Unendliche Weiten: Das Sci-Fi-Genre zieht sich als Innovator wie ein roter Faden durch die Filmgeschichte und sorgte für so manche wegbeamende Alternativ-Realität. Als Verneigung vor dem Genre hier 13 Science-Fiction-Filme, die man gesehen haben sollte - einige Meilensteine und ein paar Empfehlungen.

Science Fiction entstand ja ungefähr gleichzeitig mit der Film-Technologie - nicht zufällig fiel der Fortschritt der Wissenschaft und Medien mit der Begeisterung für Technik und dem Interesse für das Weltall zusammen. Und spätestens mit CGI sorgt das Medium Film für den „realistischen“ Entwurf von vorstellbaren Welten und Zukunfts-Entwürfen, die nirgendwo so plausibel gemacht werden konnten wie auf der Leinwand.

Science-Fiction-Filme und ihre Vergänglichkeit

Das Problem mit der Zukunft ist ja immer, dass sie im Film schon nach wenigen Jahren meist nach der Vergangenheit aussieht. Oder die Musik aus Science-Fiction-Filmen natürlich nie das Ziel erreichen kann, wirklich neue Klänge zu erschaffen (und deswegen heutzutage meist auf orchestrale Scores im Stil des 19. Jahrhunderts zurückgreift). Nur wenige Sci-Fi-Filme schaffen es, auch einige Jahre nach ihrer Erstellung noch „zeitgemäß“ zu wirken, und auch das ist natürlich ein heutiges Urteil - in zehn Jahren kann das schon wieder ganz anders aussehen.

Eine Top-Liste von 10 11 12 13 Science-Fiction-Filmen anzulegen, ist natürlich eine irrsinnige Beschränkung - zu groß die Auswahl aus den Jahrzehnten und aus der Filmgeschichte. Daher hier eine Art persönliche Top 13 als Einführung ins Genre (ja ich weiß, einige Klassiker fehlen) - gute Sci-Fi-Filme aus der mittel-jungen Vergangenheit, Must-Sees allesamt.

13 Science Fiction Filme, die man gesehen haben sollte

1. Star Wars

Gleich mal als erstes und gesammelt als ein Punkt: Wer Star Wars nicht gesehen hat, kann bei Science-Fiction-Filmen im Grunde nicht mitreden. Was ursprünglich kein Filmstudio finanzieren wollte, George Lucas‘ versponnene Idee, Ende der 70er eine „Space Opera“, eine Art Märchensaga im Weltraum zu drehen, entwickelte sich zu einem der größten Franchises unserer Zeit. Star Wars begeisterte Milliarden Menschen, ließ sie mitfiebern, wegträumen, andere Welten vorstellen, streiten und für sich ihre Konflikte herauslesen.

Die ursprüngliche Trilogie gilt als Meilenstein des Genres, die drei Filme erschufen von 1977 bis 1983 eine Tricktechnik, bei der auch nachfolgende Special Effects teilweise blass aussahen. Die erst 16 Jahre später produzierten Prequel-Episoden I-III sind unter alten Fans umstritten, richteten sich offenbar an ein jüngeres Publikum und setzten auf CGI-Effekte anstelle von Handlung und Atmosphäre - lassen sich teilweise trotzdem gut ansehen. Und bei den kommenden Fortsetzungen von J.J. Abrams weiß man als Fan nicht genau, ob man sich freuen oder fürchten soll - über Star Wars 7, der im Dezember 2015 in die Kinos kommen soll, wird auf jeden Fall heiß diskutiert werden.

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2. District 9

2009 debütierte ein dreißigjähriger südafrikanischer Regisseur mit einem Paukenschlag: „District 9“ von Neill Bloomkamp kondensiert die Alien-Frage auf den Rassismus und erzählt dabei eine eindrucksvoll real wirkende Geschichte, wie Menschen mit Außerirdischen umgehen würden. Nicht umsonst produzierte Peter Jackson diesen klugen Science-Fiction-Film, der neben der Action im Alien-Ghetto auch mit realistisch wirkenden TV-Formaten überzeugte. Die Erwartungen an den zweiten Bloomkamp-Kinofilm waren daher hoch, „Elysium“ (aus dem laufenden Filmjahr 2013) konnte sie aber leider nicht erfüllen.

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3. Matrix

„Matrix“ machte 1999 nicht nur auf einen Schlag wieder lange schwarze Mäntel, schwarze Sonnenbrillen und das beidhändige Schießen cool, sondern bot auch genug Deutungsebenen, um irgendwo zwischen politischem Manifest, klassischer Dystopie und dem heißesten Scheiß der Gegenwart gelesen zu werden. Hinzu kamen die stilbildenden Bullet-Time-Aufnahmen, in denen die Kämpfe in 360-Grad-Zeitlupenverlauf gezeigt wurden - wie für ein neues Kino-Zeitalter. Die Fragen nach der Realität hinter der Realität, der kompletten Durchdringung unserer Welt durch den Computer, und welche Pille man selbst wählen würde, machte aus dem Werk der Wachowski-Geschwister ein Ereignis der Postmoderne. Auch wenn ich im Nachhinein das Meistern der Matrix lieber mit technischen Hacker-Methoden erlebt hätte als mit der Erlöser-Figur Neo. Leider fielen die Fortsetzungen „Matrix Reloaded“ und „Matrix Revolutions“ (beide 2003) deutlich ab und lösten nur aus, dass in den Jahren danach jedes Sequel ein „Reloaded“ im Namen trug.

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4. 12 Monkeys

Terry Gilliam (Monty Python) hatte mit „Brazil“ 1985 schon selbst die Blaupause zu seinem „Twelve Monkeys“ geliefert. Eine Art bürokratische Steampunk-Science-Fiction, die mehr an Kafka erinnerte als an Buck Rogers.
Bruce Willis und Brad Pitt brillieren 1995 in einer Zeitreisegeschichte, die mit schwarzem Humor, dem Zweifel an der Realität, Liebe, Wahnsinn, Überraschungen und Action alles hat, was große Science Fiction ausmacht.

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