MacBook Pro: Zum Abschuss freigegeben (Kommentar)

Sven Kaulfuss 7

Sie haben es wieder getan. 2012 verübte Apple einen heimtückischen Mord am 17 Zoll MacBook Pro. Jetzt verpasste man dem 15-Zoll-Modell die Betonschuhe. Der nächste auf der Abschussliste: Das „BabyBook“ mit 13 Zoll. Stoppt niemand diese Irren?

MacBook Pro: Zum Abschuss freigegeben (Kommentar)

MacBook Pro: Auftragsmord in Cupertino

Das MacBook Pro, einst die Gallionsfigur unter den mobilen Rechenknechten, stirbt einen langsamen und stückweisen Tod. Die Rede ist nicht vom vermeintlichen Nachfolger mit Retina Display. Vielmehr spreche ich vom treuen Arbeitstier – ausgestattet mit SuperDrive-Laufwerk, auf Wunsch mit blendfreien Bildschirmen und der Option auf einfache Erweiterung. Seit letztem Jahr war das Ableben des klassischen MacBook Pro beschlossene Sache. Der Pate – nennen wir ihn Tim Cook – gab einen Mord in Auftrag.

Anfangs verabschiedete sich das Modell mit 17-Zoll-Bildschirm. Der „falsche Bruder“ mit Retina Display übernahm dessen Stellung in der „famiglia“. In einem geschickten Täuschungsmanöver spendierte man den noch überlebenden Mitgliedern kleine Updates. Doch auch deren Ausscheiden war längst beschlossen. Vor wenigen Tagen trat dann der 15-Zöller in den „vorzeitigen Ruhestand“. Gegenwärtig wartet das kleinste Modell mit 13-Zoll-Display auf seine Hinrichtung. Vermuteter Todeszeitpunkt: Irgendwann im Jahr 2014.

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MacBook Pro 2019: So fantastisch könnte das Apple-Notebook mit 16-Zoll-Display aussehen.

MacBook Pro in 13 Zoll: Ave, Cook, morituri te salutant.

Doch bevor es soweit ist, verdingt sich das kleinste Modell noch als günstiges Alibi-Angebot im . Immerhin ist es der meistverkaufte Mac aller Zeiten uns sein Pendant mit Retina Display für den gewünschten Zielpreis noch ein µ zu teuer. Apropos: Die ausgemachten Nachfolger mit „Netzhaut-Bildschirm“ bieten zweifelslos jede Menge Leistung und eine schmucke, hochauflösende Mattscheibe. Dennoch: Die Nachteile verschrecken und sorgen für Entrüstung.

  • Fest verklebte Akkus: Ein Tausch ist nur noch beim autorisierten Apple-Fachmann bzw. in den Kultstätten des Apfelkonsums möglich.
  • Arbeitsspeicher: Verlötet auf der Hauptplatine, Austausch gänzlich ausgeschlossen.
  • Massenspeicher: Die verbauten Flashspeicher sind proprietär und kosten ein Vermögen. Standard-Laufwerke passen nicht. Auch konnte man beim klassischen MacBook Pro das SuperDrive gegen eine zweite Festplatte oder SSD ersetzen.
  • Nur spiegelnde Displays: Die ehemaligen 17- und 15-Modelle gab es auf Wunsch in matter Ausführung.
  • Der Einstig in die 15-Zoll-Klasse beginnt jetzt bei 2.000 Euro – happig!

Gewünscht: Die Wiedergeburt eines modularen MacBook Pros

Müssen wir Kunden diese Zwangsbeglückung hinnehmen und dem Sterben des klassischen MacBook Pro tatenlos zuschauen? Bedauerlich: Es sieht danach aus. Denn trotz der handfesten Nachteile werden die Retina-Books fleißig gekauft. Dabei geht es nicht um die unverrückbare Beibehaltung eines Oldtimers. Vielmehr sollte der Hersteller versuchen, die Vorteile beider Serien miteinander zu kombinieren.

Ein SuperDrive-Laufwerk ist heutzutage entbehrlich, der schmale Körper der Retina-Modelle dagegen die richtige Entscheidung. Tauschbare Batterien, SSDs und wechselbarer Arbeitsspeicher sollten andererseits nicht unüberlegt geopfert werden. Zugegeben: Die Vereinigung dieser Anforderungen ist in der Tat eine Herausforderung. Doch Apple wäre nicht Apple, fänden sie hierfür keine Lösung.

Ergo: Ich wünsche mir im nächsten Jahr eine modulares MacBook Pro mit Retina Display. Macht mir ein Angebot, dass ich nicht ablehnen kann. Dann darf der Pate dem „BabyBook“ auch gern den Gnadenschuss verpassen.

Bildquelle (Titel): Goodbye, 2014! und Splattered red blood… von shutterstock.

Quiz: Erkennst du diese Apple-Produkte?!

Eine weiße Box mit der Aufschrift „iPhone“. Schön, aber welches iPhone ist da enthalten? Apple macht es mit seinen Verpackungen dem Kunden nicht immer einfach, den genauen Inhalt zu erkennen. Und auch die Produkte selbst unterscheiden sich nur in Kleinigkeiten von ihrem Vorgänger. Doch der Kenner sieht die Unterschiede. Bist du ein Kenner? Teste dich in unserem Bilderquiz und erkenne die 20 Produkte. Manche sind sehr leicht identifizierbar, manche extrem schwer:

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