Uuuh, er hat sich gerade bewegt. Ja, wirklich! Ob er sich gleich auf die andere Seite rollt? Ist das ein Schnarchen? Oder, woah – wacht er auf? Twitch hat es endgültig bewiesen: Die Zuschauer lieben es, andere beim Schlafen zu beobachten. Stundenlang.

 

Twitch

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Irgendwie hat es ja doch etwas Verbotenes: Zusehen, wie die Person die Augen schließt und beobachtet werden kann, aber selbst nicht mehr beobachtet. Zwar ist das Zuschauen bei Schlaf-Streamern nicht wirklich verboten oder heimlich – doch irgendwie ... fühlt es sich so an. Zudem erhascht ihr selten einen so ausgiebigen Blick auf schlafende, fremde Menschen. Voyeurismus pur – aber das ist ja Twitch sowieso, oder?

Sie werden „Schlaf-Streamer“ genannt – und erlangen immer mehr Popularität

Der Kanal von Ludwig Ahgren zeigt den Streamer manchmal im Bett. Angezogen, natürlich, und unter der Bettdecke, während er schläft. In der rechten Ecke des Bildes läuft derweil irgendein Video zur Unterhaltung für den Chat. Immerhin sind da 30. 000 bis 60.000 Zuschauer, die Ludwig beobachten.

Ludwig ist eigentlich gar kein Schlaf-Streamer – zumindest nicht nur. Eigentlich wollte er einen kleinen Subathon starten, einen Marathon, bei dem er nach jedem Sub zehn Sekunden länger streamen muss. Wobei er wahrscheinlich nicht gedacht hätte, 26 Tage (und mehr) durchweg streamen zu müssen. Ein Ende wäre auch nicht in Sicht gewesen, hätte er nicht entschieden, den Stream am 13. April so oder so zu beenden.

Alles schön und gut, aber besonders interessant wird es in der Nacht: Sobald der Streamer nämlich schläft, schießen die Zuschauerzahlen in die Höhe. Wie Polygon berichtet, hatte der schlafende Streamer seinen Peak bei 65.400 Live-Zuschauern. Dabei wurde er für eine Weile zum meistgeschauten Streamer auf Twitch – was er selbst kaum glauben kann:

„Ich bin beim Stream letzte Nacht eingeschlafen und wurde zum meistgeschauten Streamer auf Twitch. Was zur Hölle.

Wie Polygon außerdem herausgefischt hat, wurden diese Schlaf-Streams im März 2021 wohl 2 Millionen Stunden lang geschaut. Warum, eigentlich? Falls ihr bei Ludwig einschaltet oder nach dem 13. April die Clips anseht, so werdet ihr bemerken, dass im Chat ständig etwas los ist: Das Video am rechten Rand wird kommentiert, ebenso wie Ludwigs Schlafposition. Und falls gerade ein beliebter Song läuft, wird kräftig mitgesungen. Rein schriftlich, natürlich – im Chat.

Irgendwie hat der ganze Chat schon eine heimelige Atmosphäre; vielleicht, weil es sich intim anfühlt, jemanden beim Schlafen zu beobachten. Und das auch noch gemeinsam mit tausend anderen. Auf alle Fälle zeigt euch das Ganze aber eines: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Zumindest auf Twitch.