Der TÜV-Verband hat die Notstromversorgung in Deutschland untersucht und dabei teils schwerwiegende Mängel entdeckt. Mehr als ein Viertel aller Aggregate in Krankenhäusern und weiterer kritischer Infrastruktur werden beanstandet.

TÜV: Notstromversorgung in Deutschland teils mangelhaft

Mit dem neuen Baurechtsreport 2022 hat der TÜV-Verband den Zustand kritischer Infrastruktur in Deutschland bei Stromausfällen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fällt alles andere als gut aus: Bei rund 26 Prozent aller Notstromaggregate in Krankenhäusern, Schulen, Hochhäusern und weiteren Gebäuden wie Shopping-Malls mussten die TÜV-Sachverständigen „wesentliche“ Mängel feststellen.

Doch auch die weiteren untersuchten Anlagen sind nicht ohne Schwierigkeiten. Dem TÜV-Verband zufolge sind bei mehr als 42 Prozent „geringfügige“ Mängel festgestellt worden, die sich immerhin ohne größeren Aufwand beheben lassen sollten. Nur 31,5 Prozent der überprüften Notstromversorgungsanlagen gelten der Analyse zufolge als mängelfrei und ohne Beanstandung funktionsfähig.

Der Einschätzung von Dr. Joachim Bühler zufolge, dem Geschäftsführer des TÜV-Verbands, hat die Gefahr von Stromausfällen insbesondere in letzter Zeit stark zugenommen. Als Grund nennt er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der Ausfälle „sehr real“ machen würde. Auch die Gefahr von Cyberangriffen auf Netzbetreiber sei nicht gerade kleiner geworden. Hinzu kommen Naturkatastrophen, die sich mit der Klimakrise noch verschärfen können. Mit Flutwellen oder schweren Stürmen steige auch die Gefahr für Stromausfälle.

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Notstromversorgung: TÜV gibt konkrete Tipps

Den Betreibern von Notstromaggregaten empfiehlt der TÜV-Verband, noch vor dem kommenden Winter eine entsprechende Wartung durchführen zu lassen. Da manche der Anlagen mit Diesel betrieben werden, sollten Betreiber auf einen guten Füllstand und Haltbarkeit achten (Quelle: TÜV-Verband).