"Ich hab Burn-out": Kontroverse um Satire-Song von Johann König (mit Video)

Peer Göbel 8

Geschmacklos oder witzig? Nach Johann Königs Auftritt bei TV Total kochen die Emotionen hoch. Sein Lied „Ich hab Burn-out“ thematisiert die neue Volkskrankheit und sorgt für Lacher einerseits, für Proteste andererseits.

"Ich hab Burn-out": Kontroverse um Satire-Song von Johann König (mit Video)

Auf der Facebook-Seite von Comedian Johann König und auf Youtube ist die Diskussion in vollem Gange: Ein Teil der Kommentare verurteilt den Burnout-Song als „taktlos“ bis zu „dir wünsch ich das größte Unglück, damit du’s mal verstehst“. Die Verteidiger dagegen berufen sich auf die Qualität von Satire, ein Thema unverkrampft auf die Agenda zu setzen: „Ihr habt keinen Humor“. Aber worum geht es überhaupt?

„Ich hab Burn-out, la-la-la-la-la-la“, singt Johann König. Der Comedian spielt hier mit den Vorurteilen gegenüber der neuen „Volkskrankheit“ und suggeriert, Burnout-Betroffene seien oft nur Simulanten, die ein bisschen gestresst von der Arbeit sind und ihre Freizeit genießen. In der zweiten Strophe heißt es: „Seit ich weiß, es ist Burn-out / geht es mir schon viel besser (…) das ist wirklich toll / ich lasse mich bedienen / und krümel alles voll“.

Dabei schildert König tatsächlich Symptome von Depressions-Krankheiten, wie Antriebslosigkeit und das Unvermögen, sich zu entscheiden: „Schon am Morgen hab ich Not, denn ich kann mich nicht entscheiden / Nehm ich Brötchen oder Brot, ich kann beides nicht leiden“. Und später heißt es im Refrain: „Mit Burn-out ist nicht zu spaßen“.

Das Lied selbst ist Anfang Februar , Johann König hat den Song aber schon seit längerer Zeit im Repertoire. Auch bei der Gala zum 20-jährigen Bestehen des Quatsch Comedy Clubs gab er es am 9.2.2012 zum Besten:

Dass die Diagnose „Burnout“ trotz ihrer Verbreitung immer noch nicht klar definiert ist, kommt der Satire und dem Spott natürlich entgegen. Dass Depressions-Erkrankungen, egal ob man sie „Erschöpfung“ oder „Burn-out“ nennt, oft mit der Arbeitswelt zu tun haben und ernstzunehmen sind, zeigen aber zahllose Fälle wie Robert Enke oder Babak Rafati. Ohne Zweifel ist Burnout ein emotionales Thema, und gerade Satire kann es leisten, eine Diskussion anzustoßen. Ob die Grenze angesichts der Realität überschritten ist, liegt im Auge des Betrachters.

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