MacBook: Hands-on – Retina-Display, Trackpad, Preis

Ben Miller 33

MacBook: Retina-Display

Das Retina-Display des neuen MacBook ist ein Eyecatcher. Mit seinen 226 Pixel pro Zoll ist es zwar nicht so scharf wie das eines iPhone 6. Aber es handelt sich ja um ein Notebook-Display. Das hält man nicht direkt vor die Nase. Dementsprechend sorgen 226 PPI auf eine normale Distanz für eine gestochen scharfe Darstellung von Text und Fotos.

Zum Vergleich: das MacBook Pro mit Retina Display 15“ hat eine Pixeldichte von 220 PPI und das iPad Air 2 264 PPI.

Wie es mit der Helligkeit des MacBook-Displays bestellt ist, ließ sich im sehr gut belichteten Demo-Bereich und ohne Vergleichswerte nicht wirklich abschätzen.

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Die Geschichte des MacBook: 10 Jahre Innovation (Überblick)

MacBook: das neue Trackpad

Apples Notebooks waren seit jeher bekannt für ihre ausgezeichneten Trackpads.

Ein mechanisches Trackpad, wie beispielsweise in den MacBook Airs, hätte in dem Gehäuse des MacBook keinen Platz.

Dementsprechend musste für das neue MacBook ein neues Trackpad entwickelt werden, das nicht mehr mechanisch ist. Dafür wartet es mit Funktionen auf, die wir von der Apple Watch kennen.

Taptic Engine und Force Touch

Apple hat das neue Trackpad des MacBook mit einer Taptic Engine und Force Touch ausgestattet.

Es „klickt“ zwar nicht mehr. Dank Taptic Engine bekommt man aber dennoch haptisches Feedback, das sich exakt genau so anfühlt, wie das Klicken des Trackpads eines MacBook Air oder MacBook Pro. Das bekannte Klick-Geräusch fällt aber weg.

Ich arbeite seit Jahren täglich mit dem Trackpad meines MacBook Pro und war vom Trackpad des MacBook positiv überrascht.

Das neue Force Touch erkennt wie fest man auf das Trackpad drückt und kann dementsprechend darauf reagieren. Je fester man drückt, desto schneller kann beispielsweise der Quicktime-Player ein Video vorspulen. Auch kann man überall auf dem Trackpad einen Rechtsklick ausführen, in dem man einfach kurz etwas fester drauf tippt.

Bis zu 6 Druckstufen erkennt das Trackpad laut Apple. Richtig interessant wird es aber erst, wenn Entwickler die APIs der Taptic Engine und von Force Touch in ihren Mac-Apps nutzen. Da werden wir noch viele tolle Funktionen sehen.

MacBook: Tastatur

Neben dem Retina-Display und dem neuen Trackpad ist die ebenfalls neu entwickelte Tastatur das dritte große Feature des MacBooks.

Ein reguläre Chiclet-Tastatur, wie sie im MacBook Air verbaut wird, wäre zu dick für das neue MacBook. Apple musste also auch eine neue Tasten-Mechanik entwickeln.

Bei allen bisherigen Slimline-Tastaturen von Apple kommt eine sogenannte Scherenmechanik zum Einsatz. Diese Switch-Art macht die Tasten leider etwas wackelig an den Tasten-Ecken. Manche beschreiben das Tippgefühl bei solchen Notebook-Tastaturen auch als etwas „schwammig“, zumindest im Vergleich zu großen PC-Tastaturen.

Bei der neuen Tastatur des MacBooks bleibt aufgrund des allgemein niedrigen Gehäuses nicht viel Raum für den Tastenhub, also die Distanz, die eine Taste beim Drücken zurücklegt. Der Druckpunkt spielt bei so einer dünnen Tastatur auch eine sehr wichtige Rolle.

So weit ich das nach der kurzen Zeit, in der ich die Tastatur ausprobieren konnte, beurteilen kann, schreibt es sich, als langjähriger Nutzer von Slimline-Tastaturen, sehr gut auf der neuen MacBook-Tastatur. Die einzelnen Tasten wackeln nicht so stark wie bei einem MacBook Pro, sind steifer und robuster. Genauer lässt sich dies aber erst beurteilen, wenn man mal etwas länger mit dem neuen MacBook gearbeitet hat.

