MacBook 2016: War das schon alles? 5 Thesen für Apples Notebook-Zukunft

Sven Kaulfuss 26

Heimlich, still und leise veröffentlichte Apple am gestrigen Dienstag ein kleines Update fürs MacBook in 12 Zoll. Der große Aha-Effekt bleibt aber aus, noch bescheidener ging der Hersteller gar beim MacBook Air zugange. War das schon alles?

Große Ankündigungen erwarten uns wahrscheinlich erst bei den diesjährigen Apple-Keynotes. Alle Termine und mögliche Produktvorstellungen in unserem Video:

Apple Events 2016.

Die Erwartungshaltung an Apple ist anhaltend hoch. Vom Branchenprimus erwarten die Fans, die Presse und auch die Börse stets Revolutionen. Mittlerweile sollte man jedoch gelernt haben: Derartige große Schritte gelingen nur alle paar Jubeljahre und schon gar nicht quartalsweise. Und doch schwebt immer die leise Hoffnung nach dem berühmt berüchtigten „One more thing…“ mit. So wohl auch derzeit bei Apples MacBook-Strategie.

macbook_farben

Noch im letzten Jahr war das neue MacBook in 12 Zoll der große Stern am Frühjahrshimmel in Apples Produktkalender. Angekündigt auf einem Special Event im März 2015 und so radikal zugeschnitten, dass es heftige Diskussionen gab. Immerhin sparte sich Apple bis auf den Klinkenstecker und einem einzigen USC-C-Anschluss sämtliche, kabelgebundenen Zugänge. Ein Jahr später ist das MacBook mit dem Retina Display in 12 Zoll noch immer ein „Exot“, da der einzige Mac mit USB 3.1 Typ-C. Im Gegensatz zur letztjährigen Vorstellung nimmt sich das aktuelle Update sehr bescheiden – eine lapidare Pressemitteilung und nicht mehr gibt’s vom Kulthersteller.

Neue MacBooks mit 150 Euro Sofortrabatt und kostenlosem Office 365*

Das MacBook bekommt neue Prozessoren (Skylake-Generation), schnellere SSDs, eine bessere Akku-Leistung und eine zusätzliche, neue Farbe – Roségold. Der Preis bleibt bestehen – immerhin. Soweit, so erwartungsgemäß.

MacBook – Quo vadis? Offene Fragen…

Do wo bleibt der sichtbare Effekt des MacBooks auf die bestehenden Serien des MacBook Pro und das MacBook Airs? Wann integriert Apple neue Technologien wie beispielsweise Thunderbolt 3? Wann und ob überhaupt wird’s MacBooks mit ARM-Architektur statt Intel-CPUs geben? Fragen über Fragen. Und Apples Antworten darauf?

Die fallen aktuell sehr mau aus. Dem MacBook Air spendierte man beispielsweise als einzige Neuerung beim 13-Zoll-Modell jetzt generell 8GB RAM (zuvor gab es teilweise noch Modelle mit 4GB) – nicht mehr als eine Fußnote in Apples Pressemitteilung. Von einem „Update“ mag man da lieber nicht sprechen. Noch immer fehlt dem MacBook Air somit unter anderem auch das Force Touch-Trackpad der übrigen Familien-Mitglieder, ganz zu schweigen vom bereits erwähnten und nicht vorhandenen USB-C-Anschluss.

Noch ohne Update verbleibt aktuell das MacBook Pro mit Retina Display. Ergo: Alle Hoffnungen auf echte Neuerungen ruhen deshalb jetzt auf Apples mobiles Arbeitspferd.

5 Thesen für die Zukunft des MacBooks

Ist diese Hoffnung gerechtfertigt, was plant Apple für die mobile Zukunft? Wie schaut Apples Strategie aus? Hierzu möchte ich folgend ein Sammlung von einigen Thesen vorstellen – wie immer ohne Gewähr, gerne aber als Anstoß für eine lebhafte Diskussion.

