Eigentlich reduziert Apple nie einfach die eigenen Preise, dennoch kam es jetzt schlagartig dazu. Der Ursache kann man sich denken: Die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung. Wir haben ein Blick drauf und sagen euch, wie viel jetzt gespart werden kann.

Ohne vorherige Ankündigung verabschiedete sich der Apple Online Store in Deutschland letzte Woche in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch, um  später mit gesenkten Preisen wieder zurückzukommen. Die Überraschung war perfekt: Apple reicht die zeitweilige Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent doch tatsächlich an die Kundschaft weiter. Reduziert wurden folglich alle Produkte. Beispiele gefällig?

Apple gibt die Mehrwertsteuersenkung durch: Neue Preise für iPhone, MacBooks etc.

Das iPhone SE startet jetzt nicht mehr bei 479 Euro, sondern kostet nur noch 466,90 Euro. Die AirPods Pro wollen nicht mehr mit 279 Euro, sondern mit 271,95 Euro bezahlt werden. Größer fällt der Rabatt natürlich bei teureren Produkten aus – das MacBook Pro mit 16-Zoll-Display kostet somit nicht mehr 2699 Euro, sondern nur 2.630,95 Euro. Was auffällt: Da Apple die Preisersparnis komplett durchreicht, schauen die Brutto-Preise am Ende alle etwas kurios und unrund aus.

Tipp: Alle Apple-Produkte im aktuellen Preisvergleich

Wer jetzt aber nachrechnet und anmahnt, dass der Rabatt ja nur 2,52 Prozent beträgt, der muss folgendes wissen. Die Mehrwertsteuer wird zunächst immer auf den Nettopreis gerechnet, deswegen werden bei der jetzigen Senkung der Steuer die 3 Prozentpunkte von entsprechend 119 Prozent des vorherigen Gesamtpreises abgezogen. Macht am Ende dann einen effektiven Rabatt von 2,52 Prozent und eben nicht 3 Prozent (respektive 1,87 Prozent statt 2 Prozent).

Auch das neue iPhone SE wird so nochmals günstiger. Und so schlägt sich das „billige“ iPhone bei GIGA:

iPhone SE (2020) im Test: Ein kleines Energiebündel

Und wie lange gelten nun Apples neue Preise? Als Bestandteil eines größeren Konjunkturpaktes senkt Deutschland die Mehrwertsteuer im Zeitrahmen vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020. So lange wird Apple höchstwahrscheinlich auch die neuen Preise beibehalten. Verpflichtet sind sie dazu aber nicht, denn auch wenn sie selbst an den Staat nur den geringeren Steuerabsatz abführen müssen, sind sie doch nicht gezwungen auch die Endpreise entsprechend anzupassen. Rein rechtlich könnte Apple also den steuerlichen Vorteil einfach in die eigene Tasche stecken. Allerdings möchte man sich die Blöße dann wohl doch nicht geben.

Ein Vergleich der beiden aktuellen Smartphones von Apple:

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iPhone SE 2 vs. iPhone 11: Kann das neue Apple-Smartphone mit dem Top-Gerät mithalten?

Neue Apple-Preise: Lohnt der Rabatt?

Lohnen denn nun die neuen Preise? Nun ja, Schnäppchen wird man kaum ausmachen, denn der normale Handel bietet die Apple-Produkte ja eh schon günstiger an. Beispiel AirPods Pro: Wie der aktuelle Preisvergleich zeigt, gibt's die andernorts schon für etwas über 210 Euro, Apples neuer Einstandspreis von 271,95 Euro ist da nicht wirklich günstig. Und auch bei den größeren Produkten gewinnt der Handel. Das oben erwähnte MacBook Pro mit 16-Zoll-Display gibt's im Handel für weit unter 2.400 Euro, da kann Apple mit seinen 2.630,95 Euro nicht wirklich locken. Wer aber so oder so vorhatte bei Apple direkt zu kaufen, der freut sich sicherlich über den kleinen Rabatt.

Erwähnenswert: Keinen Rabatt gibt's übrigens im App Store und Mac App Store von Apple – die Preise für Apps und Software werden nicht angefasst und die Preisstufen bleiben entsprechend bestehen. Eine Umstellung war für Apple hier wohl zu kompliziert.