MacBook Pro: Heimliche Verbesserung des Apple-Notebooks

Holger Eilhard 7

Die aktuellen Generationen des MacBook Pro sind bereits für ihre problematischen Tastaturen bekannt. Diesmal geht es aber nicht ums Keyboard, sondern um einen Displayfehler, den Apple im jüngsten Modelljahr offenbar heimlich gelöst hat.

MacBook Pro: Heimliche Verbesserung des Apple-Notebooks
Bildquelle: GIGA.
Update 5. März 2019, 16:08 Uhr:
Die Kollegen bei iFixit wurden durch einen Bericht eines Mitglieds des MacRumors-Forums darauf aufmerksam, dass Apple sich dem Problem heimlich angenommen hat. So hat der Mac-Hersteller das betroffene Flexkabel offenbar in allen 2018er-Modellen seines MacBook Pro um zwei Millimeter verlängert. Dies sorgt dafür, dass das Kabel mehr Spielraum hat und nicht länger an anderen Bauteilen im Inneren des Notebooks reibt. Ob dies das sogenannte „Stage Light“-Problem endgültig löst, muss sich in Zukunft zeigen. Von Apple gibt es aber gleichzeitig keine öffentlichen Hinweise darauf, dass man sich dem Problem angenommen hat. Laut iFixit weist die nun eingeführte Lösung darauf hin, dass Apple der Fehler bekannt war, bevor er große Aufmerksamkeit in Netz bekam. In einigen Fällen soll das Unternehmen aus Cupertino sogar diesbezügliche Beiträge im hauseigenen Support-Forum entfernt haben.

Ursprünglicher Artikel vom 22. Januar 2019:

„Flexgate“ im MacBook Pro: Zu dünne Kabel sorgen für teure Reparaturen

Die Kollegen von iFixit weisen in einem aktuellen Bericht auf das „Flexgate“ getaufte Problem mit dem Display der aktuellen MacBook-Pro-Generation hin. Dies beinhaltet alle Geräte von Ende 2016 bis heute.

Ursache des Problems sind laut iFixit zu dünne Flexkabel, welche das Display mit dem Controller im Gehäuse des MacBook Pro verbinden. Diese dünnen Kabel sind um die Platine gewickelt und damit bei jedem Öffnen und Schließen des Gerätes unter Stress.

Nach kurzer Zeit soll diese Belastung dazu führen, dass die Kabel zunächst ermüden und später komplett die Arbeit verweigern, wenn das Display geöffnet wird. In vielen Fällen ist es zunächst die Verbindung für die Displaybeleuchtung, die ausfällt und auf dem Display daraufhin ein Bühnenlichteffekt („stage light“) zu sehen ist.

MacBook Pro: Teure Reparaturen aufgrund fehlender Modularität

In früheren Generationen setzte Apple im MacBook Pro noch traditionelle Kabel ein, die durch das Scharnier geführt wurden. Die Belastung der Kabel war damit deutlich geringer.

Laut iFixit sorgt nun Apples Verlangen nach immer dünneren Geräten dafür, dass man die Flexkabel als festen Bestandteil des Displays ausgeführt hat. Wenn die dünnen Kabel also irgendwann die Verbindung verweigern, entwickelt sich das „6-Dollar-Problem zu einem 600-Dollar-Disaster“.

So sieht der Bühnenlichteffekt aus, gefolgt vom Ausfall des Displays, wenn es weiter geöffnet wird:

Apple selbst hat, im Gegensatz zu dem Tastaturproblem, den Fehler bislang nicht anerkannt und bietet damit auch kein kostenloses Reparaturprogramm für betroffene Nutzer an. Zwar gibt es Berichte, dass einige Geräte kostenlos durch Apple repariert wurden, die Mehrheit bleibt aber auf den Kosten für ein neues Display sitzen.

Flexgate: Petition verlangt Austauschprogramm fürs MacBook Pro

Eine Petition will nun Apple dazu bringen, dies zu ändern und ein entsprechendes Austauschprogramm zu starten. Aktuell haben rund 5.100 Personen die Petition unterzeichnet.

Das Problem betrifft aktuell offenbar nur das MacBook Pro seit dem Modelljahr 2016, egal ob mit oder ohne Touch Bar. Das neue MacBook Air setzt zwar nicht auf das exakt selbe Design der Displaykabel, scheint aber laut iFixit ebenfalls von einem ähnlichen Problem bedroht zu sein. Auch hier sind dünne Flexkabel, die fest mit dem Display verbunden sind, um eine Platine gewickelt.

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