Apple will Siri zum „Doktor” machen: Visite beim Sprachassistent?

Holger Eilhard

Spätestens seit der Vorstellung der Apple Watch ist klar, dass Apple großes Interesse am Thema Gesundheit und Fitness hat. In Zukunft will man diese Fähigkeiten durch eine Integration in Siri noch weiter ausbauen.

Apple will Siri zum „Doktor” machen: Visite beim Sprachassistent?
Bildquelle: Holger Eilhard, GIGA.

Siris neue Fähigkeiten: Große Pläne fürs Jahr 2021

Im Rahmen der Diskussion um Apples Siri-Zuhörer, bei der externe Angestellte Sprachaufzeichnungen des digitalen Assistenten auswerteten, kamen nun zukünftige Pläne für Siri zum Tageslicht. Wie der Guardian (via Cult of Mac) berichtet, hat man in vorliegenden Dokumenten auch Hinweise auf einen integrierten Übersetzer sowie „neuen Hardware-Support“ für ein „neues Gerät“ gefunden.

Darüber hinaus sollen die für Herbst 2021 geplanten Upgrades auch die Möglichkeit bringen, mit Siri eine Diskussion zu Gesundheitsfragen führen zu können. Der Sprachassistent würde so zu einem „Doktor“ mutieren, der zur „Visite“ bittet. Tiefergehende Details zu den neuen Features gibt der aktuelle Bericht jedoch noch nicht.

Ob man bis dahin den digitalen Assistenten bei derartigen Fragen vertrauen kann, bleibt offen. So zeigt ein aktueller Test von npj Digital Medicine, dass die drei Assistenten von Apple, Google und Amazon alleine beim Verstehen von Namen vieler gängiger Medikamente Nachholbedarf haben.

Den Forschern zufolge konnte immerhin Google Assistant 92 Prozent der Marken verstehen, bei generischen Namen waren es immerhin noch 84 Prozent. Apples Siri brauchte es auf 58 beziehungsweise 51 Prozent. Alexa brachte es nur auf den dritten Platz mit 55 und 56 Prozent. Als größte Schwäche wird der Akzent einiger Tester genannt.

Siri kann schon heute zur Steuerung von Apps wie WhatsApp genutzt werden:

Siri & WhatsApp.

Siri: Bericht beschreibt Apples Umgang mit „sensiblen Themen“

Der aktuelle Bericht des Guardian beschreibt aber auch, wie sich Siris Umgang mit sensiblen Themen in der Vergangenheit geändert hat. Die internen Dokumente stammen von einem ehemaligen Mitarbeiter, der für das sogenannte Grading, der Prüfung von Siris Reaktionen, zuständig war.

So geben die zuletzt im Juni 2018 geänderten Richtlinien beispielsweise vor, dass Siri sich neutral zu kontroversen Themen äußern soll. So soll etwa das Wort „Feminismus“ nicht zum Einsatz kommen, stattdessen soll hingegen „Gleichberechtigung“ genutzt werden.

Antwortete Siri also für einige Zeit beispielsweise auf die Frage „Bist du ein Feminist?“ mit einem „Sorry, ich weiß nicht“, bietet der Assistent nun eine konkretere Antwort: „Ich glaube, dass alle Stimmen gleich geschaffen sind und den gleichen Respekt verdienen“. Der Guardian nennt in seinem Bericht noch eine Reihe weiterer Details zu den Anpassungen an Siri.

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