Alles, was ihr in Carrion tun müsst, ist Pixel-Männlein zu zerfetzt und aufzuessen. Klingt nach einem guten Spielprinzip, oder? (Das war eine Lüge, ihr müsst tatsächlich noch mehr machen – und es ist tatsächlich gut.)

 

Indie Games

Facts 

Als ich Carrion vor zwei Jahren zum ersten Mal in einem niedlich-schleimigen Teaser gesehen habe, war ich bereits ein wenig verliebt: Gedärm-Monster á la „Das Ding aus einer anderen Welt“ hangelt sich mit seinen Gedärm-Armen durch ein Pixel-Labyrinth und ergötzt sich an den Gedärm-Gedärmen kleiner Pixel-Männlein, die kreischend weglaufen. Da ist viel Blut und viel Schreien – aber auch eine verdammt hübsche Pixel-Grafik neben der selten Möglichkeit, selbst zum Monster im Spiel zu werden: Denn ihr seid natürlich dieses eklige Ding, das sich in Metroidvania-Manier von Level zu Level weiterentwickelt; größer, böser, widerlicher und schleimiger wird.

Viel zu lange Rede – werft selbst einen Blick auf Carrion:

Carrion – Blutiger Reveal-Trailer

Nach zwei Jahren Entwicklung rutscht Carrion nun endlich auf den Markt, für Switch, Xbox One und PC. Falls ihr unsicher seid, ob ihr gern ein sadistisches Menschenfresser-Ding spielen wollt, könnt ihr euch meine Vorschau Carrion: Ein Fleischsack, der tötet durchlesen.

Kaufen könnt ihr euch Carrion ab dem 27. Juli abends auf Steam, GOG, im Microsoft Store für Xbox One oder für die Switch.

Worum geht es in Carrion? Neben dem puren Spaß am Töten von Pixelmenschen hat das Ganze natürlich auch eine Story, die recht schnell erklärt ist: Ihr seid ein Fleischsack, der aus einem Untergrundlabor der Menschen entwischt ist und, entsprechend einiger Sci-Fi-Horror-Klischees, anfängt alle zu töten. Vielleicht aber wollt ihr einfach nur entkommen und überleben? Den Fleischsack könnt ihr zwar nicht fragen, dafür gibt es etliche Möglichkeiten, mit ihm die Menschlein umzubringen: Ihr könnt sie gegen Wände werfen, sie auffressen, andere Dinge auf sie werfen und sie dann fressen oder Menschen auf Menschen werfen – und sie dann, natürlich, fressen. Je mehr ihr fresst, desto größer werdet ihr und desto weiter kommt ihr im entsprechenden Level.

Carrion ist allerdings nicht nur Gore. Als ich es auf der gamescom 2019 anspielen durfte, konnte ich mit meinem Fleischsack über Blutlöcher durch die Level wandern, konnte Rätsel lösen, mir neue Fähigkeiten aneignen und mit ihnen schließlich neue Level öffnen. Es ist ein 2D-Metroidvania, wie es im Buche steht.

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Um ehrlich zu sein: Ich mag Metroidvania wie auch Plattformer nicht einmal wirklich. Es sind interessantes Genres, die mir nie viel bedeutet haben – und doch hat Carrion einfach verdammt viel Spaß gemacht. Es wird vielleicht das (fast) einzige 2D-Metroidvania bleiben, das ich je spielen werde. Neben Blasphemous.

Marina Hänsel
Marina Hänsel, GIGA-Experte für Horror, RPGs, Dead By Daylight und Minecraft.

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