Einzigartiger Zusammenschluss: Drei chinesische Handy-Hersteller vereinen sich

Peter Hryciuk

Ist das der Anfang von etwas ganz Großem? Drei der bekanntesten chinesischen Handy-Hersteller haben sich zusammengeschlossen, um eine praktische Funktion zu ermöglichen. Kommt bald noch viel mehr?

Xiaomi, Oppo und Vivo arbeiten zusammen

Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber die chinesischen Hersteller Xiaomi, Oppo und Vivo haben sich zusammengeschlossen, um die „Peer-to-Peer Transmission Alliance“ zu gründen. Damit ist es möglich, per „WiFi Direct“ Dateien von einem Smartphone zum anderen zu übertragen – unabhängig vom Hersteller und direkt in die Software integriert. Man muss also nicht auf die Lösung des Betriebssystems zugreifen. Die Geschwindigkeit liegt bei 20 MB/s. Die Funktion erinnert an AirDrop von Apple. Diese ist aber nur auf einen Hersteller beschränkt, während sich Xiaomi, Oppo und Vivo ganz offen zeigen. Sie laden andere Unternehmen ein, um ebenfalls Teil der Allianz zu werden.

Dieser Zusammenschluss könnte der erste Schritt in eine neue Richtung sein. Chinesische Hersteller können sich nicht mehr auf das verlassen, was US-Unternehmen zur Verfügung stellen, sondern wollen eigene Lösungen etablieren. Der US-Bann von Huawei hat gezeigt, welche Folgen eine zu große Abhängigkeit haben kann. Sollten sich die wichtigsten chinesischen Hersteller zusammentun, würde das einen immensen Einfluss auf das Smartphone-Ökosystem haben. Samsung (20,6 Prozent) und Huawei (17,6 Prozent) sind zwar aktuell die größten Smartphone-Hersteller der Welt, Oppo, Vivo und Realme, die zu „BBK Electronics“ gehören, kommen zusammen aber schon auf 18,7 Prozent Verkaufsanteil. Xiaomi nimmt 8,6 Prozent ein. Wenn die Allianz zwischen Oppo, Vivo und Xiaomi es schafft, Huawei mit ins Boot zu holen, würde man bei knapp 45 Prozent des Weltmarkts liegen.

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Das neue Selbstbewusstsein der chinesischen Hersteller

Zukünftige Projekte wie die „Huawei Mobile Services“, welche die Google-Dienste ersetzen werden, könnten auch zwischen den chinesischen Unternehmen geteilt und so gefestigt werden. Bei einem so hohen Marktanteil würden dann auch die Entwickler von Apps und Spielen aufspringen müssen. Was jetzt wie Träumerei klingt, dürfte der Plan sein, den Huawei aktuell verfolgt. Ob es wirklich zum großen Zusammenschluss kommt, ist offen. Immerhin belebt Konkurrenz das Geschäft – auch zwischen den chinesischen Herstellern. Trotzdem wird die Unabhängigkeit von den US-Unternehmen ein wichtiger Schritt – nicht nur für Huawei.

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