Cyberpunk 2077: Das sagt die Presse zu den 50 Minuten Gameplay auf der E3 2019

Marina Hänsel 8

CD Projekt Red zeigten auf der E3 2019 klammheimlich eine größere Kostprobe von Cyberpunk 2077 – allerdings nur jener Presse, die vor Ort gewesen ist. Wie letztes Jahr gibt es also noch kein 50-minütiges Gameplay-Video, dafür aber jede Menge Artikel, die über jenes Gameplay berichten. Lasst uns den Hype ein wenig dehypen, was meinst du?

Über die letzten Jahre hinweg mag so manch einer der Annahme anheimgefallen sein, Cyberpunk 2077 sei nicht kritisierbar. Das ist jetzt vorbei, wenngleich die Erwartungen von Kritikern und Fans gleichermaßen bis jetzt derart hoch gewesen sind, dass es kaum noch möglich war, sie weiterhin zu halten – oder gar zu übertreffen. Auf der E3 2019 also luden CD Projekt Red Presse und Influencer wieder auf ein Tässchen Cyberpunk 2077 ein, das ganze 50 Minuten andauerte. Was wurde kritisiert? Was wurde geliebt? Was war eher mäh? Ich fasse für dich die wichtigsten Zitate der Presse zusammen und nein, sie sind nicht alle himmelhoch jauchzend – allerdings auch nicht zu Tode betrübt.

Was genau wissen wir alles über Cyberpunk 2077? Ich habe für dich viele Details zum Spiel zusammengefasst:

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Das ist Cyberpunk 2077: Release-Datum, Gameplay, Trailer und mehr Infos.

Peter Bathge von der GameStar: „Dieses Spiel hat beste Chancen, die astronomisch hohen Erwartungen der Fans voll und ganz zu erfüllen. Das ist das größte Lob, das ich mir vorstellen kann.

Daniel Koller von Der Standard: „Die nun vorgeführte Demo zeigte ein Game, das durchaus sehr viel Potential hat, aber nach aktueller Sicht der Dinge keine Revolution mit sich bringt.

Matthias Dammes von PCGames: „Ich habe jetzt zusammen mit der Demo vom letzten Jahr knapp zwei Stunden Gameplay von Cyberpunk 2077 gesehen. Trotz dieser vielen Eindrücke habe ich nach wie vor das Gefühl, nur an der Oberfläche dessen zu kratzen, was alles in diesem Rollenspiel-Monster steckt. Die verschiedenen Möglichkeiten, an Dinge heranzugehen, sind nicht nur faszinierend, sondern wirken auch völlig natürlich. Beeindruckend stellte sich diesmal auch wieder die lebendige und vielfältig gestaltete Spielwelt dar. Obwohl uns mit Pacifica diesmal einer der am wenigsten belebten Distrikte von Night City gezeigt wurde, war auf den Straßen mehr los als in vielen anderen Spielen. Die Demo war natürlich noch nicht perfekt. An einigen kleinen Grafikglitches merkte man, dass noch nicht alles völlig poliert ist. Aber zehn Monate vor Release macht mir das alles noch keine Sorgen. Ich hoffe nur, dass wir das Spiel bald auch endlich mal selbst anspielen können.

Matt Cox von RockPaperShotgun: „We’ve still seen only another small slice of a game that will be dozens of hours long, but after this year’s inconsistent combat and questionable representation, my expectations have been tempered.

Chris Tapsell von Eurogamer.com: „There’s a massive, dubstep-wubbing bulge to the red Black Wall, and with that our first proper look at the true themes of the cyberpunk genre - transience (someone actually said it at one point!), humanity, identity, self. I’ve had a mental vomit break from all the limb chunking - talking to others who saw the presentation I think I might have had a particularly stab-ho demonstrator - and am way, way back on board. It feels more real, but by the end of demo it still, for the most part, feels just as astonishing.

Tom Marks von IGN.com: „As for the other parts we’ve already seen, I’m still not yet sure how I feel about the gunfights and driving. The demo saw a variety of different weapons used and a travel scene where V is riding the red motorcycle seen in Cyberpunk 2077’s collector’s edition statue, but it’s hard to get a sense of the weight or feel of either these activities without going hands-on for myself. (…) So while this demo didn’t floor me the way last year’s did, it certainly got me excited to play Cyberpunk 2077 - mostly because now I can actually see myself playing Cyberpunk 2077.

Charlie Hall von Polygon: „In motion, the combat-focused build made the game feel more like a clumsy cover shooter, something a bit like The Division 2 played in first-person. The enemy AI, for its part, was having quite a bit of trouble keeping up. Many times during the demo they appeared to get stuck on the environment, melee flailing wildly at nothing at all. As it stands right now, the more dynamic, improvisational, and frankly interesting way to play Cyberpunk 2077 seems to be as a Netrunner.

Was sagt die Kritik?

Natürlich konnte ich nicht alle Argumente zusammenfassen, welche die jeweiligen Zitate untermauern. Im Großen und Ganzen jedoch war die deutsche Presse positiver gestimmt, als die internationale – wobei einzig RockPaperShotgun tatsächlich kritisch über die 50-minütige Gameplay-Demo berichteten. Hauptkritikpunkte von ihnen waren das gezeigte Schusswaffen-Gameplay, das „trivial“ gewirkt habe sowie die leicht rassistischen Züge jener Quest, die in der Demo gezeigt wurde.

Dort tritt V gegen eine Gruppe an, die sich „Animals“ nennt und davon besessen ist, sich selbst in den Cyberspace hochzuladen. Die Quest selbst ist zu komplex, um sie jetzt en détail zu beschreiben – in ihrem Verlauf jedoch kämpft V gegen die hauptsächlich afroamerikanisch-aussehenden Gruppe Animals und lässt ein sarkastisches „Was soll denn dem bedeuten?“ fallen, als Anspielung auf deren Aussprache:

Ab da an habe ich mich zunehmend unwohl gefühlt, weil wir auf überwiegend schwarze Leute schießen, die Tiere genannt werden“, erklärt Matt Cox in seinem Artikel auf RockPaperShotgun.

Cox hat CD Projekt Red-Produzent Konrad Tomaszkiewicz direkt im Anschluss auf seinen Eindruck angesprochen, und wie dieser sagt, seien die Animals keineswegs nur schwarz – oder größtenteils schwarz – sondern gemischt, wie später im Spiel noch klar wird:

Obviously we’re paying a lot of attention to representing different groups respectfully. You know, there’s always a risk. Of course we have it in the back of our heads that we need to be careful about this. We are contacting different consultants to learn about specific groups, and our company has a variety of people with different beliefs. As for The Animals, if you play through the game you’ll see that they’re not mostly black people, it’s mixed.

Letztes Jahr hat CD Projekt Red eine 48-minütige Gameplay-Demo auf der E3 2018 gezeigt und sie später im Herbst für alle veröffentlicht. Schau her:

Cyberpunk 2077 Gameplay Reveal - 48 Minuten Walkthrough - Trailer.

Es erscheint mir also sehr wahrscheinlich, dass sich auch diese 50 Minuten Cyberpunk 2077 irgendwann in unsere Internet hochladen und dazu einladen werden, dass wir uns selbst ein Urteil über den Zustand des Spiels zu bilden. Und dann wird es auch gar nicht mehr so lang bis zum Release sein, denn die Punks wollen ab dem 16. April 2020 auf PC, PS4 und Xbox One krabbeln.

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