Phil Schiller spricht über Mac, Kollaboration und eine bisher unbekannte Apple-Erfindung

Florian Matthey 10

Apples Marketing-Chef Phil Schiller hat sich in einem ausführlichen Interview über zahlreiche Themen geäußert – unter anderem über die Kollaborationskultur bei Apple, die ein bisher noch unbekanntes Meisterwerk der Ingenieurskunst hervorgebracht hat.

Phil Schiller spricht über Mac, Kollaboration und eine bisher unbekannte Apple-Erfindung

Mashable hatte die Ehre, Phil Schiller, Apples Senior Vice President für den Bereich Worldwide Marketing, und John Ternus, Apples Präsident für den Mac- und iPad-Hardware-Bereich zu treffen. Ausführliche Interviews mit Schiller gibt es nur recht selten – obwohl der Marketing-Chef für engagierte Auftritte auf Apples Keynotes bekannt ist.

Kollaboration macht’s möglich: Die „Speaktenna“ im MacBook

Schiller spricht in dem Interview unter anderem darüber, wie sich die Kollaborationskultur bei Apple in den letzten 20 Jahren verändert habe. Schon immer habe sich Apple um alle Bereiche – Hardware, Software, wie Programme funktionieren und in jüngerer Vergangenheit die Internet-Dienste – gekümmert. Die entsprechenden Teams hätten auch immer zusammen gearbeitet. Heute gehe die Zusammenarbeit aber so weit, dass man sich bei Apple heute Gedanken darüber mache, welche Produkte oder Komponenten gerade deshalb entstehen könnten, weil alles aus einer Hand kommt.

Als Beispiel präsentierten Schiller und Ternus eine Komponente des neuen MacBook, die bisher niemandem als etwas Besonderes aufgefallen ist: Die Lautsprecher, die sich am dickeren Ende des Gehäuses befinden. In das Lautsprecher-Gehäuse hinein hat Apple die Antennen für Wi-Fi und Bluetooth verbaut – und nennt die ganze Konstruktion intern „Speaktenna“. Der Grund für die Konstruktion sei die Tatsache, dass Lautsprecher und Antennen Platz brauchen: Lautsprecher brauchen ein Gehäuse als Resonanzkörper, Antennen brauchen etwas Abstand zu anderen Komponenten, um richtig zu funktionieren. Die Kombination beider Komponenten sei ein Faktor, der die besonders kompakte Bauweise des MacBooks ermöglichte.

speaktenna

Die enge Kollaboration geht – wie könnte es anders sein – auch auf die Rückkehr von Steve Jobs ins Unternehmen zurück. Bevor der Apple-Mitgründer Ende der 1990er Apple-CEO wurde, hätten die Industrial-Design- und Ingenieurs-Teams ganz anders zusammen gearbeitet: Das Industrial-Design-Team hätte Modelle von Produkten erstellt, die sich so nicht konstruieren ließen, so dass es immer ein Hin und Her zwischen den Teams gab. Heute arbeiteten sie eng zusammen – sie sind, so Schiller, „an der Hüfte miteinander verbunden“.

Apple Campus 2 soll Zusammenarbeit vertiefen

Für Kollaboration soll auch der neue Apple Campus 2 förderlich werden. Schon jetzt seien die Gebäude in Apples Zentrale so angeordnet, dass die Mitarbeiter aus einzelnen Teams sich häufig in einem Hof treffen. Die runde Bauweise des neuen Campus-Gebäudes, das an ein „UFO“ erinnert, mit einem noch größeren Innenhof soll solche Zusammentreffen noch häufiger werden lassen.

Schiller äußerte sich auch über die Verkaufszahlen und Marktanteile des Macs. In den letzten zwölf Monaten hat Apple über 20 Millionen Macs verkaufen können; mehr als jemals zuvor. Den Marktforschern von IDC zufolge lag Apples Marktanteil auf dem US-PC-Markt bei rund 13 Prozent. Schiller glaubt, dass diese Schätzung sehr konservativ sei: Wenn man sich in den USA umsehe – also wie viele Studenten in Hörsälen Macs benutzten oder wie viele Menschen in Flugzeugen mit Macs arbeiteten – bekomme man den Eindruck, dass jedes zweite Laptop ein Mac ist. Apple glaube daher, dass der Marktanteil sich eher der 25-Prozent-Markt annähere.

Mac-US-Marktanteil bei 25 Prozent? – Kein Interesse an „Hybrid“-Mac

Die niedrigeren Werte in den Marktforscher-Statistiken kämen dadurch zustande, dass die Einkäufe von IT-Abteilungen das Bild dessen, welche Rechner einzelne Menschen eigentlich im Alltag nutzten, verfälschten – gemeint ist offenbar ein deutlich höherer Anteil auf dem Verbraucher-Markt. Wichtig sei für Apple aber vor allem das Momentum: Den meisten PC-Herstellern ginge es nicht sehr gut, während Apple weiter wachse.

Wäre ein Wachstum aber nicht vielleicht auch mit einem „Hybrid“-Gerät zwischen Mac und iPad möglich – ähnlich wie das Surface Book von Microsoft? Ohne das Gerät beim Namen zu nennen zeigt sich Schiller skeptisch über solche Produkte: Es gebe heute alles mögliche an Angeboten; manche versuchten, neue Märkte zu schaffen. Nach allen Daten, die er kenne, so Schiller, sei der Markt aber noch unglaublich klein und eine Nische. Ob sich das ändern wird, werde die Zeit zeigen.

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