@Apple: Ich wünsche mir ein MacBook Duo Dock (Kommentar)

Sven Kaulfuss 8

Die Grundidee eines reduzierten Subnotebooks ist für Apple nicht neu, schon vor über 20 Jahren gab es einen ähnlich revolutionären Rechner – das PowerBook Duo, Urahn des neuen MacBooks und leuchtendes Beispiel für die gegenwärtig gerügte Schnittstellenarmut.

@Apple: Ich wünsche mir ein MacBook Duo Dock (Kommentar)

Das neue MacBook polarisiert mit seinem radikalen Konzept. Als einzige kabelgebundene Datenverbindung steht allein ein USB-C-Anschluss zur Verfügung. Dieser wird gleichzeitig auch zur Stromversorgung genutzt. Zwar präsentierte Apple schon eine Reihe von Adaptern, doch trotzdem vermisse ich nach längerer Überlegung die Konsequenz seitens Apples.

USB 3.1 Typ C ist ähnlich universell wie Thunderbolt, wenngleich es nicht dessen Geschwindigkeit erreicht. So verbaut Apple im neuen MacBook nur die erste Generation mit einer Datenrate von maximal 5 Gbps (angedacht sind ursprünglich 10 Gbps, wie bei der ersten Generation von Thunderbolt). Die Schnittstelle versteht sich auf die Adaptierung verschiedenster Anschlussmöglichkeiten – DisplayPort, HDMI, VGA, Ethernet… In den nächsten Wochen werden wir zu den bereits vorgestellten Adaptern noch Hub-Lösungen sehen. Schön und gut, aber warum bietet Apple nicht selbst etwas Derartiges an – sowohl technisch als auch optisch dem neuen MacBook angemessen?

PowerBook Duo: Urtyp des Apple-Subnotebooks

Ein Blick in die eigenen Geschichtsbücher wäre hilfreich gewesen. 1992 präsentierte man mit dem PowerBook Duo 210 den ersten Rechner einer eigenen Subnotebook-Serie. Am Notebook selbst fand sich nur ein serieller Anschluss (optional noch ein zweiter für ein Modem). Das PowerBook Duo war dafür für seine Zeit äußert schlank gestaltet – ein Supermodel im Vergleich zu den „Backsteinen“ der Konkurrenz. Perfekt für den mobilen Einsatz, bei dem die Schnittstellenarmut nicht weiter ins Gewicht fiel. Wer dennoch weitere Peripherie anschließen wollte, für den hielt Apple eigene ganze Armada von Dock-Lösungen bereit. Neben dem Micro- und Mini-Dock wusste vor allem das Duo Dock zu überzeugen. Das PowerBook Duo wurde in dieses kurzerhand eingeschoben und verwandelte sich so zum vollwertigen Desktop-Rechner. Neben der Netzversorgung und weiteren Anschlüssen beinhaltete das Dock noch ein Diskettenlaufwerk, die Option auf eine FPU (Fließkommaeinheit für den Prozessor, ergo, ein Co-Prozessor) und Erweiterungsteckplätze.

Abseits der technischen Gimmicks wusste Apple das Duo Dock auch stilsicher in Szene zu setzen, so fuhr das PowerBook Duo beispielsweise motorbetrieben aus dem Dock – einer dieser typischen Wow-Effekte bei Apple-Produkten.

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Wunschvorstellung: Ein „Duo Dock“ fürs MacBook

Kurzum: Es wäre von Apple nur konsequent, sich dieser alten Idee zu bedienen und eine ähnliche Lösung für das neue MacBook zu präsentieren – optisch und technisch angelehnt am Apple-Standard. Ich möchte ungern eines dieser externen, chinesischen USB-C-Hubs aus Plastik an mein neues MacBook anschließen müssen. Schon allein die Vorstellung des Kabelsalats entwertet den optischen Anspruch des MacBooks. Derweil, es wird wohl eine Wunschvorstellung bleiben – leider. Am ehesten werden die Jungs aus Cupertino wohl noch ein USB-C-Modell des Thunderbolt-Displays in Erwägung ziehen. Betriebswirtschaftlich aus Margensicht vielleicht verständlich, dennoch wiederum unflexibel.

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