Wer sich ein neues Smartphone zulegt, findet eine breite Palette an 5G-fähigen Geräten, ob iPhones oder Android-Smartphones. Auch Telekom, Vodafone und o2 haben Verträge für 5G längst parat. Trotzdem spricht noch einiges dafür, sich den Umstieg gut zu überlegen.

 

5G: Wo gibt es den LTE-Nachfolger? Und wie schnell ist er?

Facts 

Der Traum vom 5G-Netz: Warten kann sich noch lohnen

Mit hohen verfügbaren Datenraten ist der Mobilfunkstandard 5G der Traum vieler Nutzer, ob privat zum Streamen unterwegs oder für gewerbliche Anwendungen, etwa im Internet of Things (IoT). Manche Mobilfunkkunden wollen angesichts solcher Verlockungen nicht länger warten – und müssen das auch nicht, Smartphones und Verträge sind schließlich längst verfügbar. Genau da liegt aber das Problem: Um die Verfügbarkeit ist es tatsächlich noch nicht so richtig gut bestellt.

Das zeigt eine Studie, die der Konzern Ericsson, Hersteller von Kommunikationstechnik, durchgeführt hat. Im Ericsson Mobility Report (EMR) wird unter anderem der Status Quo des Mobilfunks in Westeuropa unter die Lupe genommen. Daraus geht hervor: 4G ist in den westeuropäischen Ländern und somit in Deutschland noch immer Standard. 76 Prozent der Verträge in 2020 nutzten das LTE-Netz. Demgegenüber brachten es 5G-Verträge gerade einmal auf 1 Prozent. Verglichen mit anderen Regionen – Nordostasien: 9 Prozent und Nordamerika: 4 Prozent – sind die Westeuropäer abgeschlagen.

Bei 5G kommt es darauf an, wo ihr viel Zeit verbringt

Dass man als Kunde bisher eher Frust als Lust am neuen 5G-Vertrag erwarten könnte, wird konkret am Stand der Netzabdeckung in Deutschland. Hier zeigt sich das alte Spiel: Wer in der Großstadt lebt und dort auch selten weg muss, hat schon Chancen auf 5G, alle andern praktisch nicht. Die beste Abdeckung erreicht laut den Nutzertests der nperf-App die Telekom. Zu erkennen ist, dass neben einigen Großstädten auch wichtige Autobahnen bereits abgedeckt werden. Bei Vodafone oder o2 sieht es noch dünner aus. Überall gilt aber: Außerhalb der Städte ist 5G noch ein Zukunftsraum, während bereits auf den Nachfolger 6G  hingearbeitet wird.

Laut EMR liegt das vor allem an der Verzögerung bei den zusätzlichen Frequenzauktionen im vergangenen Jahr. Die würden sich auf den Ausbau der Netzabdeckung negativ auswirken. Für 2026 rechnet Ericsson allerdings mit einer Umkehr der aktuellen Tendenz: Dann sollen 69 Prozent der Mobilfunkverträge im Westen Europas im 5G-Netz laufen. Nur in Nordamerika und rund um den arabischen Golf werden dann Abdeckung und Interesse noch größer sein.

Ihr habt kein 5G-Smartphone und wollt nicht Preise der Spitzenmodelle zahlen? Eine Alternative findet ihr im Video:

OnePlus Nord CE 5G: Mittelklasse-Handy vorgestellt

Bis der Ausbau des 5G-Netzes weiter fortgeschritten ist, kann es ratsam sein, auf einen Wechsel in neue Tarife zu verzichten. Die sind in der Regel bereits inklusive 5G-Konnektivität, sofern das Netz verfügbar und das eigene Smartphone zum 5G-Empfang in der Lage ist. Dort können auf Kundinnen und Kunden aber auch höhere Kosten zukommen.

Wer in einer bereits gut mit 5G versorgten (Groß-)Stadt lebt – Berlin und mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen kommen beispielsweise in Frage – und ein gutes Angebot ergattern kann, braucht aber nicht zwangsläufig auf den Ausbau warten. Denn eins ist wohl sicher: 5G kommt, wenn auch schleppend.