China-Hersteller wagt nächsten Schritt: Unerwartete Konkurrenz für Samsung und Huawei

Simon Stich 1

Ein chinesischer Smartphone-Hersteller will es mit den ganz Großen aufnehmen. Statt auf Technik der Konkurrenz zu setzen, soll jetzt ein eigener Prozessor her. Der etablierten Konkurrenz dürfte das gar nicht gefallen – doch vielleicht belebt neue Konkurrenz das eingeschlafene Geschäft.

Oppo M1: Eigener Prozessor in Planung

Der chinesische Hersteller Oppo ist hierzulande kaum in der Smartphone-Landschaft vertreten. Dennoch gehört die Marke der BBK Electronics, zu der auch Vivo und OnePlus gehören, in China zu den wichtigeren Herstellern mit einem Marktanteil von knapp unter zehn Prozent. Spätestens jetzt dürfte aber klar sein, dass es Oppo bei kleineren Erfolgen nicht belassen möchte. Nach Informationen des niederländischen Blogs LetsGoDigital, auf das sich unter anderem GSMArena bezieht, plant Oppo mit einem eigenen Prozessor anzugreifen.

Oppo hat demnach ein Patent beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum eingereicht, in der ein neuer Prozessor beschrieben wird. Echte Details sind hier zwar noch nicht herauszulesen, doch der Chip soll auf den Namen Oppo M1 hören. Vieles deutet darauf hin, dass es sich hierbei um einen mobilen Prozessor für Smartphones handelt. Dazu passen auch Gerüchte, nach denen sich Oppo in letzter Zeit stark um Mitarbeiter der Prozessorkonkurrenz von MediaTek und Speadtrum bemüht hat.

Dass es Oppo durchaus ernst meinen könnte, zeigt auch das Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Provinz Guangdong, wo Oppo seinen Hauptsitz hat. Es wurde zu Beginn des Jahres 2019 eingeweiht und soll Oppos Aktivitäten für zukünftigen Technologien bündeln. Auch im Bereich 5G möchte sich Oppo stärker positionieren.

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Oppo M1: Schlechte Nachrichten für die Konkurrenz?

Von eigenen Oppo-Prozessoren wären derzeit vor allem die Hersteller Qualcomm und MediaTek betroffen. Sollte Oppo auf Chips dieser beiden Produzenten gänzlich verzichten können, wäre das immerhin ein empfindlicher Schlag für die amerikanischen und taiwanesischen Konzerne. In Panik geraten müssen die beiden aber sicher nicht: Auch Oppo-Konkurrenz Xiaomi hatte bereits 2017 mit dem Surge S1 einen eigenen Chip auf den Markt gebracht, danach aber keine weiteren Prozessoren angefertigt.

Noch weniger Sorgen müssen sich Samsung, Huawei und Apple machen, da die selbst produzierten Prozessoren dieser Konzerne bei Oppo ohnehin keine Rolle spielen. Dennoch gibt es Hoffnung, dass der Prozessormarkt durch einen weiteren Teilnehmer etwas interessanter werden könnte. Sollte Oppo wirklich zu einer ernsthaften und vor allem günstigen Konkurrenz werden, dann sind immerhin die Etablierten mehr angespornt, bessere Prozessoren zu günstigeren Preisen anzubieten.

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Wann Oppo seinen ersten eigene Chip präsentiert, steht noch nicht fest. Bei der Halbleitermesse Semicon China, die im März 2020 stattfindet, ist Oppo nicht als Hersteller gelistet. Möglicherweise gibt es zum Oppo M1 beim Mobile World Congress Shanghai Ende Juni 2020 mehr Informationen.

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