Aus Bastelei wird Profi-PC: Wie der neue Mac Pro zu seinen Löchern kam

Thomas Konrad 1

Der Mac Pro, den Apple auf der WWDC im Juni erstmals zeigte, wird Dank seines Designs gerne als „Käsereibe“ bezeichnet. Aber wie kam Apple eigentlich auf die Idee zu der ungewöhnlichen Gestaltung? Wie kamen die Löcher in die Front? Hier gibts die Auflösung:

Beim Design des neuen Mac Pro greift Apple auf das eigene Archiv zurück: Henkel und verschiedene Kühlzonen im Inneren gab es schon bei älteren Profi-Macs. Auch das Gittermuster ist nicht ganz neu: Apple hat es 2015 schon unfreiwillig vorgestellt.

Mac Pro 2019: Das Gittermuster war eigentlich ein Hobby

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Hey Apple, die haben den Mac Pro schon kopiert! – PC-Gehäuse jetzt zu haben

Komplexere Gitterstrukturen hat Apple schon on der Vergangenheit verwendet, doch beim neuen Mac Pro sind sie erstmals dreidimensional, entstehen durch halbkugelförmige Fräsungen auf beiden Seiten der Aluminiumplatten. Na? Klingelt da etwas? Einen 9to5mac-Leser erinnerte das jedenfalls an das Hobby-Projekt eines Apple-Designers, den das Portal „The New Yorker“ in seinem Jony-Ive-Profil im Jahr 2015 vorstellte:

Ian Parker traf damals nicht nur Jony Ive selbst, sondern auch Mitglieder des Design-Teams. Einer davon, Bart André, verriet, dass er meist schon um 5 oder 6 Uhr im Büro ankomme, um an geometrisch komplexen Objekten zu arbeiten. Die lasse er dann von anderen Mitarbeitern auch herstellen. Eine ganze Kiste voller verschiedener Muster ist so zusammengekommen. Und die lasse Jony Ive auch gerne mal herbeitragen, wenn das Team auf der Suche nach neuen Designs ist – zum Beispiel für einen Lautsprechergrill. Oder für den Mac Pro: Denn ein 3D-Modell, das André dem New Yorker zeigte, erinnert stark an Apples neuen Desktop-Mac.

Apple stellt den neuen Mac Pro vor:

Apple-Informationsvideo: Mac Pro 2019 vorgestellt.

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Als Untersetzer hatte André ein Kunststoffstück verwendet, das auf beiden Seiten gleichmäßig durchlöchert war. Ein sechseckiges Muster sei von beiden Seiten abgetragen worden, allerdings versetzt, erklärte er Parker. Durch die Überschneidung der Ausschnitte entstünden interessante neue Formen – eine Beschreibung, die ganz nach dem neuen Mac Pro klingt. Einziger Unterschied: Die Einschnitte sind halbkugelförmig. Man darf davon ausgehen, dass André auch das im Morgengrauen schon einmal erprobt hatte.

Technisch haben die Löcher beim neuen Mac eine ganz praktische Funktion: Sie dienen dazu, um den Luftstrom möglichst gut durch das Gehäuse zu leiten, um die Abwärme der Komponenten abzuführen. Auch der Mac Pro, den Apple von 2006 bis 2013 verkaufte, setzte auf dieses Konzept, allerdings mit schlicht gestalteten Löchern. Nichts desto trotz erhielt auch dieses Modell bereits den Beinamen „Käsereibe“.

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