Design des Mac Pro 2019: Apples Top-Computer ist ein Remix aus dem Archiv

Thomas Konrad

Mit dem auf der WWDC 2019 vorgestellten Mac Pro betritt Apple Neuland – bei der Rechenleistung und beim Preis. Alles neu auch beim Design – und doch nicht ohne Vorbilder aus der jüngeren Apple-Geschichte. Jony Ive hat bei seinem vielleicht letzten Desktop-Mac offenbar tief im Archiv gegraben.

Mac Pro 2019: Manche Design-Elemente sind 20 Jahre alt – und doch neu

Apples Mac Pro stahl den neuen Betriebssystemen auf der diesjährigen WWDC das Rampenlicht: Der neue Apple-Rechner ist unglaublich schnell und dürfte in manchen Varianten auch unglaublich teuer werden. Kaufen werden ihn daher wohl nur wenige. Unter die Lupe nimmt ihn die Apple-Gemeinde im Netz trotzdem – und schaut dabei vor allem auf das auffällige Design. Auffälligstes Merkmal neben dem Grundgerüst aus Edelstahl: Das 3D-Gittermuster in der Aluminium-Verkleidung. Dafür war im Netz schnell ein Vorbild aus dem Apple-Archiv gefunden – die Unterseite des PowerMac G4 Cube aus dem Jahr 2000:

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Hey Apple, die haben den Mac Pro schon kopiert! – PC-Gehäuse jetzt zu haben

Dass der würfelförmige Rechner aus dem Apple-Archiv etwas mit dem neuen Mac Pro zu tun hat, konnte man Jony Ive nach der Keynote sogar selbst sagen hören. Zumindest wenn man genau hinhört: Das Gespräch des Chef-Designers mit dem CEO hatte unter anderen der Entwickler und Podcaster Marco Arment gefilmt und auf Twitter veröffentlicht.

Jony Ive beschreibt Design und Funktion des neuen Mac Pro:

Apple-Informationsvideo: Mac Pro 2019 vorgestellt.

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Doch ganz so einfach sei es nicht, kommentiert Relay-FM-Mitgründer Stephen Hackett via Twitter. Hackett, der für seine Sammlung alter Apple-Hardware bekannt ist, öffnete kurzerhand einen G4 Cube und stellte fest: Beim Würfel-Mac (und übrigens auch beim Tower-Modell der G4-Generation) entsteht das charakteristische Gittermuster durch zwei unterschiedlich gestanzte Bauteile:

Auch wenn es optische Ähnlichkeiten zum neuen Mac Pro gibt, ist das Gitter hier weniger komplex. Bei Apples neustem Wurf entsteht es nämlich durch das Zusammenspiel halbkugelförmiger Fräsungen, die laut Apple von der Natur inspiriert seien: „Das Gittermuster des Mac Pro basiert auf einem natürlich vorkommenden Phänomen in molekularen Kristallstrukturen“, schreibt der Hersteller auf seiner Website. „Als Netzwerk aus dreidimensionalen, ineinandergreifenden Hemisphären vergrößert es die Oberfläche und optimiert den Luftstrom und die strukturelle Stabilität.“

Mac Pro: Komponententausch leicht gemacht – wie im Jahr 2000

Griff ausklappen, um 90 Grad drehen und fertig: So einfach lässt sich beim neuen Mac Pro das Gehäuse abnehmen. Beim PowerMac G4 Cube musste man den Rechner zunächst umdrehen, den Griff eindrücken und konnte so das gesamte Innenleben herausziehen. Ganz anders als beim neuen Apple-Rechner. Und doch: Neu ist die Idee eines solchen Henkels im Jahr 2019 nicht.

Beim Design des neuen Mac Pro spielt auch ein Nachfolger der G4-Generation eine Rolle: Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wo sich Apple Inspiration für das Wärmemanagementsystem holte. 

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