Aus Angst vor AMD? Intel greift zu drastischen Mitteln

Robert Kohlick 2

Wer sich in den Online-Diskussionsrunden zahlreicher Hardware-Bereiche umsieht, wird feststellen, dass Intel-Prozessoren inzwischen für viele Leute zu teuer geworden sind. AMD scheint für die Mehrheit das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Um das zu ändern, greift Intel nun zu drastischen Mitteln. 

Aus Angst vor AMD? Intel greift zu drastischen Mitteln
Bildquelle: Intel.

Knallharte Preissenkung bei Intel: Neue Prozessoren sollen nur noch die Hälfte kosten

Intel hat es gerade schwer. Obwohl das Unternehmen noch immer die schnellsten Gaming-Prozessoren im Sortiment hat, scheinen immer mehr Leute lieber zu den Produkten der Konkurrenz zu greifen. Höchste Zeit, dass Intel darauf reagiert und die Preise für Prozessoren drastisch reduziert. Doch anstatt die Verkaufspreise der Publikumslieblinge wie dem i9-9900K zu senken, scheint sich Intel zuerst auf das High-End-Desktop-Segment (HEDT) konzentrieren zu wollen. Dort werden die Preise im Vergleich zur vorherigen Generation um über 50 Prozent abgesenkt.

Während Intel seinen aktuellen 18-Kern-Prozessor, den i9-9980XE, zu einem UVP von 1.979 US-Dollar anbietet, soll der direkte Nachfolger, der i9-10980XE, nur noch 979 US-Dollar kosten. Auch die anderen Modelle der neuen Cascade-Lake-X-Reihe werden im Vergleich zu ihren Vorgängern stark vergünstigt angeboten:

i9-9900K bei Mindfactory anschauen *

Prozessor Kerne/Threads Basis-/Turbo-Takt RAM-Unterstützung Preis
Core i9-10980XE 18/36 3,0 / 4,8 GHz max. 256 GB DDR4-2933 979 US-Dollar
Core i9-9980XE 18/36 3,0 / 4,5 GHz max. 128 GB DDR4-2666 1.979 US-Dollar
Core i9-10940X 14/28 3,0 / 4,8 GHz max. 256 GB DDR4-2933 784 US-Dollar
Core i9-9940X 14/28 3,0 / 4,5 GHz max. 128 GB DDR4-2666 1.387 US-Dollar
Core i9-10920X 12/24 3,0 / 4,8 GHz max. 256 GB DDR4-2933 689 US-Dollar
Core i9-9920X 12/24 3,0 / 4,5 GHz max. 128 GB DDR4-2666 1.189 US-Dollar
Core i9-10900X 10/20 3,0 / 4,7 GHz max. 256 GB DDR4-2933 590 US-Dollar
Core i9-9900X 10/20 3,0 / 4,5 GHz max. 128 GB DDR4-2666 989 US-Dollar

Trotz Preissenkung: Intel dürfte es weiterhin schwer haben

Doch warum diese starke Preissenkung? Das dürfte vor allem an dem bevorstehenden Start der neuen Threadripper-3000-Prozessoren von AMD liegen. Sowohl Intels als auch AMDs neue High-End-CPUs sollen bereits im November in den Verkauf gehen. Zwar hat es Intel laut eigener Aussage geschafft, die Leistungsfähigkeit im Vergleich zur letzten Generation um 7 Prozent zu steigern, die Anzahl der PCIe-Lanes auf 48 zu erhöhen und die Menge an unterstütztem Arbeitsspeicher zu verdoppeln – im Vergleich zu den technischen Spezifikationen der Threadripper-Prozessoren ziehen die neuen CPUs aber trotzdem den Kürzeren. Die dritte Generation der Profi-Chips von AMD soll nicht nur weiterhin 64 PCIe-Lanes bieten, sondern auch PCI-Express 4.0 unterstützen. Der neue Standard verspricht eine Verdoppelung der Bandbreite, wovon vor allem schnelle SSDs profitieren.

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Außerdem hat AMD auch noch seine „normalen“ Ryzen-Prozessoren im Angebot, die ebenfalls Intels preiswerten HEDT-Prozessoren Konkurrenz machen. Schließlich bieten der stark gefragte Ryzen 3900X und der bald erscheinende Ryzen 3950X bereits 12 bzw. 16 Rechenkerne und kosten dennoch nur 529 Euro bzw. 749 US-Dollar.

Ryzen 9 3900X bei Mindfactory anschauen *

Trotz der starken Preissenkung dürften es Intels neue Prozessoren also zum Start ziemlich schwer haben. Ob der rabiate Preisnachlass die Verkäufe ankurbeln kann, wird die Zeit zeigen.

Was sagt ihr zu Intels neuer Preisstrategie? Denkt ihr, dass Intel auf diese Weise wieder eine preislich attraktive Alternative zu AMDs Threadripper-Prozessoren anbieten kann? Oder werden die neuen Chips eurer Meinung nach wie Blei in den Regalen liegen bleiben? Und wann wird Intel auch anfangen, über die Preisgestaltung der normalen Consumer-Prozessoren nachzudenken? Schreibt uns eure Gedanken zum Thema gerne in die Kommentare.

Redaktioneller Hinweis: Bei der Abbildung handelt es sich um eine Rendergrafik der Mobil-Prozessoren von Intels zehnter CPU-Generation. Das Foto dient lediglich als Symbolbild.

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