MacBook Pro mit Retina Display: Ein Schnäppchen

Sven Kaulfuss 31

Eine verflixte Situation: Nicht wenige Anwender befinden sich aktuell in einem Entscheidungskonflikt. Nehme ich das neue MacBook Pro im bekannten Korpus oder das MacBook Pro mit Retina Display? Der scheinbar höhere Preis des Display-Wunders ist dabei nicht unbedingt eine Hilfe für den schnellen Kaufentschluss.

MacBook Pro mit Retina Display: Ein Schnäppchen

MacBook Pro: Ein klarer Preisfall?

2.279 Euro – augenscheinlich ein stolzer Betrag für einen mobilen Rechner, den Apple da in seinem Store für das Einstiegsmodell des MacBook Pro mit Retina Display aufruft. Das vergleichbare, „normale“ MacBook Pro gibt es dagegen schon ab 1.879 Euro – ein Preisunterschied von stattlichen 400 Euro. Ist das Retina-Book also ein Rechner, nur geeignet für vermögende Design-Fetischisten?

WWDC 2012 - MacBook Pro Retina-Display.

Halt: Nicht so voreilig mit dieser Bewertung! Denn auch wenn Displaygröße und Prozessor (2,3 GHz Quad-Core Intel Core i7) durchaus den Eindruck einer Vergleichbarkeit erwecken, so verhalten sich beide Modelle in ihrer Grundausführung wie Äpfel und Birnen zueinander – die kann man zwar bekanntlich in Kompott, nicht aber in einem Vergleich kombinieren. Bevor wir eine endgültige Aussage zur Preiswertigkeit abgeben können, müssen wir also beide Rechner in ihrer Ausstattung bereinigen.

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Nachgerechnet: MacBook Pro vs. MacBook Pro mit Retina Display

Als Grundlage unserer Berechnung ziehen wir die offiziellen Preise des deutschen Apple Online Stores heran. Ausstattungsbereinigt bedeutet dies für das klassische MacBook Pro die Zugabe von mehr Arbeitsspeicher (insgesamt acht Gigabyte), einer SSD mit 256 GB, einem höher auflösenden Bildschirm (1.680 x 1.050) und einem HDMI-Adapter. Im Gegenzug müssen wir dem MacBook Pro mit Retina Display noch ein externes SuperDrive und einen Thunderbolt-Gigabit-Ethernet-Adapter spendieren. Außen vor bleibt zunächst der eigentlich – für unsere Rechnung – notwendige FireWire-Adapter. Apple hat diesen auf der WWDC angekündigt (ohne Preis) – aktuell ist dieser aber noch nicht gelistet.

(Tabelle anklicken für bessere Lesbarkeit)

Das Ergebnis dieser Rechnung mag überraschen. Bringt man beide Modelle von der Ausstattung auf eine mehr vergleichbare Ebene, spart man beim neuen MacBook Pro mit Retina Display nicht zu verachtende 226,93 Euro. Das zuvor teurere Modell entpuppt sich so als echter Preisbrecher.

Sparfüchse würden indes noch folgendes Pfund in die Waagschale werfen: Statt bei Apple, erwirbt man Arbeitsspeicher und SSD für das normale MacBook Pro bei einem wesentlich günstigeren Händler und verbaut diese Komponenten eigenhändig. Beispielsweise gibt es vergleichbare SSDs mit 256 GB bereits schon ab circa 200 Euro (Affiliate-Link). Der zuvor errechnete Preisvorteil verschwindet zugunsten des klassischen MacBook Pro. Freilich verzichtet man bei dieser Vorgehensweise auf den werksseitigen TRIM-Support der SSD, dieser wird nur den Apple-SSDs zuteil.

Doch auch wenn man selbst aufrüstet, der Preisunterschied ist auch diesem Fall nicht mehr so gravierend – das neue MacBook Pro mit Retina Display somit im Verhältnis wirklich seinen Preis wert, wenn vielleicht auch kein wirkliches Schnäppchen. Doch nicht nur der Preis entscheidet über das Für oder Wider einer Kaufentscheidung.

Nur eine Frage des Preises?

Unbestritten empfiehlt sich das klassische MacBook Pro für Anwender, die auch später ihren Rechner noch aufrüsten, aber ein optisches Laufwerk und eine Armada an Adaptern nicht mitschleppen möchten. Wer hingegen in erster Linie ein leichteres Gehäuse und ein bisher unerreichtes, brillantes Display für seine Arbeit benötigt, wird nicht um den Kauf des Retina-Modells umhinkommen. Der Unterschied im Grafikspeicher (512 MB vs. 1 GB) sollte nicht so stark ins Gewicht fallen, denn für die Ansteuerung das Retina Display allein dürften schon die meisten Ressourcen entfallen.

Blick zurück…

Apropos: Für nicht wenige Anwender ist die Höhe des Preises von 2.300 Euro für ein MacBook Pro mit Retina Display grundsätzlich ein Affront. Mit einem Augenzwinkern möchten wir aber nicht versäumen darauf hinzuweisen, dass der Anwender einst vor 10 Jahren bescheidene 3.479 Euro für das kleinste PowerBook G4 Titanium veranschlagen musste. Zugegeben, der Euro hatte im Jahr 2002 gegenüber dem Dollar noch einen gewissen Nachholbedarf. Nimmt man indes noch die Inflationsrate der letzten Jahre in die Rechnung mit auf, dann verflüchtigt sich dieser Währungsnachteil.

Anmerkung: Gegenüber den offiziellen Preisen des Apple Online Stores lassen sich bekanntermaßen Ersparnisse beim Kauf über klassische Händler wie (Affiliate-Link) oder Cyberport (Affiliate-Link) erzielen. Studenten, Schüler, Lehrer und Dozenten sparen sogar noch mehr. So erhält man beispielsweise bei UNIMALL das kleinste MacBook Pro mit Retina Display bereits schon ab 2051,56 Euro.

Bildquelle (Hintergrund, Teaser-Grafik): Flickr, Autor: ecastro, veröffentlicht unter CC BY 2.0

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