Virenschutz beim iPad - wichtig oder unsinnig?

Marco Kratzenberg 2

Viren und Trojaner werden heute programmiert, um damit Geld zu verdienen. Das geht vom Spam, über Datendiebstahl bis zur Erpressung. Brauchen wir also einen Virenschutz beim iPad, wenn wir damit z.B. Banking machen?

Je mehr Menschen ein Betriebssystem nutzen, desto lukrativer ist der Markt für Hacker und Virenprogrammierer. Windows ist ein Riesenmarkt. Die Zahl der Mac-User verschwindet dagegen. Aber beim iPad sieht das wieder anders aus. Die ganze Welt interessiert sich dafür, surft damit im Netz und erledigt sogar Bankgeschäfte damit. Müssen wir uns also einen iPad Virenschutz besorgen?

Virenschutz fürs iPad - was soll der bekämpfen?

Was nicht wenige User als furchtbar empfinden, ist für die anderen ein Segen. Das iPad bzw. das Betriebssystem iOS ist dermaßen abgekapselt, dass Apps darauf keinen Zugriff nehmen können. Deshalb lassen sich auch keine Viren und Trojaner einschleusen. Und bei den Apps ist es das Gleiche. Jede einzelne von ihnen wird im Normalfall von Apple manuell untersucht. Dabei werden alle möglichen Aktionen und Funktionen durchgespielt und wenn auch nur der geringste Verdacht besteht, dass eine Apps unberechtigt aufs Dateisystem oder Systemfunktionen zugreifen will, dann wird sie nicht zugelassen.

Das hindert allerdings die App-Hersteller nicht daran, hier ebenfalls einen Markt zu wittern. Für ein paar Euro mehr versprechen sie uns, das iPad vor der einzigen bösen App zu schützen, die es jemals in den App-Store geschafft hat. Und natürlich auch vor allen die da kommen mögen.

Eine Erklärung, was das für Bedrohungen sein sollen, bleiben uns die Hersteller schuldig. Ein Browser verspricht das automatische Sperren bösartiger Websites - damit diese keine bösartigen Dateien an uns versenden können. Doch was, bitteschön, sollen die auf einem iPad anrichten? Viren für Windows-Browser interessieren hier nicht und irgendwelche Trojaner installiert das System weder, noch führt es sie aus. Da es dort auch kein echtes Multitasking gibt, kann so ein Virus nicht gleichzeitig mit der Banking-App laufen und Daten versenden.

Auf einem normalen iPad sind wir also sicher und können uns dort den speziellen iPad Virenschutz sparen. Doch es gibt ja noch die „dunkle Seite“…

Virenschutz auf dem iPad mit Jailbreak - unbedingt!

Wie oben bereits erwähnt, gibt es eben noch die Gruppe der iPad-User, die gerne mehr Kontrolle und bessere Features haben will. Dafür nehmen sie in kauf, dass die Sicherheitszügel etwas gelockert werden müssen. Schließlich soll das iPad auch Apps aus anderen Quellen installieren und uns Zugriff auf blockierte Funktionen geben. Da müssen Mauern eingerissen werden.

Doch damit sind wir beim Punkt: Das iPad mit Jailbreak ist Hackers Liebling. Es gibt keinerlei strenge, zentrale Kontrolle für Apps und die Anwender können sie sich bei verschiedenen Quellen holen. Da ist es für jeden Programmierer mit krimineller Energie ein Kinderspiel, den Saugern Trojaner unterzujubeln. Ohne iPad Virenschutz sieht es da ganz böse aus. Doch dessen Qualität hängt immer davon ab, wie große die unterstützende Community ist. Das wiederum wird durch verschiedene Faktoren erschwert. Nur ein kleiner Teil der iPad-User nutzt einen Jailbreak. Noch weniger erkennen eine virenverseuchte App oder können sie irgendwo einsenden. Es gibt außerdem keine berechenbare Angriffsmethode. Apps können durch die Löcher der Betriebssystemmauer eindringen, die extra durch den Jailbreak geschaffen wurden. Ein Schließen der Mauer käme der Beseitigung des Jailbreaks gleich. Bei allen Vorteilen die Jailbreak-Nutzer haben, stecken sie trotzdem in einer Grube fest, die sie sich selbst gegraben haben. Und daran wird auch ein iPad Virenschutz nur wenig ändern.

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