E-Autos fahren mit Strom, gespeichert wird der im Akku – ganz einfach also. Doch der Bosch-Chef warnt davor, sich nur auf diese Technologie für die Zukunft des Automobils zu verlassen. Der Gasmangel halte Deutschland gerade deshalb im Griff, weil kaum Alternativen zur Verfügung stehen. Ein Fehler, den man bei E-Autos nicht wiederholen sollte.

 
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Bosch-Chef: Gasmangel sollte E-Auto-Herstellern eine Lehre sein

Das E-Auto setzt sich als Alternative zum Verbrenner immer mehr durch. In den vergangenen beiden Jahren, vor allem seit der Aufstockung des Umweltbonus‘ haben die Zulassungen bei Elektroautos ordentlich angezogen. Fast alle Hersteller sind auf den Zug aufgesprungen, setzen vollständig auf E-Autos. BMW ist in Deutschland aktuell fast die einzige Ausnahme, international setzen vor allem Toyota und Honda noch nicht gänzlich auf batteriebetriebene Modelle.

Genau davor warnt jetzt der Chef des deutschen Industrieausrüsters Bosch, Markus Heyn. Für ihn birgt es ein großes Risiko, sich nur auf eine Antriebsart zu fixieren: „Wir sehen ja gerade, welche Folgen der Gasmangel für Deutschland und Europa hat, weil wir zu wenig Alternativen vorbereitet haben“, so Heyn gegenüber der Stuttgarter Zeitung (via Ecomento).

„In der Autoindustrie sollten wir uns aus diesem Anlass fragen, was wir tun können, sollte es einmal zu wenig Batteriezellen geben“, so der Bosch-Chef weiter. Die letzten Jahre der Pandemie haben gezeigt: Sein Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Viele Hersteller, allen voran Tesla, setzen bereits verstärkt auf eigene Batterieproduktion. Auch die ausgelagerte Chip-Herstellung hat sich als eine mögliche Achillesferse der Autohersteller erwiesen.

Wenn in Zukunft internationale Lieferketten versagen oder Rohstoffe knapper und teurer werden, könnte es sich als Fehler erweisen, nur auf BEVs – also E-Autos mit Batterieantrieb – gesetzt zu haben. Dann wolle „sicher jeder eine Alternative zum Batterieantrieb. Diese wird es aber nur geben, wenn wir sie rechtzeitig vorbereitet haben“, so Heyn.

Was spricht für ein E-Auto, was dagegen? Die Antwort gibt's im Video:

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Als Alternative stehen E-Fuels oft in der Kritik. Der neue VW-Chef Oliver Blume will sie aber nicht abschreiben. Bosch arbeitet als Automobilzulieferer eng mit Herstellern zusammen – und hat zuletzt zwei Transporter mit Brennstoffzellen vorgestellt. Hier wird ein Elektromotor über eine Wasserstoffzelle angetrieben. Heyn dürfte bei der Umsetzung dieser Alternative auch eine Chance für Bosch sehen.