Es ist geschafft! Eine fabrikneue PlayStation 5 wartet bei mir zuhause darauf, dass mal wieder ordentlich gespielt wird. Lange Zeit war es schwer genug, da ran zu kommen. Doch es hat geklappt – ohne 9-Euro-Ticket wäre das nichts geworden.

 
PlayStation 5
Facts 

Eine Jagd von Felix Gräber

Chipkrise, Nachschubmangel, Liefer- und Produktionsstopps – Hersteller und Händler haben es nicht leicht, uns Kunden im Moment mit Ware zu versorgen. Nicht nur Tesla, VW oder Ikea kennen das Problem. Sony ist mit seiner PlayStation 5 fast schon zum Symbol geworden – an kaum ein anderes Gerät ist so schwer ranzukommen wie an die Next-Gen-Konsole aus Japan.

Meine PlayStation 5 habe ich nur dank 9-Euro-Ticket

Ich habe es jetzt trotzdem geschafft. Schwer war das gar nicht einmal, nur Geduld musste ich haben, bis das richtige Angebot da war: 599 Euro für die Disc Edition, inklusive Horizon: Forbidden West und Gran Turismo 7. Unser Kollege Peter Hryciuk, der immer ein besonderes Auge auf Schnäppchen aller Art hat, hat mich auf das Angebot aufmerksam gemacht. Zu haben gab es das Bundle nur lokal im MediaMarkt Oldenburg anlässlich der Wiedereröffnung am 28. Juli.

Das Problem: Ich lebe nicht in Oldenburg, also was tun? Rein in den Regionalzug, das 9-Euro-Ticket für Juli ist ja schon bezahlt und ab dafür. Hinweg: Überhaupt kein Problem. Obwohl das Billig-Ticket für 9 Euro im Monat so gut ankommt, dass viele Züge komplett überfüllt sind – morgens um kurz nach 5 Uhr ist noch jede Menge Platz. Schließlich will ich rechtzeitig zur Eröffnung ankommen. Der Zug ist so gut wie leer und pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk – so lobe ich mir die Deutsche Bahn.

In Oldenburg angekommen steht ein strammer Fußmarsch an: Gut 5 km sind es vom Bahnhof zu MediaMarkt. Auch das kein Problem, mit dem 9-Euro-Ticket wäre auch ein Bus drin gewesen, aber warum nicht mal die Beine vertreten. Ein Hoch auf Google Maps, das euch auch dann schnell ans Ziel führt, wenn ihr euch überhaupt nicht auskennt.

Startschuss! Doch das Rennen auf die PlayStation 5 fällt aus

Um 8.36 Uhr stehe ich vor MediaMarkt bereit, ab 9 Uhr geht es los. Vor mir waren nur 5 weitere Kunden da, alle aus dem gleichen Grund: eine PS5 ergattern. Hinter mir wird die Schlange länger, die Aufregung steigt. Von anderen Wartenden erfahre ich: Am Vortag konnten Club-Mitglieder von MediaMarkt schon zuschlagen. Angeblich hieß es da: Ausverkauft nach 1,5 Stunden, 100 PS5 sollen in 90 Minuten über den Ladentisch gegangen sein.

Überall in der Schlange banges Hoffen, dass man vorgesorgt hat, nicht schon alle Exemplare am Vortag aufgekauft wurden. Auch online, etwa bei MyDealz, lese sich, dass die Club-Mitglieder ordentlich zugelangt haben. Hätte ich bloß meinen Bestelltermin direkt bei Sony nur eine Woche zuvor nicht verpasst. Dann bräuchte ich jetzt nicht mit bangen.

Jetzt wo ich eine PlayStation 5 ergattern konnte, steht dieser Schritt als nächstes an:

PlayStation 5 Daten von der PS4 auf die PS5 übertragen Abonniere uns
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Ansturm bei MediaMarkt? Endlich können wir Kunden loslegen!

Die MediaMarkt-Angestellten sind unterdessen schon in Feierlaune, bereiten sich auf den Tag der Eröffnung vor: Mehrmals hören wir draußen den Applaus, drinnen stimmt man sich ein. Ganz bis zum Schluss will man uns dann aber doch nicht warten lassen: Die Türen öffnen sich um 8:58 Uhr.

Und dann…

… geht alles ganz entspannt. Keiner der anwesenden Kunden sprintet los, wie man es fast schon erwartet hatte, ganz wie beim Black Friday. Zielstrebig, aber entspannt machen wir uns auf den Weg zum Stapel mit den PlayStation-Konsolen. Wenn man sich anschaut, was bei aktuellen Drops der PS5 auf diversen Onlineshops abgeht – permanentes Refreshing der Websites, Kunden, die wie verrückt auf kaufen klicken, um irgendwie durchzukommen vs. die Armee der Scalper-Bots – es hätte viel schlimmer kommen können.

Ich bin unter den ersten 10, die an diesem Tag eine PlayStation mit nach hause nehmen können. An der Kasse ist die Stimmung gelöst. Unter denen, die sich eine PS5 sichern können, herrscht Einigkeit: man ruft sich auf dem Weg nach draußen und auf dem Parkplatz noch ein „Viel Spaß!“ zu. Es war ein langer Weg bis hierher, den wir, obwohl wir uns nicht kennen, gemeinsam gegangen sind.

Mein Fazit: Wenn ihr das Warten satt habt, werft ein Auge auf lokale Angebote in eurer Nähe. Und wenn es doch mal etwas weiter sein sollte, denkt an das 9-Euro-Ticket: Den ganzen August über gilt es immerhin noch – danach mal sehen, wie es weitergeht. Übrigens: Auf dem Rückweg sah es im Zug schon ganz anders aus, 9-Euro-Ticket und Ferien machen sich doch bemerkbar. Wenn ihr es so machen wollt wie ich, stellt euch auf anstrengenden Tag ein, der es aber allemal wert ist.