Apple-Software: 2019 in den Sand gesetzt – auf ein besseres Neues!

Sebastian Trepesch

2019 hat Apple ordentlich in den Sand gesetzt – zumindest die Abteilung Software. Zwar zeigt sich zum Jahresende ein versöhnlicheres Bild. Doch das nächste Jahr muss anders laufen. Das scheint im Hause Apple nicht anders gesehen zu werden.

Denke ich an die Apple-Ereignisse in 2019, fallen mir unweigerlich die zahlreichen Fehler der Betriebssysteme ein. Für mich als Nutzer vieler Apple-Geräte waren sie in diesem Jahr deutlich zahlreicher und schwerwiegender. Und nicht nur ich habe diesen Eindruck, die Szene ist sich dahingehend weitgehend einig.

Um nur ein paar Beispiele zu nennen:

iOS 13 und iPadOS 13 starteten im September mit großen Problemen: Nutzer berichteten davon, dass Fotoaufnahmen nicht gespeichert werden bzw. nicht aufzufinden sind, die Kamera sich komplett aufhängt, Mail-Benachrichtigungen nicht angezeigt werden, die Home-App smarte Lampen nicht mehr steuert und und und.

macOS Catalina synchronisierte teilweise die Fotos und Musik nicht – wenn es den Mac nicht gleich komplett in einem Boot-Prozess stecken ließ und somit unbrauchbar machte.

Bilderstrecke starten(12 Bilder)
macOS Catalina: 10 Probleme - und wie man sie löst

Auch die kleineren Systeme blieben nicht verschont. Die TV-App von Apple TV stürzte nach dem Herbst-Update bei Nutzern ab und wer das HomePod-Update sofort nach dem Erscheinen installierte, der durfte seinen funktionslosen Lautsprecher in den Apple Store bringen.

Dass Siri mit neuen Systemen bisher simple, jahrelang erledigte Anfragen plötzlich nicht mehr versteht oder umsetzen kann, das sind wir ja schon von Vorjahren gewohnt.

Die Probleme kamen mit Ansage: Schon die Testversionen waren in diesem Jahr merklich fehleranfälliger als in den Vorjahren, von der Nutzung der öffentlichen Beta rieten wir ab. Bei vielen Nutzern veranstaltete sie ein Datenchaos in iCloud.

Die Folgen für die Nutzer: Sie kämpften in diesem Herbst einerseits mit den Probleme, andererseits waren sie oft mit der Installation von Updates beschäftigt, die Apple in den letzten Monaten in ungewohnter Zahl zur Fehlerbeseitigung veröffentlichte.

Schöne Funktionen – wenn doch nur alles funktionieren würde …:

13 Funktionen von iOS 13 für iPhone.

Das muss und wird sich 2020 bei Apple ändern

Warum die Apple-Systeme im Jahr 2019 so fehlerhaft waren, drang zum Teil an die Öffentlichkeit. Ein früherer Entwickler bei Apple nennt strukturelle Ursachen mit falschen Erfolgsanreizen sowie einen übertriebenen Funktionszuwachs als Gründe. Einerseits sollte Apple die Teamstruktur im Unternehmen sowie die Anforderungen an die Entwickler überdenken.

Andererseits sollte Apple 2020 den Fokus auf Aufräumen, Fehlerbeseitigung und Verbesserung legen anstelle der Implementierung vieler neuen Funktionen. Eine solche Strategie hatte Apple auch in der Vergangenheit vereinzelt schon verfolgt, Beispiel OS X Snow Leopard.

In diesem Zusammenhang müsste Apple auch die Bedienung in Teilen überdenken. Ich beobachte immer wieder iOS-Nutzer, die einen Link aus Versehen im Multitasking-Modus „Slide Over“ öffnen oder mit der neuen Markierungshilfe nicht zurecht kommen. Letztendlich fällt es auch mir immer mal wieder schwer, die richtigen Zeichen auswählen zu können, weil die neuen „Hilfen“ einen anderen Auswahlbereich aufzwingen.

Die Hardware war 2019 zum Teil recht beeindruckend:

Bilderstrecke starten(18 Bilder)
iPhone, iPad, Mac: Das waren die Apple-Produkte 2019

Zuversichtlich stimmt mich, dass Apple anscheinen schon selbst realisiert hat, in diesem Jahr Bockmist gebaut zu haben: Erste Gerüchte zu den kommenden Systemen sagen, dass Apple aus dem diesjährigen Desaster bereits Konsequenz gezogen hat. Zum Beispiel sollen in Testversionen unfertige und fehlerhafte Funktionen ausgeschaltet sein, bei Bedarf aber eingeschaltet werden können. Damit sollen Probleme isoliert werden können. Zudem führte die Entwicklungsabteilung laut den Insider-Informationen für iOS 14 eine neue Skala für die Gewichtung von Fehlern ein und verschob manche Funktionen auf iOS 15, um sich intensiver den Neuerungen des nächsten Systems widmen zu können.

So können wir hoffen, dass wir im Herbst 2020 wieder von Anfang an zuverlässige Systeme bekommen. Denn nicht zuletzt wegen der Zuverlässigkeit, Fehlerfreiheit und Übersichtlichkeit greifen viele Käufer zu iPhone, iPad und Mac – und eben nicht zur günstigeren Konkurrenz. Anpacken, Apple! Auf ein gutes neues Jahr 2020.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung