Seit einigen Wochen wissen wir: „Mulan“ war erst der Anfang. Inzwischen ist mit „Raya und der letzte Drache“ der nächste Film aus dem Hause Disney beim eigenen Streaming-Dienst gelandet – gegen einen Aufpreis, der sich gewaschen hat. Und das sind noch nicht alle. Was bitte steckt dahinter für ein Plan?

 

Disney+

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VIP-Zugang bei Disney+ ist eine bittere Pille für Disney-Fans

Eine kleine Anmerkung vorweg: Früher hätte ich mich nicht als Disney-Fan bezeichnet – mit einigen, wenigen Ausnahmen vielleicht. Aber seit Marvel und Star Wars sich zu Rapunzel, Elsa und nicht zu vergessen Micky gesellt haben, kann ich eigentlich gar nicht anders als zuzugeben: Ich finde Disney super – wäre da nicht diese eine Sache.

Disney+ hat nach etwas mehr als einem Jahr am Streaming-Markt schon einiges zu bieten – und dass man sich das etwas kosten lässt, verstehe ich. Schließlich will ich auch von meiner Arbeit leben können. Seit wann aber ist es bitte Usus, bei (Streaming-)Abonnements nochmal extra Kasse zu machen? Blöde Frage, lässt sich im Fall von Disney+ leicht nachrechnen: Am 4. September 2020 startete „Mulan“ bei Disney+ für 21,99 Euro zusätzlich zum Abo-Preis. Mit „Raya und der letzte Drache“ geht aktuell der nächste Film diesen Weg, „Cruella“ und „Black Widow“ sollen ebenfalls eine exklusive Premiere für VIP-Kunden feiern.

Exklusiver Zugang für VIPs bei Disney+? Von wegen!

Blöd nur, dass man als VIP-Kunde bei Disney+ eben keinen exklusiven Zugang hat: Wer stattdessen etwa eh schon Amazon Prime nutzt, erhält den Film dort für 21,99 Euro – genau wie bei Disney+. Beim Prime Abo spart man dafür unter anderem auch Versandkosten – für mich der bessere Deal. Laut der Streaming-Infoseite Werstreamt.es kostet der Film auch anderswo den gleichen Preis.

Warum also gönnt sich Disney nicht den Luxus, das beste Angebot zu machen? Ich frage mich langsam: Geht man so mit seinen Kunden um? Vorstellbar ist zwar, dass man durch Altverträge gezwungen ist – klingt für einen neu erschienenen Film aber unwahrscheinlich. Lässt sich also so der meiste Umsatz machen, indem überall ordentlich Geld verlangt wird? Das wird es sein.

Was ihr dieses Jahr bei Disney+ zu sehen bekommt:

Disney+: Die neuesten Hits 2021

Vielleicht kann ich mich einfach nicht gut in das wirtschaftliche Denken hinter solchen Entscheidungen hineinversetzen. Aber das wirkt doch recht kurzsichtig und wenig nachhaltig gedacht. Ein neuer Animationsfilm, die Realverfilmung eines Disney-Klassikers und der nächste Marvel-Blockbuster sollten doch die idealen Zugpferde sein, um langfristig zahlende Kunden zu Disney+ zu ziehen. Böse Zungen könnten auch von Lockangeboten sprechen.

Bock auf Streamen trotz Kritik? Hier geht's zu Disney+

Ich wäre gerne ein (Micky-)Mäuschen beim Disney-Meeting gewesen, als entschieden wurde, dass man von einmalig 21,99 Euro plus 8,99 Euro einmaliger Abo-Preis mehr hat, als von 8,99 pro Monat über mehrere Jahre. Denn genau das ist es, was man hier riskiert: Wenn man Kunden nicht ernst nimmt, merken sie das und bleiben nicht. Ich für meinen Teil gebe Disney+ wohl noch ein paar Chancen, habe ja auch ein Jahresabo. Aber wenn das so weitergeht, sind die noch vor dem Ende des Jahres aufgebraucht.

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