MacBook – Preis-Leistungs-Verhältnis

MacBook oder MacBook Pro?

Das günstige wird mit zu Buche schlagen. Für den Preis bekommt man aber auch schon ein . Letzteres hat einem deutlich leistungsstärkeren Prozessor, einen besseren Grafikchip, ein größeres Display mit höherer Auflösung und Pixeldichte, eine längere Akkulaufzeit, alle nötigen Anschlüsse, eine Facetime HD Kamera und einen SDXC-Kartensteckplatz.

Warum sollte man sich also gegen ein MacBook Pro und für das MacBook entscheiden? Nun, das MacBook ist mehr als ein halbes Kilo (660 Gramm um genau zu sein) leichter, deutlich dünner und allgemein kompakter. Genau das ist das Killer-Feature des neuen MacBook. MacBook und MacBook Pro sind zwei unterschiedliche Geräte-Klassen für unterschiedliche Einsatzgebiete.

Viel interessanter ist die Frage: MacBook Air oder MacBook?

Für den Preis des günstigsten MacBooks bietet Apple auch ein BTO-Modell des an. Es hat einen etwas besseren Prozessor (Core i5 mit 1,6-2,7 GHz), einen etwas besseren Grafikchip und eine etwas bessere Akkulaufzeit. Es besitzt aber kein Retina-Display und wiegt auch fast ein halbes Kilo (430 Gramm) mehr als ein MacBook.

Mittelfristig wird das neue MacBook das in die Jahre gekommene, wenn auch stetig aktualisierte, MacBook Air ablösen.

Es ist zwar noch etwas teuer, da es die erste Produktgeneration ist und dementsprechend relativ hohe Kosten für Forschung und Entwicklung zu tragen hat. Aber für den Preis bekommt man ein atemberaubend dünnes und leichtes Apple Notebook. Spätestens bei der zweiten Generation dürfte Apple den Preis etwas senken.

Das neue MacBook empfiehlt sich Nutzern, die sehr viel unterwegs sind und primär Office-Dokumente bearbeiten, E-Mails versenden und im Web surfen.

Apple MacBook im Apple Store*

Mit dem MacBook in die Zukunft

Der erste Gedanke, der mir im Event-Saal durch den Kopf geschossen ist, als Apple-CEO Tim Cook das MacBook anteaserte: Kommt jetzt der erste ARM-Mac?

Dass Apple seine ARM-Chips, die derzeit iPhones, iPads und Apple TVs befeuern, auch in seine Macs verbauen will, hörte ich erstmals 2010 von einem damaligen Apple-Mitarbeiter am Rande der WWDC.

Bekanntlich werkelt im MacBook ein Intel Core M-Prozessor. Es hätte aber auch ein Apple „A9X“ sein können. Ich bin davon überzeugt, dass Apple heute bereits ein MacBook mit ARM-SoC in seinem Black Lab testet.

An die Top-Prozessoren der Core M-Reihe kommt Apples bisher leistungsfähigster ARM-Prozessor, der A8X des iPad Air 2, zwar noch nicht heran. Gegen kleinere Core-M-Prozessoren kann sich ein A8X aber bereits in einigen Belangen behaupten, wie wir hier im Benchmark-Vergleich seien.

Pi mal Daumen sind die aktuellen Core-M-Prozessoren nur rund dreimal schneller als der A8X, verbrauchen aber mit 4,5 Watt TDP rund doppelt so viel Strom.

Wenn wir uns ansehen, wie Apple die Leistung seiner ARM-SoCs in den letzten Jahren steigern konnte, scheint es durchaus möglich, dass der dieses Jahr kommende Apple A9X einige aktuelle Intel Core-M-Prozessoren hinter sich lassen könnte.

Vielleicht dauert es noch zwei MacBook-Generationen, vielleicht passiert es auch schon nächstes Jahr, aber meiner Meinung nach müssen wir nicht mehr lange auf ein MacBook mit Apple-SoC warten.

Quiz: Bist du ein Mac-Kenner?

Welche Beinamen trug OS X? Und welcher Meilenstein der Computerindustrie war von Apple? Wie gut du dich rund um die Apple-Computer auskennst, kannst du in diesem Quiz testen. 20 Fragen zu MacBook, iMac, macOS & Co:

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