Death Stranding ist derart anders, dass es ein eigenes Genre begründen soll

Marina Hänsel

Death Stranding ist kein Stealth. Hideo Kojimas Metal Gear Solid war Stealth, wenngleich es damals (vor 1000 Jahren) nicht mit Stealth beworben wurde, sondern mit Tactical Espionage Action – denn das Stealth-Genre etablierte sich erst zu Zeiten von Metal Gear Solid. Kojima hat schon einmal ein Genre begründet, und es scheint beinahe, als wolle er das wieder tun.

Was ist Death Stranding? Welchem Genre gehört es an? Kojima zwitschert auf Twitter von seinem neuen Spiel so wenig kryptisch und direkt, dass es verwunderlich ist, wie wenig wir trotzdem verstehen (aber vielleicht ist es gar nicht so wenig, uh): Death Stranding sei weder ein Stealth- noch ein Action-Spiel, nein, vielmehr sei es ein „Action-Spiel/Strand-Spiel (Social Strand System)“. Achtung: Englisch „strand“, nicht Ballermann-Strand.

Danke, Mr. Kojima, jetzt wissen wir Bescheid.

Nein, wirklich: Ich glaube, wir wissen jetzt tatsächlich Bescheid. Zumindest ein wenig, denn nach allen Andeutungen, die über die Jahre hinweg an den Strand der Fans gespült wurden, wird das Bild langsam klarer. Ganz besonders, da Kojima schon einmal daran beteiligt gewesen ist, ein neues Genre zu begründen: Als Metal Gear Solid mit anderen Titeln die Geburt der Stealth-Spiele einläutete:

Wie Kojima hier erklärt, wird kein Genre von einem Entwickler begründet – was gleich doppelt stimmt: Es braucht zunächst einmal mehrere Spiele, die wenigstens in dieselbe Richtung fließen und gleichsam ist es wohl die Allgemeinheit und kein Entwickler, der schließlich ein Wort, eine Bezeichnung und damit auch ein Genre ins Leben rufen kann. Das ist exakt das, was bei Metal Gear Solid passierte, und womöglich könnte Death Stranding einen ähnlichen Weg einschlagen: Indem es eine besonders Spielmechanik, die es sicherlich schon in anderen Spielen gab, in den Mittelpunkt rückt und perfektioniert.

Und welche Spielmechanik wäre das?

Vielleicht das, was wir aus Dark Souls, No Man’s Sky und experimentellen Spielen wie Mirror Layers kennen (wenngleich hier in einem etwa anderen Sinne): Eine Art von Multiplayer, die Spieler in einer Welt verbindet, ohne, dass sie diese komplett Welt teilen. In Dark Souls etwa kannst du Nachrichten für andere hinterlassen, ohne, dass du ihnen je begegnen musst. In No Man’s Sky bist du im Singleplayer-Modus allein im Universum, kannst aber deine Basen in das allgemeine Universum hochladen, sodass es für alle anderen Singleplayer zugänglich wird. Auch benennst du Tiere, Pflanzen und Planeten, deren Bezeichnungen am Ende alle lesen können. Im kleinen, aber fantastischen Horrorspiel Mirror Layers gibt es bestimmte Aufgaben, die du einzig mit der Community lösen kannst (du musst demnach mitten im Spiel den Broswer öffnen, um neue Spieldateien hrunterzuladen).

Alles, was du wissen musst (psst: Death Stranding erscheint am 8. November 2019):

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Das ist Death Stranding: Release-Datum, Gameplay, Story, Pre-Order und mehr Infos.

Sony hat bereits bestätigt, dass Death Strandings Multiplayer ebenso funktionieren wird: Im Verlauf des Spiels wirst du Ressourcen und Basen für andere Spiele hochladen können; womöglich sind darunter auch Nachrichten. Du siehst die anderen nicht, es wird demnach kein normaler Multiplayer werden und PvP hat Kojima bereits ausgeschlossen. Was völlig nachvollziehbar ist, soll Death Stranding die Spieler doch verbinden, anstatt sie zu entzweien.

Es gibt einige mehr oder weniger bestätigte Hinweise darauf, dass Death Stranding darauf abzielt, sogar alle Spieler während des Spieldurchlaufs in Verbindung zu setzen. Und das vielleicht derart extrem, dass jenes Endziel – welches auch immer das sein mag – vielleicht nur gemeinsam erreicht (oder auch nicht erreicht) werden kann. Ich habe einige dieser Gameplay-Details zum Spiel in meinem Death Stranding-Artikel aufgelistet.

Achso, wie wäre es mit einem Blick auf den neuen Pre-Order-Trailer zu Death Stranding?

Death Stranding – Pre-Order Trailer.

Das „Social Strand System“ oder auch der Begriff „Strand-Spiel“ wird sicherlich auf jenen sozialen Multiplayer-Aspekt abzielen. Das Faszinierende: Diese Art von Multiplayer hat tatsächlich noch keinen offiziellen Namen, ich meine, ich würde es jetzt mal „Dark Souls-Multiplayer-Dingens“ nennen, aber nun – ich nehme an, da wird sich noch etwas Besseres finden lassen. Ah, ich hab’s! Strand-Multiplayer?

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