1&1 hat sich bei der Bundesnetzagentur über die Deutsche Telekom beschwert. Diese soll Gespräche verzögern und so den Start von 5G für 1&1 verzögern. Die Telekom sieht die Sache natürlich ganz anders – der Fehler würde bei 1&1 liegen.

5G-Netz: 1&1 sieht sich benachteiligt

1&1 Drillisch als Teil von United Internet besitzt zwar eigene 5G-Lizenzen, ist beim Netz aber auf etablierte Betreiber angewiesen. Hier sieht man sich nun so stark benachteiligt, das gleich der politische Beirat der Bundesnetzagentur hinzugezogen wurde. Die Deutsche Telekom soll Gespräche über eine Zusammenarbeit beim National Roaming „verzögern“. Beim National Roaming können sich Betreiber das Netz der Konkurrenz für ihre Kunden quasi ausleihen, wenn keine eigenen 5G-Stationen zur Verfügung stehen. Die Telekom hatte sich stets gegen dieses Prinzip ausgesprochen.

Bei der Vergabe von 5G-Lizenzen hatte die Bundesnetzagentur das National Roaming zwar nicht explizit festgeschrieben, dafür aber betont, dass es ein „Verhandlungsgebot“ geben sollte. Davon wollte 1&1 anscheinend so früh wie möglich Gebrauch machen und mit der Deutschen Telekom über Möglichkeiten zur Kooperation sprechen. Nun befürchtet 1&1, dass die angebliche Hinhaltetaktik der Telekom eine bewusste Strategie sei, um 1&1 zu zermürben. Angeblich möchte die Telekom auf ihren Vorsprung nicht verzichten und soll sogar darauf hoffen, dass 1&1 irgendwann frustriert aufgibt.

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Die Deutsche Telekom sieht die Sache – wenig überraschend – ganz anders. Bis Ende Januar 2020 habe es von 1&1 überhaupt „keine Signale“ gegeben, was Gespräche über National Roaming angeht, sagt der Deutschlandchef der Telekom, Dirk Wössner. Nun soll aber geprüft werden, ob man „der Bitte von 1&1 nachkommen“ könne. Wössner weist allerdings auch darauf hin, dass es sich bei National Roaming um ein neues Produkt handeln würde, das erst „vollständig neu konzipiert“ werden müsse, wie golem.de berichtet.

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5G: 1&1 droht mit Bundesnetzagentur

1&1 wiederum hat auf das Statement des Telekom-Chefs reagiert. Das Unternehmen habe immer deutlich gemacht, so schnell wie möglich entsprechende Verträge zum National Roaming unterzeichnen zu wollen. Wenn die Deutsche Telekom nicht schnell einlenkt, dann könnte die Bundesnetzagentur bemüht werden: „Sollte sich keine zeitnahe Lösung abzeichnen, wird die Bundesnetzagentur ihre Schiedsrichterrolle ausüben müssen.“

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1&1 steht auch deshalb besonders unter Druck, weil Telefónica Deutschland erst später mit dem Aufbau des 5G-Netzes beginnen möchte. United Internet hatte nach der Übernahme des Mobilfunkanbieters Drillisch einen garantierten Zugriff auf maximal 30 Prozent des Mobilfunknetzes von o2 (Telefónica) erworben. Um den Start ins 5G-Zeitalter nicht zu versäumen, muss sich 1&1 noch stärker um Partner bemühen, die ihre Netze zur Verfügung stellen. Der Aufbau eines eigenen 5G-Netzes wird bei 1&1 aber weiter verfolgt.