Nicht nur bei E-Autos und Spielkonsolen ist es derzeit oft schwierig an neue Ware zukommen. Auch bei Ikea macht sich längst überdeutlich bemerkbar, wie sehr die internationalen Lieferketten unter Druck stehen. Die Möbelkette wird deshalb jetzt selbst aktiv.

 

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Rund vier Monate Wartezeit, bis die beliebte Malm-Kommode von Ikea wieder in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist – so habe ich es vor gut einem Monat von einem Angestellten bei Ikea erfahren. Im November könne man wieder damit rechnen und so sieht es derzeit bei mehreren Produkten der Möbelkette aus.

Ikea will Nachschub sichern – und kauft jetzt Frachtcontainer

Der Grund ist bekannt: Die Lieferketten sind weltweit stark unter Druck, wenn nicht sogar in manchen Fällen für einige Zeit gänzlich zusammengebrochen. Dem stellt sich Ikea mittlerweile entgegen – indem man selbst direkt in den Warentransport einsteigt.

Lieferverträge werden sonst mit internationalen Großspediteuren geschlossen, die Waren wie neue Möbel und Elektrogeräte oder deren Komponenten in alle Welt verschiffen. Inzwischen kauft Ikea selbst Container, chartert eigenständig Schiffe – denn Spediteure und Redereien kommen kaum hinterher (Quelle: NBC News via Dispo).

Mit dem Schritt ist man nicht allein, etwa die großen US-Handelsketten Walmart und Home Depot transportieren bereits auf eigene Rechnung. Die Hoffnung ist, dass man so Verzögerungen verkürzen, Lieferausfälle vermeiden kann. Denn in Amerika und Europa warten die Kunden.

Laut Ikea haben Vorfälle wie die Havarie der Ever Given im Suezkanal zu diesem Schritt geführt. Auch wiederkehrende Hafenschließungen, zum Beispiel in China, dürften ihren Teil dazu beigetragen haben, dass viele Händler ihre Nachschubwege überdenken.

Während machen neue Ikea-Produkte schwer zu kriegen sind, lässt sich mit alten Teilen noch etwas verdienen – wie seht ihr im Video:

So könnt ihr Geld mit IKEA-Möbeln verdienen

Hunderte Produkte nicht verfügbar: Ikea handelt

Ikea konnte und kann durch knappe Rohstoffe und ausbleibende Warenlieferungen oft nicht das gesamte Sortiment anbieten. Durch die Investitionen in Schiffe und eigene Container soll sich das ändern. Die sind aber erheblich teurer geworden. Laut dem Fachmagazin für die Logistikbranche koste ein Containertransport von China nach Europa aktuell das Vierfache des Preises vor der Pandemie.

Ikea hat weitere Maßnahmen ergriffen: Nachhaltige Rohstoffe sollen verstärkt eingesetzt, mehr günstige Artikel angeboten werden. Außerdem hat man hunderte Produkte aus dem Sortiment genommen, um mehr Kapazitäten für nachgefragte Stücke zu haben.