Womit fahren E‑Autos, wenn der Strom knapp wird? Eine Frage, die viele Länder vor dem Winter beschäftigt, doch kaum eines plant so drastische Einschnitte wie unsere Nachbarn in der Schweiz. E‑Auto-Fahrern drohen dort massive Einschränkungen und sogar Fahrverbote. Doch die Maßnahmen betreffen nicht nur Autofahrer.

Schweiz will Strom sparen — E-Autos könnten stehen bleiben

E‑Auto-Fahrerinnen und -Fahrer in der Schweiz müssen sich im Fall der Fälle auf einen besonders harten Winter einstellen. Die Regierung plant, im Fall einer Unterversorgung mit Strom drastische Einschränkungen: „Die private Nutzung von Elektroautos ist nur für zwingend notwendige Fahrten gestattet (z. B. Berufsausübung, Einkäufe, Arztbesuche, Besuch von religiösen Veranstaltungen, Wahrnehmung von Gerichtsterminen)“, heißt es im Entwurf einer Notverordnung für den Ernstfall.

Das ist allerdings bereits die letzte Stufe von dreien, die in dem Notfallplan vorgesehen sind. Auch ein Tempolimit für die Autobahn ist in der Schweiz Teil des angedachten Programms. Wie auch beim Verbrenner soll damit der Verbrauch auch bei E‑Autos gesenkt werden. Die Maßnahmen stammen aus dem „Entwurf der Verordnung über Beschränkungen und Verbote der Verwendung elektrischer Energie“ (Quelle: t-online).

Weil die Schweiz über das europäische Netz Teile des Strombedarfs importiert – unter anderem auch aus Deutschland –, stellt man sich mit den Plänen für den Fall einer Unterversorgung auf. Die Maßnahmen würden dann noch einmal der aktuellen Situation angepasst und gegebenenfalls in Kraft treten, erläutert t‑online.

Ob ein E-Auto überhaupt infrage kommt, hängt oft am Preis:

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Netflix und Co: Schweiz zwingt Streamingdienste zu miesen Bildern

Die Notfallpläne erstrecken sich allerdings noch viel weiter als nur auf E-Autos. Zu den weiteren Einschränkungen gehören:

  • Streaming-Dienste wie Netflix und Co. dürfen bereits ab Stufe 2 des Notfallplans nur noch in SD-Qualität senden.
  • Waschmaschinen dürfen nur noch mit maximal 40 °C Wassertemperatur betrieben werden.
  • Kühlschränke dürfen nicht kälter als 6 °C eingestellt sein.
  • Warmes Wasser in öffentlichen Toiletten wird abgestellt.

Vergleichbar drastische Pläne gibt es in Deutschland t‑online zufolge nicht. Hier konzentrieren sich Notfallpläne auf die Wiederherstellung der Stromversorgung, nicht auf Sparmaßnahmen. Entsprechende Empfehlungen können zwar von Bund, Ländern oder auch Kommunen ausgegeben werden, sie verpflichten Verbraucher aber nicht zum Stromsparen.