NSA: Apple veröffentlicht Statement, streitet Kooperationsvorwürfe ab

Thomas Konrad 7

Eine Software zur Nutzer-Überwachung gelange womöglich mit Apples Hilfe auf verdächtige iOS-Geräte, konnte man gestern lesen. In einem Statement streitet der kalifornische Hersteller nun jegliche Zusammenarbeit ab.

Die Software könne die NSA angeblich unbemerkt auf jedem iPhone installieren und damit Daten auslesen: eine Meldung, die iPhone-Anwender die letzten Tage übr verunsicherte. Seit 2008 besteht laut eines internen Dokuments der NSA ein entsprechendes Abhör-Programm mit Namen DROPOUTJEEP.

Möglich sei die Spionage entweder durch eine Software-Sicherheitslücke oder die Zusammenarbeit mit dem Hersteller, vermutete John Applebaum  auf dem 30. Chaos Communication Congress. Dies dementiert Apple nun in einem Statement, das All Things Digital vorliegt: Nie habe man mit der NSA zusammengearbeitet, um eine Hintertür in die eigenen Produkte einzubauen. Das iPhone sei dabei keine Ausnahme.

In Cupertino habe man von der NSA-Software nichts gewusst, heißt es darin ferner. Die Sicherheit des Anwenders und der Schutz der Privatsphäre lägen dem Unternehmen sehr am Herzen. Kunden hätten es auf Apples Plafform leicht, Software auf dem aktuellsten Stand zu halten. In puncto Sicherheit sieht sich Apple als Marktführer. Weiterhin werde man die zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um bösartigen Hackern einen Schritt voraus zu sein und die Kunden vor Angriffen auf ihre Sicherheit zu schützen.

Hier das gesamte Statement in englischer Sprache:

Apple has never worked with the NSA to create a backdoor in any of our products, including iPhone. Additionally, we have been unaware of this alleged NSA program targeting our products. We care deeply about our customers‘ privacy and security. Our team is continuously working to make our products even more secure, and we make it easy for customers to keep their software up to date with the latest advancements. Whenever we hear about attempts to undermine Apple’s industry-leading security, we thoroughly investigate and take appropriate steps to protect our customers. We will continue to use our resources to stay ahead of malicious hackers and defend our customers from security attacks, regardless of who’s behind them.

(Quelle: All Things Digital)

Hintergrund

Auf 100 Prozent der anvisierten iOS-Geräte habe man laut NSA die eigene Abhör-Software installieren können - und das, obwohl  dafür offenbar ein direkter Zugriff auf die Hardware nötig war. Erst spätere Versionen der Software waren für den Zugriff aus der Ferne vorgesehen, heißt es in dem Dokument aus dem Jahr 2008. Wie viele iPhone-Anwender tatsächlich betroffen sind, ist unklar.

Der Spiegel erklärte bereits im September, dass ein direkter Zugriff auf ein iPhone auch mithilfe eines infiltrierten Computers möglich ist, sobald das iPhone damit synchronisiert wird. Das Magazin hatte Einsicht in entsprechende NSA-Unterlagen erlangt. 38 Funtkionen des Geräts könne die NSA so kontrollieren.

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