Neue Apple-Kampagne: Endlich mehr Aufmerksamkeit für den Mac?

Florian Matthey

Apple baut Smartphones, Tablets, arbeitet an autonomen Autos und will Fernsehserien produzieren. Viele Kunden meinen, dass das Unternehmen durch all diese Ablenkung sein einstiges Kerngeschäft – den Mac – stiefmütterlich behandelt. Eine neue Kampagne gibt jetzt Hoffnung.

Neue Apple-Kampagne: Endlich mehr Aufmerksamkeit für den Mac?
Bildquelle: Apple.

Apple: Steht der Mac auf dem Abstellgleis?

Das letzte MacBook-Update war überschaubar und ist schon über ein Jahr her, der Mac Pro ist seit fast fünf Jahren weitgehend unverändert und beim Mac mini wissen wir nicht, ob überhaupt noch einmal ein Update kommt. Derweil bekommt das iPhone jedes Jahr ein großes Update, und das iPad Pro bewirbt Apple mit „Was ist ein Computer?“. Was sich so verstehen lässt wie: „Computer braucht man heutzutage nicht mehr“.

Da helfen auch die immer wiederkehrenden Bekenntnisse, dass man bei Apple den Mac immer noch liebe, nicht wirklich viel. Mittlerweile erklärt sogar ein alteingesessener Mac-Entwickler, dass er Macs mit alternden Prozessoren kaum noch guten Gewissens empfehlen könne – obwohl er damit seinen eigenen Kundenstamm verkleinern würde.

Mac bekommt endlich mehr Aufmerksamkeit – durch Werbespots

Doch jetzt widmet Apple dem Mac endlich mehr Aufmerksamkeit. Zumindest Apples Werbeabteilung – was aber auch bemerkenswert ist, denn tatsächliche Mac-Kampagnen sind schon länger her. In den letzten Jahren hat sich Apple in Sachen Hardware-Werbung fast ausschließlich aufs iPhone und iPad konzentriert – bei Letzterem unter anderem mit dem iPad-Pro-Kind, das gar nicht mehr weiß, was ein Computer ist.

In den vier neuen Mac-Werbespots zeigt das Unternehmen die Menschen „hinter dem Mac“ („Behind the Mac“). Interessant ist, dass wir in dem ersten Spot, der uns auf eine kleine Weltreise mitnimmt, sogar einige ältere Macs zu sehen sind – sogar ein weißes Plastik-MacBook, das Apple schon seit 2011 nicht mehr verkauft.

Apple: Behind the Mac.

In den weiteren Spots erzählt Apple die Geschichten einzelner Menschen „hinter dem Mac“. Da ist zunächst der Programmierer Peter Kariuki, dessen App mit Rwanda dafür sorgen soll, dass Motorrad-Taxifahrer ihre Kunden sicherer ans Ziel bringen.

Apple: Behind the Mac – Peter Kariuki.

Der nächste Spot zeigt den stark sehbehinderten Fotografen Bruce Hall, dem das große Display seines MacBook Pro dabei hilft, Details seiner Aufnahmen besser erkennen zu können. Der Mac helfe ihm dabei, „die Zeit seines Lebens“ zu haben.

Apple: Behind the Mac – Bruce Hall.

Und schließlich sehen wir die Musikerin Grimes, die ihr MacBook Pro als wichtiges Studio-Equipment benutzt. Mit diesem Arbeitsgerät kann sie ohne Weiteres ihre Arbeit auf dem Fußboden erledigen

Apple: Behind the Mac – Grimes.

Mac- statt iPad-Kampagne: Folgen jetzt auch Taten?

Die Botschaft ist klar: Macs sind das ideale Arbeitswerkzeug für Kreative, die mit diesem einen Gerät tolle Dinge erschaffen können. Genau das ist die Botschaft der iPad-Werbespots der letzten Jahre gewesen; vor allem seit es das iPad Pro gibt. Für die Zukunft des Macs ist es ein gutes Zeichen, dass Apple jetzt zumindest in Sachen Marketing den Fokus ein bisschen zugunsten der ältesten Apple-Produktfamilie verschiebt.

Auf Worte müssen jetzt allerdings auch Taten in Form von neuen Produkten folgen, die auch gerade anspruchsvollere Kreative überzeugen – beispielsweise leistungsfähigere Modelle des MacBook Pro, die auch mehr als 16 GB RAM unterstützen. Viele Beobachter hatten neue Hardware zur Entwicklerkonferenz WWDC erwartet und zeigten sich daher von dem Event enttäuscht. Es bleibt zu hoffen, dass es in den nächsten Wochen so weit sein wird.

Quelle: Apple @YouTube via 9to5mac

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