. Zum einen hat Apple die Verbesserungen etwas „restriktiv“ verteilt, zum anderen bringen die neuen Prozessoren auch neuen Ärger für Power-User, etwa im Bereich Videoschnitt oder Rendering.

Macbook Pro 2018: Prozessor-Drosselung wegen Hitze setzt sehr schnell ein

Der populäre YouTuber Dave Lee hat sich Apples neueste Profi-Laptops angeschaut und kommt zu einem gemischten Ergebnis. Der größte Nachteil: Das Gehäuse des Macbook Pro 2018 könne den in seinem Testmodell erbauten Intel Core i9-8950HK „nicht ausreichend kühlen“. Der Rechner setze innerhalb weniger Sekunden unter Last auf „sehr starke Drosselung“ (Thermal Throttling). Das betreffe nicht nur Lastspitzen unter Extrembedingungen – es geht sogar soweit, dass nicht einmal der Basistakt von 2,9 GHz aufrecht erhalten werden könne.

Lee packt das Macbook Pro 2018 für einen weiteren Belastungstest in einen Kühlschrank und siehe da: Es ist deutlich schneller, kann seine Aufgaben in signifikant kürzerer Zeit erledigen. Der YouTuber, der sich als eingefleischter Apple-Fan bezeichnet, zeigt sich diesbezüglich enttäuscht.

Natürlich sei Throttling nichts Ungewöhnliches, auch Windows-Laptops regeln den Prozessor bei zu großer Hitze dynamisch herunter – das ist schlichtweg technisch so vorgesehen und schützt die Hardware vor Schäden. Das Ausmaß der CPU-Drosselung beim neuen Macbook Pro sei allerdings außergewöhnlich und „nicht akzeptabel“. Es betreffe sowohl Softwareentwickler als auch Final-Cut-Nutzer – also alle Profis, die auf dauerhafte Leistung angewiesen sind und die eigentliche Zielgruppe der „Pro“-Reihe darstellen.

Apple sollte seine Profi-Produkte rund um die Bedürfnisse von Profis gestalten – genau das sei hier leider nicht geschehen, so Lee. Immerhin lobt er aber die „verrückt schnelle SSD“, die jedes andere Laptop im Geschwindigkeitsvergleich wegfegt. Der YouTuber mit seinen 1,4 Millionen Abonnenten ist in der Community hochgeschätzt – erst vor Kurzem hatte er bereits seinem Ärger über Apple wegen verzögerter Hardware-Updates Luft gemacht. Auch das neue Video wird durchgehend gut bewertet und trifft zugegebenermaßen einen validen Punkt.

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Starke Drosselung beim Macbook Pro 2018: Nicht nur ein einziger YouTuber

Selbst wenn man bei Dave Lees Analyse beide Augen zudrückt – auch andere Tester berichten über extremes CPU-Throttling und Leistungseinbußen beim Macbook Pro 2018. Die Kollegen von Notebookcheck haben das MacBook Pro 13 2018 (Touch Bar, i5) unter die Lupe genommen und kommen zu ähnlichen Erkenntnissen.  Sie bemängeln die „schlechte Effizienz des Coffee-Lake-U-Prozessors“, das MacBook Pro 13 komme „innerhalb von wenigen Sekunden“ an die Temperaturgrenze des Prozessors.

Hier stellt sich natürlich die Frage, wer an der Misere Schuld trägt: Ist das ein Design-Fehler von Apples Ingenieuren oder schlichtweg keine besonders gelungene Prozessor-Reihe von Zulieferer Intel? Für Apple-Kunden, die mit einem Kauf liebäugeln, ist nun guter Rat teuer. Denn als Power-User wird man wahrscheinlich nicht das bekommen, was man sich erhofft hat: Ein Profi-Laptop, das die theoretische Leistung der verbauten Chips auch tatsächlich bereitstellen kann. Womöglich werden hier Software-Updates etwas Abhilfe schaffen – aber ein Wunder sollte man erfahrungsgemäß nicht erwarten.

Quellen: Notebookcheck, Techradar

Hinweis: Artikelbild zeigt ein MacBook Pro 2016.

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