Foxconn, der weltweit bekannte Auftragsfertiger von Unternehmen wie Apple, Nintendo, Microsoft, Sony oder Dell, steht in der Kritik. Das Unternehmen soll Echo-Lautsprecher für Amazon von Schülern zusammenbauen lassen – zu gesetzwidrigen Bedingungen. Bei Weigerung drohten schlechte Noten. Amazon zeigt sich nicht erfreut.

 

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Foxconn lässt Schüler 60 Stunden die Woche Echo-Lautsprecher bauen

Dass Schüler in China als Praktikanten Elektronik bei Foxconn zusammenbauen, ist nichts Neues. Offiziell dürfen die 16- bis 18-jährigen Schüler laut geltendem chinesischen Recht maximal acht Stunden an fünf Tagen in der Woche arbeiten, Nachtarbeit ist nicht gestattet. Foxconn hat sie aber dazu gebracht, zehn Stunden an sechs Tagen die Woche zu arbeitet – mit einem ungewöhnlichen Druckmittel, berichtet The Guardian: Schülern, die sich geweigert haben, Überstunden oder Nachtarbeit zu leisten, wurde mit schlechten Noten und der Entlassung gedroht.

Für Foxconn und die Schulen ist das ein gutes Geschäft. Foxconn will damit Produktionsspitzen ausgleichen, um genug Lautsprecher und E-Reader für Amazon produzieren zu können. Die Schulen bekommt von dem Auftragsfertiger eine Provision von 500 Yuan (etwa 63 Euro) je vermitteltem Schülerpraktikanten pro Monat. Die Schüler bekommen 16,54 Yuan pro Stunde, was umgerechnet 2,10 Euro entspricht. Foxconn hat bereits zugegeben, gegen geltendes Recht verstoßen zu haben, und will sofort nachbessern. Es ist nicht das erste Mal, dass Foxconn bei Arbeitsbedingungen negativ aufgefallen ist.

Das kann der Echo-Lautsprecher von Amazon:

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Amazon Echo und Google Home: Erste Schritte und die besten Tricks für die smarten Lautsprecher

Amazon verurteilt das Vorgehen von Foxconn

Amazon zeigt sich nicht erfreut und fordert von Foxconn sofort Nachbesserungen. Es werden laut Amazon keine „Verstöße gegen den geltenden Verhaltenskodex für Lieferanten toleriert“ so Golem. Durch regelmäßige Kontrollen sollen Verstöße erkannt und beseitigt werden. Hier hat dieser Sicherheitsmechanismus nicht gegriffen. Vermutlich sollten die Kontrollmaßnahmen ebenfalls auf den Prüfstand gestellt werden, damit solche Verstöße nicht mehr vorkommen.

Peter Hryciuk
Peter Hryciuk, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets, Android, Windows und Deals.

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