Touch Bar: Der „fehlende Touchscreen“ fürs MacBook Pro

Florian Matthey 12

Wie erwartet enthalten die neuen Modelle des MacBook Pro eine Touchscreen-Leiste oberhalb der Tastatur – das Überraschende ist der Name: Apple nennt sie „Touch Bar“. Sie ist Apples Alternative zu einem Notebook mit Touchscreen.

Test: MacBook Pro 13 Zoll von 2016.

 

Erst fällt der Kopfhöreranschluss, jetzt die Funktionstasten

Die neue Touch Bar ist Teil des 13-Zoll- und des 15-Zoll-MacBook Pro. Es handelt sich um ein „Retina Display“ getauftes OLED-Panel mit Multitouch-Funktion und befindet sich oberhalb der Tastatur in dem Bereich, der bisher für die Funktions-Tasten reserviert war. Ähnlich wie beim weggefallenen Kopfhöreranschluss des iPhone 7 verweist Apple bei den Funktionstasten darauf, wie altmodisch sie geworden sind. Allerdings lassen sich Funktionstasten in der Touch Bar weiterhin durch ein Antippen der Funktionstaste der Tastatur anzeigen. Auch eine Escape-Taste gibt es auf diese Weise weiterhin.

touchbar finder

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MacBook & MacBook Pro: So gibts den kostenlosen Tastaturtausch bei Apple.

Touch Bar bringt Touch ID für den Mac

Das ist letztendlich der Sinn der neuen Touch Bar: Sie kann Funktionstasten anzeigen, aber eben auch viele andere Inhalte – je nachdem, welche App der Benutzer gerade verwendet. Schon bei der Anmeldung an den Mac kommt die Touch Bar zum Einsatz: Der Touchscreen-Streifen enthält oben rechts einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor, wie er bereits vom iPhone und iPad bekannt ist. Hiermit können sich mehrere Benutzer im macOS anmelden.

Da ein MacBook keinen Apple-eigenen Prozessor enthält, hat Apple einen neuen Chip für das sichere Abspeichern des Fingerabdrucks integriert: Der „Apple T1“ enthält die „Secure Enclave“, die bereits vom Apple-AX-Chip im iPhone und iPad bekannt ist.

touchbar escape

Touch Bar hilft im Finder

Bei der Präsentation der Touch Bar hat Apple einige Einsatzbereiche für das neue Feature gezeigt. Der Benutzer kann beispielsweise, wie mit den bisherigen Funktionstasten, die Helligkeit des Displays oder die Lautstärke der Lautsprecher anpassen. Im Finder lassen sich aber auch virtuelle Tasten für Funktionen wie Vorschau, Teilen, Tags anzeigen – der Benutzer kann sich aussuchen, welche Funktionen die Touch Bar anzeigen soll. Außerdem gibt es einen Button für Siri.

Touch Bar-Funktionen für Apps von Safari bis Terminal

In Safari zeigt sie wiederum Icons der in Favoriten gespeicherten Websites oder eine Vorschau der aktuell geöffneten Tabs. In Mail zeigt die virtuelle Buttons für das Verfassen einer neuen Mail, zum Beantworten einer Mail, für Flags oder auch einen intelligent erstellten Vorschlag für den Ordner, in dem der Benutzer die Mail ablegen könnte. Verfasst der Benutzer eine neue Mail, zeigt die Optionen für die Formattierung des Texts an.

touchbar emojis

Verfasst der Benutzer wiederum eine iMessage-Nachricht in der Nachrichten-App, kann er über die Touch Bar Emojis aussuchen. In der Fotos-App lassen sich Bilder über die Touch Bar bearbeiten. In Final Cut Pro hilft die Touch Bar bei der Videobearbeitung. Auch andere Apple-eigenen Apps enthalten Touchscreen-Unterstützung – bis hin zur Terminal-App und Xcode.

Unterstützung auch von Adobe, Microsoft und Co.

Auch Drittentwickler haben schon Touch-Bar-Unterstützung vorbereitet: Adobe Photoshop erlaubt zahlreiche Bildbearbeitungsfunktionen. Hierbei lassen sich das Trackpad und die Touch Bar gleichzeitig verwenden: Mit dem Trackpad bewegt der Benutzer den Pinsel, mit der Touch Bar verändert er gleichzeitig die Farbe. In Musikanwendungen kann man Loops und Drums steuern, sogar scratchen. Selbst Microsoft hat schon eine Touch Bar-Unterstützung mit Microsoft Office vorbereitet.

Manche mögen sich fragen, warum Apple nicht einfach das gesamte MacBook-Display mit einem Touchscreen ausgestattet hat. Apple hält von einem solchen Schritt aber bekanntlich wenig, da das Unternehmen Tablets und Notebooks weiterhin als zwei separate Kategorien sieht – und meint, dass Benutzer ungerne über längere Zeit mit einem vertikalen Display mit Touchscreen arbeiten möchten. Dennoch erkennt Apple die Vorteile eines dynamischen Touchscreens auch bei einem Desktop-Betriebssystems. Die Touch Bar soll somit das beste aus beiden Welten vereinen.

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