1. Das MacBook Air kommt aufs Abstellgleis

macbook_air_zeit

Auch wenn das MacBook Air als derzeit günstigster Mobilrechner im Apple-Produktportfolio noch seine Berechtigung hat, eine Zukunft hat der Luftikus schon lange nicht mehr. An dessen Stelle tritt langfristig das (leichtere) MacBook in 12 Zoll. Echte Updates fürs MacBook Air gibt’s deswegen nicht mehr. Es darf sich zum letzten MacBook Pro mit SuperDrive (13 Zoll) hinzugesellen – den gibt’s auch schon seit 2012 unverändert als „Zombie“ im Programm. Warum eigentlich? Auf lange Sicht nimmt Apple das Air dann natürlich komplett raus.

2. Das MacBook (12 Zoll) bekommt mindestens ein „Brüderchen“

Eigentlich der nächste logische Schritt: Man baut das MacBook zur Familie aus und erweitert das Programm um mindestens ein Modell mit einem größeren Bildschirm (15 Zoll). Ob auch ein noch kleineres Modell als 12 Zoll vorstellbar ist? Käme drauf an, wie die Verkaufszahlen des 11-Zoll Airs ausschauen. Ich vermute allerdings, dass die Nische mittlerweile zu klein ausfällt.

3. Thunderbolt 3 zunächst nur fürs MacBook Pro

thunderbolt_2_neu

Thunderbolt 3 ist nicht nur doppelt so schnell (40 Gbps) als Thunderbolt 2, sondern setzt auch noch auf einen neuen Anschlusstyp – Typ-C. Dieser entspricht exakt USB 3.1, gleichfalls wird der neue USB-Standard in Thunderbolt 3 integriert. Sehr praktisch, spart man sich doch somit die bisherige Zweiteilung in USB- und Thunderpolt-Ports. Beim jetzigen MacBook-Update hat Apple allerdings darauf verzichtet. Da liegt es nahe, dass zunächst allein nur kommende Versionen des MacBook Pros Thunderbolt 3 erhalten werden. Das MacBook selbst erst später oder vielleicht auch gar nicht – geschuldet der besseren Modellabgrenzung. Vielleicht schon zur WWDC im Juni gibt’s diesbezüglich Aufklärung von Apple.

4. ARM hat (noch) keine Zukunft

arm

Immer wieder wird über einen zukünftigen Prozessorschwenk Apples spekuliert. Die Macs könnten demnach auf Intel-Prozessoren verzichten und in Zukunft die hauseigene ARM-Architektur der iPhone- und iPad-Chips verwenden. Meint: Ein genereller Prozessor-Wechsel wie damals 2005/2006 stünde ins Haus. Ist dies realistisch? Wenngleich beispielsweise der Apple A9 den kleinen, mobilen Intel-Prozessoren schon sehr nahe kommt, und in Apples Laboren sicherlich auch schon OS X auf ARM versuchsweise läuft, so dürfte es dennoch noch zu früh hierfür sein. Immerhin hat Apple wesentlich leistungsfähigere Macs im Angebot. Eine langfristigste Doppelstrategie (Macs mit Intel- UND ARM-Architektur) möchte Apple im Hinblick auf die Übersicht in der Entwicklergemeinde sicherlich vermeiden. Wenn Apple umsteigt, dann komplett. Doch dies wird noch dauern.

5. Und nein: Von Apple gibt’s keine matten Displays, kein 17-Zoll-MacBook…

macbook_17

Ihr vermisst die matten Displays vom MacBook Pro? Keine Chance, wird’s nie wieder geben. Selbiges gilt für ein etwaiges, aufgewärmtes 17-Zoll-Modell (nicht mehr zeitgemäß, aktuelle 15-Zoll-Generation hat bereits höhere Auflösung). Auch können wir uns wohl von wechselbarem Speicher komplett verabschieden. Allem Anschein nach hat die aktuelle Käufergeneration alle diese Merkmale, die in den letzten Jahren Einzug hielten, längst akzeptiert. Für Apple existiert daher kein Grund diese Strategie mehr zu ändern. Rien ne va plus.

Quiz: Bist du ein Mac-Kenner?

Welche Beinamen trug OS X? Und welcher Meilenstein der Computerindustrie war von Apple? Wie gut du dich rund um die Apple-Computer auskennst, kannst du in diesem Quiz testen. 20 Fragen zu MacBook, iMac, macOS & Co:

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung