SSD-Preise sinken rapide, doch Mac-Nutzer gehen leer aus

Sven Kaulfuss 14

SSDs (Solid-State-Drive) erreichen mittlerweile den Massenmarkt. Auch in den letzten Monaten zeigten sich rapide Preissenkungen. Problematisch: Mac-Nutzer werden zukünftig nur noch schwer oder verspätet davon profitieren können.

SSD-Preise sinken rapide, doch Mac-Nutzer gehen leer aus

Die Vorteile einer SSD liegen klar auf der Hand: Extrem schnell, robust, lautlos und auch der Stromverbrauch ist im Vergleich zu klassischen Festplatten geringer. Bei Notebooks gehören sie deswegen heutzutage schon fast zur Standardausstattung, auch normale Desktop-Rechner werden vermehrt mit SSDs ausgeliefert. Apple gilt als Vorreiter und stattet seine mobilen Rechner der MacBook-Serien fast ausnahmslos nur noch mit Flashspeicher aus. Von diesem Trend profitiert letztendlich auch der Nachrüstmarkt. Wurden im ersten Quartal 2011 gerade einmal circa 152.000 Stück verkauft, so waren es im vergleichenden Zeitraum (1. Quartal 2014) schon rund 634.000 – Zahlen laut GfK. Zuggegeben: Normale Festplatten dominieren noch immer den Markt, doch die Werte schwinden.

Preisentwicklung SSDs: 1 TB werden erschwinglich

Nicht zuletzt zeichnen die ständig sinkenden Preise mitverantwortlich für die größere Verbreitung. Besonders deutlich wird dies, wenn wir uns die Preisentwicklung einzelner Modelle betrachten. So verlor die mehr als die Hälfte ihres Ursprungspreises. Noch im Sommer letzten Jahres kostete das gute Stück mehr als 800 Euro. Aktuell erhalten wir sie für einen durchschnittlichen Preis von . Macht unterm Strich etwa 35 Cent pro Gigabyte – rekordverdächtig. In ähnlichen Preisregionen befindet sich auch das Konkurrenzmodell von Crucial. Die mit 1 TB kostet gleichfalls nur noch . Äquivalent hierzu entwickeln sich auch die Preise der Modelle mit geringerer Kapazität. Eine SSD mit 500 GB bekommt man schon heute für unter 200 Euro, für knapp 100 Euro oder auch darunter gibt’s Modelle mit 250 GB.

Doch es sind besonders die hochkapazitiven Modelle mit 1 TB die aktuell vom größten Interesse sind. Deren Preisverfall spürt der potentielle Kunde am stärksten. Noch vor wenigen Monaten waren diese für die meisten Anwender kaum erschwinglich, jetzt rücken sie in greifbare Nähe. Experten rechnen noch bis Ende des Jahres mit einem Durchschnittspreis von unter 300 Euro. Auf Basis befristeter Preisaktionen (Amazon Blitzangebote) passierte dies sogar schon in diesem Sommer.

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SSD-Preissenkungen: Mac-Anwender profitieren nicht

Doch bei aller Freude über die derzeitige Entwicklung, nicht jeder Anwender profitiert hiervon. Vorzugsweise machen sich diese Preissenkungen allein bei Standard-Laufwerken im 2,5-Zoll-Format bemerkbar. Bei Apple finden wir diese nur noch im veralteten MacBook Pro (13-Zoll-Modell), dem iMac und Mac mini. MacBook Air, MacBook Pro mit Retina Display und der neue Mac Pro in Tubusform verwenden hingegen internen Flashspeicher im PCIe-Format. Im Gegensatz zum älteren SATA-Protokoll sind diese zwar wesentlich schneller, wirklich zu kaufen gibt es sie für die Nachrüstung derzeit aber noch nicht.

Schon zuvor setzte Apple beim MacBook Air und MacBook Pro mit Retina Display auf proprietären, internen Speicher. Ältere Modelle (bis 2012) können zwar aufgerüstet werden, allerdings gibt’s hierfür gegenwärtig nur zwei Hersteller – und , wir berichteten. Die Preise sind aus diesem Grund wesentlich höher als bei bisherigen Standardlaufwerken. So muss man beispielsweise für ein Modell mit 960 GB knapp 530 Euro veranschlagen. Ein Aufpreis von mehr als 50 Prozent gegenüber 2,5-Zoll-SSDs mit 1 TB. Aufgrund des überschaubaren Mac-Marktes erreichen etwaige Preissenkungen im Bereich der Flashspeicher den Mac-Kunden somit gar nicht oder nur noch verspätet – derzeit eine unbefriedigende Situation.

Auch bei Neugeräten hält Apple kräftig die Hand auf. Wer in seinem Mac Pro den Speicher von 256GB auf 512 GB verdoppeln möchte, zahlt für ein Upgrade 300 Euro. Geradezu unverschämt teuer wird’s beim Modul mit 1 TB: 800 Euro Aufpreis! Hierfür bekäme man aktuell schon mehr als zwei Standardlaufwerke mit jeweils 1 TB – allerdings nur mit SATA III.

PCIe: Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Entspannen dürfte sich diese Situation erst in einigen Jahren – vorausgesetzt Apple und die restliche Industrie halten sich an die eigenen Standards in Bezug auf PCIe. Der wesentlich schnellere SATA-Nachfolger verdingt sich – wie schon beschrieben – in moderneren Macs und dürfte in naher Zukunft auch im iMac und Mac mini anzutreffen sein. Allerdings existieren passende Speichermodule noch nicht wirklich im Markt. Sollte sich dies ändern, so werden sie Anfangs auch wiederum zu überhöhten Preisen angeboten. Erst bei entsprechender Nachfrage werden deren Kosten sinken. Voraussetzung hierfür: Eine entsprechend hohe Verbreitung kompatibler Rechner und letztlich auch die konsequente Abkehr von SATA. Am Ende alles eine Frage der Zeit.

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