Mit seinem M1-Chip hat Apple die Prozessor-Konkurrenz in den Augen vieler überflügelt: Bereits beim Einsteiger-Modell, dem MacBook Air, bekommt man erstaunlich viel Leistung und eine lange Akkulaufzeit fürs Geld. Intel will das nicht stehen lassen und zeigt jetzt eigene Zahlen – ein Fachblatt sieht dabei jedoch Probleme. 

 

Apple

Facts 

Apple M1: Intel sieht sich im Prozessor-Rennen vorn

Der hauseigene M1-Chip läutet für Apple ein neues Zeitalter ein: Die günstigsten Macs schlagen auch hochpreisige Modelle mit Intel-Chips in vielen Bereichen deutlich. Vom Kauf eines solchen Auslaufmodells ist dringend abzuraten. Intel wehrt sich nun erstmals gegen Apples neuen Prozessor – mit einer Präsentation, die zuerst das Portal PCWorld veröffentlicht hat.

Intel behauptet darin, dass die 11. Generation seiner Prozessoren, Beiname „Tiger Lake“, insgesamt rund 30 Prozent schneller sei als der Apple-Chip. In einem Benchmark-Test (WebXPRT 3) habe ein Intel-Gerät mit 16 GB Arbeitsspeicher das ähnlich ausgestattete MacBook Pro besonders in einem Punkt deutlich geschlagen: Den Bildverbesserungstest habe das Intel-Gerät rund dreimal schneller absolviert als der Apple-Rechner. Fast 2,5 mal schneller war das Intel-Gerät außerdem beim PDF-Export in PowerPoint.

Die Zahlen hält PCWorld für glaubwürdig, merkt jedoch an, dass Intel mit dem Entwickler des verwendeten Benchmark-Tests seit Jahren zusammenarbeitet. Man könne außerdem hinterfragen, ob Intel gerade die Aufgaben für einen Vergleich heranziehe, die beim eigenen Prozessor-Design im Vorteil sind.

Den Verdacht könnte man beim Test der Content-Creation-Performance haben: Während die Systeme etwa bei Handbrake und Adobe Premiere Pro und Photoshop ein ähnliches Leistungslevel zeigen, liegt das Intel System im Bildverbesserungstool Topaz Labs deutlich vorn – etwa um den Faktor 6. Ein erstaunlicher Wert, der laut PCWorld jedoch vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Entwickler von Intels Hardwarebeschleunigung Gebrauch machen.

Günstiger als beim Hersteller: MacBook-Modelle mit M1-Chip bei Amazon ansehen

Apple stellt das neue MacBook Air mit M1-Chip vor:

Alles zum MacBook Air mit Apple M1

Vergleichswerte nicht ohne Kritik

Intel gelingt es in Tests, mit der Akkulaufzeit des M1-MacBook-Air beim Netflix-Streaming gleichzuziehen. Eine gute Leistung, die sich ohne Weiteres nicht bestreiten lässt. Dass beim Vergleich insgesamt aber etwas Verzweiflung mitschwingt – wie ein beliebter Apple-Blog es formuliert –  zeigt sich dann an anderer Stelle: Intel kritisiert zum Beispiel auch, dass Geräte wie Gaming-Headsets, Wacom-Tablets und Gaming-Controller nicht ohne Einschränkungen funktionieren. Das mag stimmen, hat für die junge M1-Plattform aber nur einen begrenzten Aussagewert. Nicht zuletzt handelt es sich bei den bisher erschienenen Geräten mit M1-Chip außerdem um „Einsteiger“-Modelle. Leistungsstärkere MacBook-Modelle, etwa das MacBook Pro mit 16-Zoll-Display, bietet Apple derzeit noch mit Intel-Prozessoren an. Auch ein neuer 14-Zöller wird 2021 erwartet.