Spoiler: Das ist er aber nicht. Trotzdem war sein Tod geplant, und der wäre noch trauriger und schöner gewesen, als ihr es euch jetzt vorstellt. Versprochen.

Ihr habt sehr wahrscheinlich „Pokémon – Der Film: Mewtu gegen Mew“ gesehen und denkt euch, ja, wir reden hier von jener Szene, in der Ash zwischen Mew und Mewtu gesprungen ist – und beinahe starb. Richtig? Nein, ganz und gar nicht. Ash sollte weder dort noch als junger Bursche sterben: Pokémon-Drehbuchautor Takeshi Shudo schrieb kurz vor seinem Tod 2010  einige intime Gedanken nieder, und viel darunter bezog sich auf seine Arbeit als Autor der Pokémon-Filme. Er teilte Erinnerungen an eine Zeit, in der er jeden Tag Alkohol getrunken und Pillen genommen hatte, um kreativ genug für das Schreiben zu sein.

Und er redete davon, wie der erste Film eigentlich enden sollte: Nach den Ereignissen in Mewtu gegen Mew sollte Ash als alter Mann gezeigt werden, der sich in seinen letzten Minuten an seine Abenteuer als Kind zurückerinnert. Es wären schöne Erinnerungen, denn Ash war in seinem Leben nie wieder so glücklich, wie als Kind. In Gedanken würde er schließlich die Stimme seiner Mutter hören, die ihm rät, schlafenzughen – immerhin wartet am nächsten Tag ein neues Abenteuer auf ihn. Als er aufwacht, ist er wieder ein Junge, der aufsteht und rausgeht und nicht etwa versucht, der größte Pokémon-Meister zu werden, nein: Sondern den Sinn des Lebens für sich herauszufinden. Denn darum geht es ja eigentlich, richtig?

Ash würde demnach als alter Mann sterben, der sich einzige an diese große Reise zurückerinnert. Zudem wird hier angedeutet, dass er niemals Pokémon-Weltmeister geworden ist, ja, dass es vielleicht auch nie sein Ziel sein sollte, sie alle zu fangen. Shudos Worte wurden vor einigen Monaten Stück für Stück auf der Pokémon-Fanseite LavaCutContent übersetzt, dort könnt ihr auch den vollen Text lesen.

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Warum das Ende nun doch anders gestaltet wurde? Wahrscheinlich, da ein solches Ende zu traurig und ernst gewesen wäre; und außerdem auch, da es Ashs Reise viel zu schnell abgeschlossen hätte. Damals dachte Shudo noch nicht daran, dass es tatsächlich mehrere Teile geben könnte – als das aber festgelegt wurde, musste er sich ein anderes Ende ausdenken, und zwar jenes, welches wir jetzt kennen.