Erfolg für AMD: Jetzt rächt sich Intels größte Schwäche

Robert Kohlick

Seit dem Marktstart der Ryzen-Prozessoren musste Intel diverse Rückschlage verkraften. Doch nicht nur im Direktverkauf machen die Ryzen-Prozessoren eine gute Figur. Nun greift AMD Intel in seiner Paradedisziplin an und scheint von der größten Schwäche des Konkurrenten zu profitieren. 

AMD im Aufwind: Ryzen-Prozessoren auch in Fertig-PCs immer beliebter

Intel hat den Markt für Fertig-PCs fest im Griff – zumindest war das die letzten Jahre so. Wie die britische Nachrichtenwebseite The Register berichtet, scheint sich das nun aber langsam zu ändern. Demnach konnte AMD innerhalb des letzten Jahres ordentlich Boden gut machen. Ungefähr 12 Prozent aller in Europa verkauften Desktop-Rechner und Laptops waren mit AMD-Chips ausgestattet.

Schnell und Einfach: AMD oder Intel?

Das mag im ersten Moment nicht nach einem riesigen Erfolg für AMD klingen. Wenn man aber bedenkt, dass das Unternehmen im letzten Jahr einen Marktanteil von 7 Prozent verbuchen konnte, wird klar, wie rapide sich die Verkaufszahlen zu AMDs Gunsten verschoben haben. Während letztes Jahr nur etwa 355.000 Fertig-PCs auf einen AMD-Prozessor setzten, waren es dieses Jahr rund 629.000 Einheiten. Den größten Anstieg konnte AMD im Endkundenbereich beobachten. Hier stieg der Marktanteil von 11 auf stolze 18 Prozent.

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Intels Schwäche: Daran hat der Chiphersteller gerade zu knabbern

Doch wie konnte es AMD schaffen, seine Verkaufszahlen in so kurzer Zeit derartig zu steigern? Einerseits dürfte das am attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis der aktuellen Ryzen-Prozessoren liegen. Auf der anderen Seite hat Intel gerade selbst mit einem großen Problem zu kämpfen: Lieferengpässen. Der Chiphersteller schafft es nicht, die gestiegene Nachfrage an Prozessoren zu bedienen. Das bestätigen auch die Business-Analyse-Experten von Context:

In den letzten Quartalen haben die Engpässe bei der Versorgung mit Intel-Chips dazu geführt, dass einige Anbieter ihren Fokus auf AMD verstärkt haben. Die beiden Hauptverkäufer mit kommerziellen AMD-Portfolios, HP und Lenovo, verzeichneten im dritten Quartal 2019 ein starkes AMD-Wachstum.

Währenddessen musste Intel mit anschauen, wie der eigene Marktanteil von 92 auf 86 Prozent zurückging. Damit dominiert das Unternehmen aktuell zwar noch immer den Markt, dürfte dem entgangenen Umsatz aber dennoch hinterhertrauern.

Welche Prozessoren sind im Einzelverkauf gerade am gefragtesten? Unsere Top 10 gibt die Antwort:

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Um dem aktuellen Problem Herr zu werden, hat Intel eigenen Aussagen nach die Produktion der 14nm- und 10nm-Chips erhöht, nachdem man die Nachfrage an Prozessoren Anfang des Jahres unterschätzt hatte. Ob man im nächsten Jahr mit diesen Maßnahmen die verlorenen Prozente zurückgewinnen kann, bleibt jedoch abzuwarten.

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