Für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in Deutschland sieht es aktuell gar nicht gut aus. Das Image wurde durch diverse Verfehlungen von hochrangigen Mitarbeitern nachhaltig beschädigt und hat die Akzeptanz in Deutschland für den Rundfunkbeitrag nicht leichter gemacht. Nun sticht der WDR-Intendant Tom Buhrow als Chef in ein Wespennest – auch wenn er nur seine private Meinung geäußert hat.

 
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WDR-Chef: ARD und ZDF könnten zusammengelegt werden

Braucht es ARD und ZDF gleichzeitig in Deutschland, um den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu realisieren? Laut dem WDR-Chef Tom Buhrow nicht. Er fordert einen starken Umbau und neuen Gesellschaftsvertrag für die Öffentlich-Rechtlichen. So könnten beispielsweise ARD und ZDF zusammengelegt werden. Er sagte am Mittwochabend vor dem Verein Übersee-Club in Hamburg „Mein fester Eindruck ist: Deutschland scheint uns in zehn Jahren nicht mehr in dem Umfang zu wollen – und auch finanzieren zu wollen wie heute“ (Quelle: FAZ (Donnerstagsaugabe), via Stern). Er stellt klar, dass er hier als Privatperson spricht, nicht als Chef des WDR.

Seine Aussagen haben trotzdem großes Gewicht. Denn wenn aus den eigenen Reihen ein solcher Umbau gefordert und unterstützt würde, wieso wird er dann nicht auch umgesetzt? Immerhin muss so gut wie jeder Bürger einen Rundfunkbeitrag zahlen. Es brauche laut ihm einen „gedanklichen Neuanfang ohne die typischen Selbstverteidigungsreflexe“. Er stellt in den Raum: „Die erste Frage – glaube ich –, die wir uns stellen müssen, ist: Will Deutschland im 21. Jahrhundert weiter parallel zwei bundesweite, lineare Fernsehsender? Wenn nicht: Was heißt das? Soll einer ganz verschwinden und der andere bleiben? Oder sollen sie fusionieren, und das Beste von beiden bleibt erhalten?“. ARD und ZDF könnten zukünftig also fusionieren, um ihre Kräfte zu bündeln und vielleicht Kosten zu sparen. Ob es dazu kommt, werden die nächsten Jahre zeigen. Änderungen sind nach den Skandalen definitiv nötig.

Ist der Rundfunkbeitrag gerechtfertigt?

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ARD plant neue App für 5 Euro im Monat

Während der WDR-Chef für neue Diskussionen sorgt, hat auch die Ankündigung einer ARD-App für zusätzliche Streaming-Inhalte für 5 Euro im Monat für Aufregung gesorgt. Bei den Öffentlich-Rechtlichen geht es aktuell also richtig zur Sache. Wir halten euch auf dem Laufenden.