MacBook Pro 2018: So hat Apple das Tastaturproblem in den Griff bekommen

Holger Eilhard

Kaum hatte Apple das MacBook Pro 2018 vorgestellt, mehrten sich neue Beschwerden über die Performance. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen aus Cupertino aber einem Problem der alten Modelle angenommen: Der Tastatur. Doch wie genau?

MacBook Pro 2018: So hat Apple das Tastaturproblem in den Griff bekommen
Bildquelle: Emily Prapuolenis/The Wall Street Journal/YouTube.

MacBook Pro 2018: Ein Blick unter die Tastatur

Es scheint geradezu, als ob Apple heutzutage keine Neuheit mehr ohne großen Shitsturm vorstellen kann. So folgte der Vorstellung des neuen MacBook Pro 2018 etwa die Kritik aufgrund einer Leistungsdrossel, die das Unternehmen durch ein Software-Update löste. Eine der wichtigsten Neuerungen im neuen Modell, die dabei fast untergegangen war, ist jedoch eine überarbeitete Tastatur. Die alten Modelle sorgten bei Besitzern der Vorgänger seit dem Jahr 2015 für anhaltende Probleme durch hängende oder schlichtweg nicht länger funktionierende Tasten.

Grund hierfür waren schon kleinste Objekte wie Staubkörner, die sich in den sogenannten Butterfly-Mechanismus einnisteten und diesen so vergleichsweise leicht außer Gefecht setzen konnten. David Pierce vom Wall Street Journal hat sich nun der neuen Tastatur gewidmet und wirft gleichzeitig einen Blick in die Vergangenheit:

So waren alte mechanische Tastaturen, die noch über einen herkömmlichen Taster verfügten, sehr langlebig. Ein kleines Staubkorn sorgte hier für keine Probleme. Das Problem war jedoch die schiere Größe gefolgt von der Lautstärke beim Tippen. Um sich diesen Limitierungen anzunehmen, folgten nach und nach neue Varianten über den Scherenmechanismus (Englisch Scissor switch), wie er zum Beispiel im Magic Keyboard eingesetzt wird, bis hin zum heute im MacBook und MacBook Pro eingesetzten Butterfly-Mechanismus.

MacBook und MacBook Pro: Tastaturprobleme seit dem Jahr 2015

Die Geräte konnten so immer dünner werden, was dann aber zu dem Problem führte, welchen wir seit 2015 im MacBook und seit 2016 im MacBook Pro beobachten können. Staubkörner oder sonstige Fremdkörper blockieren die Mechanik und die betroffene Taste bleibt entweder hängen oder lässt sich einfach nicht länger nutzen.

Hinzu kommt die beim MacBook und MacBook Pro aufwendige Konstruktion der oberen Gehäuseschale, so dass bei einem derartigen Defekt selten einfach eine einzelne Taste oder gar das gesamte Keyboard getauscht werden kann. Der Austausch wird damit richtig teuer, da die gesamte Oberschale, häufig inklusive Akku, ausgetauscht werden muss. Dies resultierte darin, dass Apple nun ein Austauschprogramm anbietet, auch wenn AppleCare bereits abgelaufen sein sollte.

In welchen Fällen die kostenlose Reparatur von Apple greift, seht ihr hier:

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MacBook & MacBook Pro: So gibts den kostenlosen Tastaturtausch bei Apple.

MacBook Pro 2018: Silikonhülle soll gegen Fremdkörper schützen

Um sich dem Problem anzunehmen, hat Apple dem neuen Keyboard im MacBook Pro 2018 eine neue Silikonhülle spendiert, welche die eindringenden Fremdkörper von der empfindlichen Mechanik fernhalten soll. Das Unternehmen hatte bereits vor einigen Jahren ein entsprechendes Patent angemeldet, welches diesen Schutz beschreibt.

Apple gibt in der Öffentlichkeit jedoch nicht zu, dass dieser neue Schutz eine Lösung gegen Staub sein soll. Die Änderungen an der Tastatur seien lediglich dazu da, um sie leiser zu machen. Grund für das fehlende öffentliche Eingeständnis dürften aktuelle Klagen aufgrund der Problematik sein. In internen Dokumenten war hingegen zu lesen, dass man die Tastatur zuverlässiger machen wolle.

Ob die neuen Silikonhüllen in der Praxis den gewünschten Effekt haben, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Erste Tests mit eingefärbten Staubkörnern sehen jedenfalls positiv aus. Dem MacBook Pro ohne Touch Bar oder dem MacBook hat Apple die neue Tastatur übrigens noch nicht spendiert.

Quelle: The Wall Street Journal/YouTube

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