Musiknews: Jan Delay zahlt Heino 20.000 Euro wegen "Nazi"-Aussage

Peer Göbel 3

Nach seinem „Nazi“-Ausrutscher hat Jan Delay nun 20.000 Euro Schmerzensgeld an Heino überwiesen. Die Strafanzeige gegen Delay will der Schlagersänger jedoch nicht zurückziehen.

Musiknews: Jan Delay zahlt Heino 20.000 Euro wegen "Nazi"-Aussage

Wie die Bild heute berichtet, hat Jan Delay das geforderte Schmerzensgeld von 20.000 Euro plus Anwaltskosten an Heino überwiesen. Damit ist der Fall aber noch nicht beendet - die Strafanzeige läuft weiter: „Ich habe in meinem Leben viele Beschimpfungen erdulden müssen, aber irgendwo hört es auf“, begründete Heino das gegenüber der Boulevardzeitung. Es geht um den Verdacht der Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung.

Im Interview mit der österreichischen „DiePresse.com“ hatte Jan Delay Ende April auf die Frage nach der Coverversion von Heino geantwortet: „Alle sagten plötzlich: Ist doch lustig, ist doch Heino. Nee, das ist ein Nazi. Das vergessen die meisten Leute, wenn die Leute über Heino reden. Der Typ hat in Südafrika während der Apartheid im Sun City gesungen. Und sein Repertoire: „Schwarzbraun ist die Haselnuß“, Soldatenlieder… Es ist schrecklich, wenn so jemand einen Song von dir singt.“

Heino reagierte damals in seinem Hausblatt Bild und kündigte rechtliche Schritte an: „Ich bin in meinem Leben ja schon viel beschimpft und beleidigt worden, aber was sich dieser Herr herausnimmt, ist eine Unverschämtheit.“ Die Bild untermauerte seinen Standpunkt u.a. mit einem deutlich kolonial konnotierten Bild, das Heino mit zwei barbusigen Afrikanerinnen zeigte, sowie einem Foto von einem Auftritt in Südafrika 2005, das ältere weiße Damen und Herren im Publikum zeigte.

Bei der ZDF-Talkshow „aspekte“ räumte Delay am 28.4. ein, „verbal übers Ziel hinausgeschossen“ zu sein, und bedauerte, die „Nazi“-Äußerung getroffen zu haben.

Auch Heino äußerte sich in der ZDF-Sendung, zu dem Vorwurf der Apartheits-Unterstützung: „Ich bin kein Politiker. Als Politiker hätte ich das vielleicht aus einem anderem Blickwinkel gesehen, aber da ich Sänger bin, bin ich da hingegangen, wo man mich mag, wo ich singen kann“.

Heino zieht sich also darauf zurück, als Künstler „unpolitisch“ zu sein. Aber wie bei jeder Person des öffentlichen Lebens hat sein Verhalten eine Außenwirkung. Touren durch einen rassistischen Unterdrückungsstaat, die Aufnahme des Deutschlandliedes mit allen Strophen sowie revisionistischer Soldatenlieder ergeben in der Summe eben ein bestimmtes Bild, das Jan Delay unprofessionell zusammengefasst hat.

via laut.de

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung