Obwohl Apple offiziell davor warnt, kann die Apple Watch durchaus auch Herzinfarkte erkennen. Zu diesem Schluss ist eine Forschergruppe am Texas Heart Institute gekommen. Die Apple Watch muss dazu aber etwas anders verwendet werden, denn am Handgelenk gelingt die Erkennung nicht.

 
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Apple Watch könnte Herzinfarkte erkennen

Geht es nach Apple, dann kann die Apple Watch unter anderem ein Vorhofflimmern beim Träger erkennen. Wird dieses detektiert oder ein Herzrhythmusproblem ausgemacht, dann warnt die Uhr entsprechend. Doch die Apple Watch kann noch mehr, wie US-Forscher jetzt bestätigt haben. Anders als Apple bislang noch behauptet, kann die Uhr tatsächlich auch einen Herzinfarkt erkennen – allerdings nicht am Handgelenk (Quelle: Texas Heart Institute Journal).

Forscher des Texas Heart Institute rund um Emerson C. Perin haben jetzt eine Studie zum Thema veröffentlicht. Den Wissenschaftlern zufolge kann auch die seit der Apple Watch Series 4 vorhandene EKG-Messung mit ihrer Ein-Kanal-Variante Herzinfarkte des Trägers ausmachen. Eigentlich soll eine derartige Diagnose mit einem 12-Kanal-Gerät erkannt werden, bei dem die Sensoren an verschiedenen Stellen des Körpers angebracht werden. Genau das lässt sich über eine Apple Watch simulieren, schreiben die Forscher.

Zur Erkennung eines Herzinfarkts kann es zumindest in der Theorie ausreichen, die Sensoren der Unterseite der Apple Watch auf andere Körperteile zu legen. Eine solche Überprüfung über den Oberschenkel, den Knöchel und den unteren Bauchbereich liefert den Forschern zufolge ermutigende Ergebnisse. Ganz darauf verlassen sollten sich Besitzer einer Apple Watch allerdings nicht. Die Gefahr einer Fehldiagnose sei durchaus gegeben.

Zuletzt hatte Apple watchOS 9 vorgestellt. Details dazu im Video:

Apple stellt watchOS 9 vor

Herzinfarkte erkennen: Was macht Apple?

Apple zufolge sind Apple Watches explizit nicht zur Erkennung von Herzinfarkten geeignet. Ob das auch bei kommenden Generationen der Uhr so bleiben wird, ist unklar. Apple müsste sich in jedem Fall um eine Genehmigung bei Gesundheitsbehörden bemühen. Gerade das Problem von möglichen Fehldiagnosen könnte Apple davon abhalten, die Funktion offiziell einzuführen.