Die EU hat die Faxen dicke! Nachdem Valve mit einigen Publishern eine rechtswidrige Vereinbarung getroffen hat, werden die Unternehmen nun zur Kasse gebeten. Einer der „Halunken“ fühlt sich jedoch zu Unrecht an den Pranger gestellt. 

Bethesda, Valve und Co. verstoßen mit Geo-Blocking gegen EU-Recht

Valve, Bandai Namco, Capcom, Focus Home, Koch Media und ZeniMax (Bethesda) wurden von der Europäischen Kommission zur Kasse gebeten. Der Grund: Die Publisher machten gemeinsame Sache mit Valve und führten ein Geo-Blocking-System für Steam-Keys ein. Diese Praxis verstößt jedoch gegen geltendes EU-Recht. Jetzt bekommen die bösen Buben die Quittung.

Den meisten der Unternehmen dürften die Strafzahlungen jedoch kaum als ein müdes Lächeln entlocken, denn sie fallen in Relation betrachtet unfassbar gering aus:

Name des Unternehmens Höhe der Strafzahlung 
ZeniMax 1.664.000 Euro
Capcom 396.000 Euro
Bandai Namco 340.000 Euro
Koch Media 977.000 Euro
Focus Home 2.888.000 Euro
Valve 1.624.000 Euro

Durch das Geo-Blocking der Steam-Keys wird verhindert, dass Spieler einen günstigen Produktschlüssel im Ausland kaufen und dann in Deutschland aktivieren. Versuchen es die Kunden dennoch, wird der Steam-Key nicht anerkannt.

Und was ist sonst noch passiert? Wir fassen die wichtigsten Meldungen der Woche für euch in den GIGA Headlines zusammen:

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EU bittet Publisher zur Kasse: Valve sieht seinen Fehler nicht ein

Da die Publisher ihr Vergehen einsahen und mit der Europäischen Kommission kooperierten, wurden ihre Strafzahlungen um 10-15 Prozent reduziert. Nur Valve habe sich laut dem offiziellen Statement uneinsichtig gezeigt und bekam keinen „Rabatt“. Insgesamt sollen rund 100 PC-Spiele von den Einschränkungen betroffen gewesen sein. Die Strafzahlungen sollen auch anderen Publishern eine Lehre sein, wie aus einem Statement der Geschäftsführenden Vize-Präsidentin Margrethe Vestager hervorgeht:

„Die heutigen Sanktionen gegen die ‚Geo-Blocking‘-Praktiken von Valve und fünf PC-Videospiel-Publishern erinnern uns daran, dass es Unternehmen nach EU-Wettbewerbsrecht verboten ist, den grenzüberschreitenden Verkauf vertraglich zu beschränken. Solche Praktiken berauben die europäischen Verbraucher der Vorteile des digitalen EU-Binnenmarkts und der Möglichkeit, sich nach dem günstigsten Angebot in der EU umzusehen.“

Auch Videospielentwickler finden sich ab und an vor Gericht wieder:

Valve hingegen scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein und beteuert gegenüber Eurogamer, dass man in den vergangenen Jahren sehr wohl mit der Europäischen Kommission zusammengearbeitet hat. Es bleibt also abzuwarten, ob Valve die Strafe zahlt oder das Urteil anfechtet. GIGA wird euch diesbezüglich auf dem Laufenden halten.