Vor sechs Jahren hatte auch das EU-Parlament die Frage diskutiert, ob Suchmaschinen wie Google zu viel Einfluss im Internet haben. Google kam damals ungeschoren davon. Aktuell läuft in den USA eine weitreichende Monopoldebatte. Könnte es diesmal für Google eng werden? 

 

Google Chrome

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Politmagazin berichtet: US-Justiz könnte Google zum Chrome-Verkauf zwingen

Es wäre eine historische Entscheidung in den USA: Seit Jahrzehnten hat die Justiz in den Vereinigten Staaten kein Unternehmen mehr aufgrund seiner Marktmacht zerschlagen. Laut einem Bericht US-Politmagazin Politico könnte es Google nun tatsächlich treffen. Vor rund sechs Jahren hatte es auch in Europa ähnliche Überlegungen gegeben. Margrethe Vestager, seit Dezember 2019 die geschäftsführende Vizepräsidentin und EU-Komissarin für Digitales, steht der Überlegung inzwischen skeptisch gegenüber.

Anders die USA: Dort spielen Justizministerium und Staatsanwälte offenbar mit dem Gedanken, Google zum Verkauf des Chrome-Browsers zu zwingen. Auch Teile des Werbegeschäfts könnten dem US-Unternehmen abhandenkommen. Von den Plänen der Justiz berichtet aktuell Politico und beruft sich dabei auf Gespräche mit drei eingeweihten Personen.

Das US-Justizministerium bereite aktuell außerdem eine Klage gegen Google vor: Das Unternehmen habe seine Marktmacht bei der Suchmaschine missbraucht, lautet der Vorwurf des Ministeriums. Google scheint aus den Kartell-Anhörungen in den vergangenen Monaten als vorderste Zielscheibe hervorzugehen. Auch Apple, Facebook und Amazon mussten dem US-Kongress Rede und Antwort stehen.

Google Pixel 3a (64 GB)

Google Pixel 3a (64 GB)

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Google Chrome im Visier

Googles Chrome-Browser ist weltweit der mit Abstand beliebteste Internetbrowser: Laut Statista lag sein Marktanteil im Juli 2020 bei knapp 70 Prozent. Firefox und Safari kommen jeweils auf etwas über 8 Prozent. Die Spitzenposition hatte Google Chrome erstmals im Jahr 2012 übernommen – und den Internet Explorer damit in die Bedeutungslosigkeit gedrängt. Nur drei Jahre dominierte die Microsoft-Software den Markt – mit einem 65-Prozent-Anteil im Jahr 2009.

Laut Politico hätten sich US-Ministerium und Justizbeamte auf der Suche nach Möglichkeiten, Google zu schwächen, bei Experten und der Konkurrenz im Werbegeschäft umgehört. Beteiligte hätten demnach auch den Zwangsverkauf des Google-Browsers ins Spiel gebracht. Google wird unter anderem vorgeworfen, den Suchverlauf der Nutzer für maßgeschneiderte Werbeeinblendungen zu nutzen – ein Vorteil gegenüber Mitbewerbern im Werbegeschäft.

Thomas Konrad
Thomas Konrad, GIGA-Experte für macOS, iOS und Apple-Hardware.

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