Apple hat sich verrechnet: Weniger Einnahmen in iOS 13 – die Kunden freut es

Holger Eilhard 1

Mit iOS 13 hat Apple neue Maßnahmen eingeführt, die es insbesondere zwielichtigen Entwicklern schwerer machen sollen, Geld von den Nutzern zu erhalten. Ein erster Blick zeigt nun, dass die Schritte Wirkung zeigen.

App-Verwaltung in iOS 13: Hinweise auf noch laufende Abos

Wer in iOS 13 eine App vom eigenen Gerät entfernt, die mit einem noch aktiven Abo kombiniert ist, bekommt direkt die Möglichkeit die Abonnements zu verwalten und das betroffene Angebot gegebenenfalls zu beenden. David Barnard von RevenueCat – ein Dienst, der Entwickler bei der Integration und Verwaltung von derartigen Abonnements unterstützt – hat sich die Auswirkungen der Änderungen genauer angesehen.

Barnard hatte bereits im vergangenen Jahr auf die Tricks einiger Entwickler hingewiesen, in der Hoffnung, dass Apple etwas gegen die Machenschaften unternimmt. In einem Twitter-Thread zeigte er beispielsweise eine App, die beim ersten Start erst nach einer längeren Verzögerung den Anwender ohne Abo-Abschluss die Nutzung ermöglicht:

Eines der größten Probleme bei den immer beliebter werdenden Abos in heutigen Apps, sind die von einigen Entwicklern angesetzten Preise. Als Beispiel nennt Barnard in seinem aktuellen Bericht eine App, die Kindern für 10 US-Dollar pro Woche, also 520 Dollar im Jahr, Mathematik beibringen soll. In einem anderen Fall sind es Entwickler einer Wallpaper-App, die pro Woche 8 Dollar verlangen.

Barnard vermutete im vergangenen Jahr, dass Apple sich für diese Apps nicht wirklich interessiert. Der Grund ist einfach: Apple verdient bis zu 30 Prozent an den Einnahmen der Entwickler. Die Änderungen in iOS 13 offenbaren hingegen, dass Apples jüngste Schritte erste Wirkung zeigen.

Laut Barnard sorgt der neue Hinweis dafür, dass Anwender unter iOS 13 seltener nach dem kostenlosen Test einer App ein Abo abschließen. Viele Entwickler verdienten daran, dass Nutzer nach dem Löschen einer App den Abschluss des kostenpflichtigen Abos schlichtweg vergessen haben und somit wiederkehrend zur Kasse gebeten wurden.

Betroffen sollen insbesondere die Apps sein, die schon unter iOS 12 nur einen geringen Prozentsatz der Nutzer zum Abschluss eines Abos bringen konnten. Apps, die zuvor viele Anwender zu einem Abo überreden konnten, leiden hingegen seltener unter den Auswirkungen der neuen Hinweise durch Apple.

Die wichtigsten Neuheiten in iOS 13:

13 Funktionen von iOS 13 für iPhone.

iOS 13: Nicht alle Apps mit vielen Kündigungen sind ein Scam

Auf den ersten Blick könnten einige Beobachter nun annehmen, dass Apps, die ihre Nutzer noch im Probezeitraum verlieren, ein Scam sind. Die reinen Zahlen von RevenueCat geben aber nicht den vollen Einblick auf die Situation. Laut Barnard könnte lediglich das Marketing der Entwickler schuld an dem vorzeitigen Absprung sein.

Andererseits gibt es auch Apps, die von Anwendern wirklich nur einmal genutzt werden müssen. In diesen Fällen reicht der kostenlose Probezeitraum, um alle notwendigen Dinge zu erledigen, die App zu löschen und kein kostenpflichtiges Abo abzuschließen.

Laut Barnard sei aber ein deutlicher Trend zu erkennen. Durch eine kleine Änderung verdient Apple zwar nun weniger an den Einnahmen durch zwielichtige Entwickler, während Nutzer weniger genau darauf achten, welche Abos sie abgeschlossen haben und gegebenenfalls kündigen müssen. Auf lange Sicht hinterlassen derartige Änderungen für ehrliche Entwickler gleichzeitig einen positiveren Eindruck von Abo-Angeboten in ihren Apps, die in vielen Fällen eine dauerhafte Weiterentwicklung der Software finanzieren.

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